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Stadt gegen alle Pläne

Rinteln Stadt gegen alle Pläne

Einen Shitstorm will keiner: Deswegen laden Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer und alle Ratsfraktionen noch vor der Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie einer Ortsumgehung Steinbergen im Zuge der B83 zu einer Pressekonferenz ein.

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Rot ist die Ost-, Violett die West- und Grün die Südumgehung. Schwarz ist die mögliche Ortsumgehung der B238. Grafik: Stadt Rinteln

RINTELN. „Alle vorgestellten Pläne finden nicht die Zustimmung der Stadt“, betont Priemer, bekräftigendes Nicken ringsum. „Wenn diese Pläne öffentlich werden, dann gründet sich sofort noch eine dritte Bürgerinitiative“, ist sich Dieter Horn, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender und Ortsbürgermeister von Engern und Ahe, sicher.

Belastung vermeiden

Deswegen wollen die versammelten Politiker aller Couleur eine deutliche Botschaft an die Bürger und Bürgerinitiativen senden: „Wir machen keine Politik, in der die Bürger des einen Ortes entlastet, die in anderen Orten aber belastet werden“, so Priemer. Heinrich Sasse (WGS) möchte verhindern, dass sich die verschiedenen Bürgerinitiativen auf Basis der Machbarkeitsstudie nun „den Krieg erklären, um eine Variante durchzusetzen“. Sowohl für CDU und SPD als auch für WGS, Grüne und FDP ist klar: Im Vergleich zu den untersuchten Lösungen „ist der Status quo vorzuziehen“.

Jetzt sei es Sache der Straßenbaubehörde in Hameln und der Bundespolitik, andere Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, sagt Veit Rauch (CDU).

Die Umgehungsstraße für die B83 in Steinbergen befindet sich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. 9,1 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Und hier ist auch schon der erste Haken: Laut der Machbarkeitsstudie kostet die günstigste Variante 1 mindestens 50 Millionen Euro – also glatt das Fünffache. Variante 2 und 3 bewegen sich dann mit 70 beziehungsweise 100 Millionen Euro noch deutlich darüber.

Lösung steht noch in den Sternen

Was eine Lösung kosten würde, die die Zustimmung der Stadt finden würde, steht noch in den Sternen. Die von Heinrich Sasse mehr scherzhaft ins Spiel gebrachte Variante à la Gotthard-Basistunnel würde zwar alle zufriedenstellen – nicht aber Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Steinberger könne dagegen durch die ebenfalls im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthaltene Ortsumgehung der B238 entstehen. Diese soll den Ort von bis zu zwei Dritteln des Verkehrs entlasten (wir berichteten).

So bleibt also zunächst von der Stadt nur die klare Botschaft: Lieber keine Lösung als diese Lösungen.  jak

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