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Stadtbibliothek rückt in den Fokus

Rinteln / Bücherei Stadtbibliothek rückt in den Fokus

Aus zweierlei Gründen hat sich der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur in seiner jüngsten Sitzung ausgiebig mit der Stadtbibliothek befasst.

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Die Rintelner Stadtbücherei wurde jetzt durch den Landesrechnungshof überprüft.

Quelle: tol

Rinteln. Erstens: Im nächsten Jahr wird die Stadtbücherei 100 Jahre alt, das soll gefeiert werden – und das kostet Geld. Zweitens: Der Niedersächsische Landesrechnungshof hat die Rintelner Stadtbücherei, basierend auf den städtischen Zahlen von 2009 bis 2011, auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht, mit anderen Kommunen verglichen und kommt dabei zwar zu einem insgesamt positiven Ergebnis. Neue gewinnbringende Erkenntnisse gingen aus dem Bericht indes nicht hervor, so die weitgehend einhellige Meinung im Ausschuss. In einigen Punkten müsse dem Bericht sogar widersprochen werden. Allein: Eine Erhöhung der Mahngebühren soll ins Auge gefasst werden.

 Tatsächlich hat der Prüfungsbericht des Landesrechnungshofes keinerlei verbindlichen, sondern lediglich empfehlenden Charakter. Dennoch mahnte Ausschussmitglied Nina Weißer (Grüne), den Bericht nicht einfach abzutun, sondern „erst mal positiv anzudenken und davon zu profitieren“.

 So warnte sie davor, eine Erhöhung der Leihgebühren mit einem „Denkverbot“ kategorisch auszuschließen. Die Attraktivität der Bücherei werde durch einen Aufschlag von 50 Cent auf die derzeit 12 Euro im Jahr sicher nicht geschmälert. Die Frage sei doch: „Was können wir gewinnen?“

 Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz räumte offen ein, „ein großes Herz“ für die Bibliothek zu haben. „Damit kann Rinteln richtig punkten: Es ist familienfreundlich und bringt Kinder im Idealfall weg von der Glotze oder dem Computer.“ Die nutzerfreundlichen Gebührensätze trügen ihren Teil dazu bei. Diese zu erhöhen wäre zudem nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

 Rund 57000 Euro lässt sich die Stadt laut Prüfungsbericht die Bücherei jährlich kosten. Diesem Aufwand stehen Bürgermeister Buchholz zufolge lediglich 13000 Euro Einnahmen durch Nutzergebühren gegenüber. Dazu kämen, grob geschätzt, 3500 Euro durch Mahngebühren.

 Ausschussmitglied Dr. Gert Armin Neuhäuser brachte die allgemeine Haltung des Ausschusses auf den Punkt, bevor er sich frühzeitig aus dem Ausschuss verabschiedete. „Es handelt sich um freiwillige Leistungen, die immer und überall diskutiert werden. Aber Konsens ist doch: Wir gönnen uns das!“

 Büchereileiterin Andrea Tuschke merkte mit Blick auf die Mahngebühren an: „Wir sind eine Schnäppchenbücherei!“ Denn für einen ganzen Stapel ausgeliehener Bücher würden bei verspäteter Abgabe lediglich 1,50 Euro berechnet.

 „Da kann man rangehen“, sagte Buchholz dazu. „Das hat ja jeder selbst in der Hand, wie beim Falschparken.“ Wirtschaftlich entstünden für die Stadt dadurch „keine nennenswerten Zahlen, 2000 oder 3000 Euro vielleicht mehr. Aber es geht auch nicht um Mehreinahmen, sondern darum, dass jeder sein Buch bekommt“. Bei verspäteter Rückgabe von Büchern würden schließlich vor allem diejenigen bestraft, die auf eben diese Bücher warten müssten.

 In einer von der Stadtverwaltung entworfenen und vom Ausschuss abgesegneten Stellungnahme wird dem Landesrechnungshof in einzelnen Punkten widersprochen. Die Stadtbücherei verfüge durchaus über eine „strategische Ausrichtung und ein Bibliotheksprofil“. Die Ziele seien klar definiert: Unterhaltung, Information und Bildung durch Bereitstellung von Medien, Erweiterung und Aktualisierung des Angebots und Förderung des Leseinteresses von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durch kostengünstigen Zugang.

 Auch die Organisation der Bücherei werde überwacht, „sonst hätte man nicht auf veränderte Nutzergruppen (mehr Senioren; Anm. d. Red.) reagieren können“.

 Mit Blick auf das 100. Jubiläum der Bücherei im kommenden Jahr stellte Bürgermeister Buchholz im Anschluss an eine Führung von Andrea Tuschke durch die Bücherei 3000 Euro zusätzliche Haushaltsmittel in Aussicht.  pk

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