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Stolperfallen und Gehweg ins Nichts

Von Dietrich Lange Rinteln Stolperfallen und Gehweg ins Nichts

Baumwurzeln brechen Teerdecken auf, Busse verdrücken Gehwegplatten, Radwege enden im Nichts und Bordsteinkanten sind oft nicht abgesenkt. Rollator-Nutzer und Rollstuhlfahrer haben es nicht immer leicht in Rinteln – vor allem nicht inden Ortsteilen.

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Von Dietrich Lange Rinteln. „In der inneren Kernstadt ist alles top für den Tourismus, inden Randbereichen aber nicht, von den Ortsteilen gart nicht zu reden“, bemängelte Manfred Polmann, Vorsitzender des Behindertenbeirats, jetzt in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Seniorenbeirat.

 Pollmann nannte als Beispiel den Helene-Brehm-Weg in der Nordstadt. Dort gebe es ein Radweg, den auch Rollstilfahrer benutzen. Aber eine Anbindung an den noch recht neuen Rad-Geh-Weg entlang der Mindener Straße fehle. Der Radweg ende im Nichts. Er hatte deshalb den Bürgermeister angeschrieben. Dieser schickte Volker Kierat, Ingenieur im Tiefbauamt, um die Sachlage aus Sicht der Stadt zu erklären.

 Kierat verwies auf rund 600 Straßen mit gut 200 Kilometern Gesamtlänge, die könnten er und sein Kollege im Tiefbauamt nicht ständig im Auge haben. Bei Neubauten und größeren Sanierungen werde aber auf Behindertenfreundlichkeit geachtet, dafür gebe es viele Beispiele wie jüngst an Waldkaterallee und Unter dem Hopfenberge. „Der Helene-Brehm-Weg ist sehr schlimm, da gibt es keine Absenkungen“, räumte Kierat ein. „Das sollte noch mal gemacht werden.“

 Doch es gebe im Stadthaushalt ein festes Budget für Straßenreparaturen, Absenkungen und Nachbesserungen. Dafür müssten größere Mängelbeseitigungen angemeldet werden. In der Nordstadt seien die Probleme mit Gehwegen besonders groß, dort seien viele Oberflächen noch geteert statt gepflastert. Würden dann Versorgungsleitungen darunter repariert, müsse die Decke aufgerissen und später wieder zubituminiert werden. Die Ränder würden nach Frösten zu Rissen und dann zu Stolperfallen. Hinzu kämen die Baumwurzeln, die Gehwegdecken aufbrechen.

 Pollmann forderte, die Stadt solle ein Straßenkataster anlegen, um nicht von zufälligen Mängelmeldungen abhängig zu sein. So würde sie wissen, wann und wo Handlungsbedarf besteht, um der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden. Pollmann wie auch Strohmeier empfahlen zusätzlich, dass Mängel den Leitern der Ortsverwaltungsstellen und Ortsratsmitgliedern gemeldet werden sollten. Strohmeier meinte, die Leiter der Ortsverwaltungsstellen sollten einmal im Jahr die Straßen ihres Zuständigkeitsgebietes prüfend abgehen. Karl Vogt, Mitglied des Behindertenbeirats, riet zu einem Projekt mit Studenten als einmalige Sondermaßnahme, um nicht behindertengerechte Straßen zu erfassen. Auf dieser Grundlage könne der Stadtrat dann eine Prioritätenliste aufstellen, um diese Probleme abzuarbeiten. Der Behindertenbeirat beschloss, dass die Verwaltung diese Anregung prüfen solle. Hinweise auf Mängel an Straßen und Gehwegen nimmt auch Pollmann unter behindertenbeirat.rinteln@t-online.de entgegen.

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