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Stillstand an der Entlastungsstraße

Unerwartete Verzögerung Stillstand an der Entlastungsstraße

Im günstigsten Fall wäre die Entlastungsstraße Nord in Rinteln noch vor Weihnachten fertig geworden. Doch bei dem Vier-Millionen-Euro-Projekt, das anfangs noch vor seinem Zeitplan lag, sind Verzögerungen eingetreten: Das zu nasse und sogar zu kalte Wetter der vergangenen Wochen führte und führt zu Baustillstand.

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Derzeit ruhen die Bauarbeiten.

Quelle: ll

Rinteln. Rinteln. Eine unerwartete Verzögerung brachte in der zweiten Jahreshälfte 2014 das Auffinden von weit stärker belastetem Boden als gedacht. Rund 1000 Tonnen, also gut 25 Sattelzüge mussten nach entsprechender Begutachtung zu einem spezialisierten Entsorgungsbetrieb in Magdeburg gebracht werden. Nun soll die Straße im Frühjahr fertig sein.

„Derzeit ist ein Weiterbau weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll“, hat Bürgermeister Thomas Priemer jetzt bei einer Begehung der Baustelle festgestellt. „Dabei wären wir froh, wenn wir endlich fertig würden, denn die größte Baustelle der Stadt bindet auch im Rathaus einiges an Personal.“

Uwe Quindt vom Bauamt berichtete, dass es zunächst schneller voran ging als geplant, der Kreisel zu weniger Behinderungen geführt habe als gedacht. Doch dann kam der Bodenaushub am Bahndamm. „Große Mengen des Bodens waren belastet, aber ein Teil sogar als gefährlich einzustufen“, sagte Quindt. Es habe sich vor allem um „polychlorierte Kohlenwasserstoffe“ gehandelt, präzisierte Priemer.

Die Herkunft sei nicht eindeutig beweisbar. Gefunden wurden Ölreste, Bahnschwellen, Müll, Pestizide von der Unkrautbekämpfung und mehr. Also musste ein Gutachter ran, denn ohne genaue Expertise nimmt kein Entsorgungsbetrieb die Schadstoffe an. Der Aushub türmte sich wochenlang im hinteren Bereich des Bauhofs. Eine Gefahr für Trinkwasser und Umgebung sei davon nicht ausgegangen, bekräftigten Priemer, Quindt und Bauamtsleiter Andreas Wendt.

Doch was ist jetzt noch zu tun? Die Fahrbahn braucht noch eine fünf Zentimeter dicke Bindeschicht und darauf vier Zentimeter Deckschicht. Beide können erst aufgebracht werden, wenn das Wetter über mehrere Tage ausreichend trocken und warm ist. Die gleichen Bedingungen werden gebraucht für den Schutzanstrich der Spundwand, aus der die Enden ihrer bis zu 30 Meter langen Stabilisierungsanker herausragen. Die Wand muss dann zum Teil auch noch hinterfüllt werden und bekommt ein Geländer zum Schutz von Bahnstreckenservicepersonal.

Danach wird vor der Wand noch der gut drei Meter breite Geh- und Radweg aufgefüllt und gepflastert. Die Pflasterung steht außerdem noch für andere Seitenbereiche und Verkehrsinseln an. Schließlich muss noch ein Zaun als Abgrenzung zum hinteren Bauhofgelände gezogen werden. Abschließend stehen Beschilderung und Markierungsarbeiten an und auf der Fahrbahn an.

„Wir werden die Strecke nicht freigeben, bevor alles fertig ist,“, sagte Priemer und begründete dies so: „Wir hätten sonst nicht genug Arbeitsfreiheit für die Baufirma.“ Das Gleiche gilt für den Thüringer Weg, wo ebenfalls noch Restarbeiten erforderlich sind.

Der erstaunlich weite Westschwenk der Straße Galgenfeld aus Richtung Kurt-Schumacher-Straße ist dem Zwang zur rechtwinkligen Einmündung in die übergeordnete Entlastungsstraße geschuldet. „Aber er passt auch zu Plänen für die Umgestaltung der Bahnunterführung“, räumt Wendt ein. Das dafür nötige Planungsverfahren samt Genehmigung nach dem zeitaufwendigen Eisenbahnkreuzungsgesetz soll aber erst nach Fertigstellung der Entlastungsstraße angegangen werden, ergänzt Priemer.

Eine Belebung erhofft sich die Stadt am Thüringer Weg bald auch für das ehemalige Schlachthofgelände, jetzt im Besitz von Dennis Rostek. Dessen Planer verhandelt bereits mit Firmen aus dem Einzelhandel und Freizeitbereich. dil

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