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„Standort muss erhalten werden“

Interview mit Matthias Wehrung (CDU) „Standort muss erhalten werden“

Für die Weserstadt geht es derzeit um viel. Sowohl ein Ausbau oder Neubau der IGS sowie die Sanierung des Hallenbades stehen zur Debatte. Nachdem Landrat Jörg Farr (SPD) vorgeschlagen hatte, den Neubau der IGS gegen eine Übernahme des Hallenbades durch die Stadt zu tauschen, bringen sich nun die Rintelner Ratsfraktionen in Stellung.

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Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Matthias Wehrung vor der Hildburgschule: Im Gespräch äußert er sich zur Zukunft der IGS.

Quelle: jak

Rinteln. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Matthias Wehrung lässt dabei an der SPD kein gutes Haar.

Herr Wehrung, was halten sie von dem Vorschlag des Landrats bezüglich IGS und Hallenbad? Zuerst muss man festhalten: Der Vorschlag von Farr ist kein Vorschlag von Farr. Den Schulneubau an der Burgfeldsweide haben wir Rintelner Christdemokraten schon 2006 vorgeschlagen und dem hat sich 2013 auf Initiative des Bauausschussvorsitzenden Udo Schobeß der Stadtrat angeschlossen. Der konkrete Vorschlag von Farr war im Wesentlichen: Der Kreis baut die IGS, dafür übernimmt die Stadt das Hallenbad. Da muss man schon trennen: Der Landkreis ist der Schulträger, er ist dafür verantwortlich, dass die Schulen in einem entsprechenden Zustand sind. Und da muss man ganz klar sagen: Der Kreis war gegenüber Rinteln in der Vergangenheit sehr sparsam. Es kann nicht sein, dass der Landkreis viele Millionen in die Schulen der anderen Schaumburger Kommunen steckt, und wenn Rinteln dann dran ist, fehlt plötzlich das Geld. Das wäre so, als wenn die anderen vom reich gedeckten Tische tafeln, und für uns fielen dann die Brosamen ab.

Rinteln zahlt eine höhere Kreisumlage

Zum Hallenbad gibt es einen Vertrag, der 1977 zwischen Stadt und Kreis geschlossen und 1994 erneuert wurde. Denn das unterschlägt Farr: Wir zahlen wegen des Hallenbades eine höhere Kreisumlage, etwa 350 000 Euro im Jahr. Außerdem hat Rinteln damals einen Baukostenzuschuss von zwei Millionen D-Mark gezahlt. Der müsste rückerstattet werden. Und wenn man in andere Kommunen schaut: Bad Nenndorf hat sein baugleiches Hallenbad komplett saniert bekommen. Das ist für Rinteln dann auch das Minimum; eine Ungleichbehandlung wäre nicht gerecht.

"Müssen an einem Strang ziehen"

Wie stehen Sie zum Vorwurf von Heinrich Sasse (WGS), der „Kuhhandel“ – IGS gegen Hallenbad – wäre hinter verschlossenen Türen von CDU und SPD schon beschlossen? Das kann man so nicht sagen, denn genau diesen „Kuhhandel“ kritisieren wir ja. Unser Kreistagsabgeordneter Veit Rauch hat die Ratsfraktion darüber unterrichtet, dass es keinen abschließenden Deal gab, sondern lediglich Vorüberlegungen, denen die Verhandlungen erst noch folgen müssen. Denn das ist ganz klar: Wenn es eine Mehrheit im Kreis geben soll, müssen Rintelns Christdemokraten und Sozialdemokraten in den großen Fragen für die Stadt an einem Strang ziehen. In den Details haben wir aber noch erhebliche Unterschiede.

Fühlen Sie sich jetzt von der SPD etwas verraten, dass man mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit gegangen ist? Besonders fair ist es nicht gerade, wenn in der öffentlichen Wahrnehmung der Eindruck erweckt werden soll, es handle sich um einen SPD-Vorstoß. Dabei haben die Sozialdemokraten unseren Vorschlag nur aufgenommen. Und in einigen Punkten haben sie eben nicht unsere Rückendeckung.

"Die Schule sorgt für Leben"

Wo unterscheiden sich die Positionen der SPD und CDU in Rinteln? Wir wollen, dass der Schulstandort am Kollegienplatz erhalten bleibt. Das ist für uns unabdingbar, das ist nicht verhandelbar. Wir blicken dort mit der ehemaligen, 1621 gegründeten Universität auf eine 400-jährige Bildungs- und Schulgeschichte, die dürfen wir nicht einfach aufgeben. Außerdem müssen wir auch an die Innenstadt denken: Die Schule sorgt für Leben in der Fußgängerzone, da gehören Kinder und Jugendliche unbedingt mit dazu. Also ja zum IGS-Neubau und zum Wechsel einer anderen Schule an den Kollegienplatz. Das könnte die Grundschule Süd oder das Wirtschaftsgymnasium sein. Damit wären weiter alle Generationen in der Innenstadt vertreten.

Also kein Nahversorger im Gebäude der heutigen IGS? Wir wollen, dass es ein Bildungsstandort bleibt. Das ist für uns unverrückbar. Was aber nicht heißt, dass zwischen den jetzigen Schulgebäuden und dem Rathaus nicht eventuell ein Nahversorger Platz fände. Zuerst würde ich mir aber die ehemalige „Ihr-Platz“-Immobilie und potenzielle Flächen an der Ostertorstraße oder der Kahlergasse ansehen. Die AfD hat als einzige Partei gegen den Neubau der IGS Stellung bezogen. Sie wollen die Aufnahme neuer Kredite in Millionenhöhe verhindern.

Jahrelanger Investitionsstau

Klar, als Christdemokrat fällt es mir immer schwer, zu sagen, wir machen neue Schulden. Aber wir sprechen hier von einem jahrelangen Investitionsstau sowohl bei den Schulen als auch beim Hallenbad, den Farrs Vorgänger Heinz-Gerd Schöttelndreier verschuldet hat. Dafür kann Farr zwar nichts, aber der muss jetzt aufgelöst werden. Denn bei der Bildung, der Investition in die Zukunft, darf auf keinen Fall gespart werden. jak

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