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Straßenname gesucht

Diskussion im Ortsrat Rinteln Straßenname gesucht

Da haben fast alle Mitglieder des Rintelner Ortsrates gestaunt. Gert Armin Neuhäuser (WGS) wollte die Erschließungsstraße des Neubaugebiets Bockskamp in der Nordstadt nach einem früheren SPD-Ratsherrn benennen lassen: Dr.-Egon-Crombach-Ring.

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Rinteln. Doch so flexibel war das Gremium nicht, es favorisierte die von Stefan Frühmark (CDU) vorgeschlagene Flurbezeichnung Auf dem Bockskamp. Mit beschlossen wurde aber salomonisch: Die Verwaltung soll eine Prioritätenliste verstorbener Rintelner aufstellen, nach denen man künftig Straßen benennen könnte.

 Neuhäuser, der in den neunziger Jahren mal SPD-Fraktionsvorsitzender war und eng mit Crombach zusammenarbeitete, war voll des Lobes über den früheren Ratsherrn, Vorsitzenden des Stadtwerke-Aufsichtsrats und späteren Kreistagsabgeordneten: „Ohne ihn gäbe es die heutige Selbstständigkeit unserer Stadtwerke nicht mehr. Ich habe nie einen besseren Rechtsanwalt kennengelernt. Einen Kamp gibt es in dem Neubaugebiet doch gar nicht mehr. Ich beantrage Dr.-Egon-Crombach-Ring.“

 Die Volksbank in Schaumburg als Erschließer und Vermarkter der Bauplätze wolle bezüglich des Straßennamens nichts, beruhigte Baudezernentin Elena Kuhls. Karl Lange (SPD), der Crombach aus dessen politischer Arbeit noch gut kennt, erklärte für die SPD: „Diesen Vorschlag unterstützen wir voll. Aber bitte nicht mit einer Kampfabstimmung.“

 Doch es gab zunächst Widerstände. Gerhard Helmhold (Grüne) erinnerte an einen Ratsbeschluss, zunächst Frauennamen bei Straßenbezeichnungen zu berücksichtigen, bis diese mit den Männern einigermaßen gleichgezogen hätten. Da sich aber kein Frauenname aufdrängte, war er für den Flurnamen Bockskamp.

 Frühmark hatte mit Benennungen nach Personen aus der jüngeren Vergangenheit ein Problem: „Dann müsste man ja fragen, wer hat es noch alles verdient. Wir sollten diesen Namen nur vormerken für die Zukunft.“

 Astrid Teigeler-Tegtmeier (SPD), die Crombach nicht mehr direkt aus der Politik kennt, war ebenfalls für Vormerken und gegen eine Kampfanstimmung.

 Neuhäuser ermahnte den Ortsrat nun, bei seinem einzigen direkten und endgültigen Entscheidungsrecht, nämlich Straßen zu benennen, nicht zu zaghaft zu sein.

 Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Rauch (CDU) unterbrach die Sitzung, damit sich die Fraktionsspitzen einigen konnten. Dann wurde einstimmig beschlossen: Auf dem Bockskamp – und dann eine Prioritätenliste aufstellen lassen von Personen, nach deren Namen Straßen benannt werden könnten.

 Der gebürtige Aachener Egon Crombach (1947-2011) saß 17 Jahre im Stadtrat, 15 Jahre im Kreistag und war lange zweiter Mann in der Verwaltung des damaligen Landkreises Grafschaft Schaumburg. Sein Beruf als Notar, Anwalt und Verwaltungsrechtler ist stets Mittelpunkt seines Lebens geblieben. 2007 hat er sich von der SPD und der Kommunalpolitik verabschiedet. dil

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