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Streit um Holzkommode eskaliert

Prozess eingestellt Streit um Holzkommode eskaliert

Nach einer Auseinandersetzung beim Abtransport einer Holzkommode ist nun ein Nötigungs- und Körperverletzungsverfahren gegen zwei Rintelner eingestellt worden.

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Rinteln. Laut Anklage wollten eine Frau (51) und deren Begleiter (48) im Mai 2013 aus dem Haus ihres damals 79-jährigen Stiefvaters gegen seinen Willen eine Kommode abholen. Dabei sollen die beiden den älteren Herrn beim Wegtragen des Möbelstücks vor sich hergeschoben haben.

 Außerdem wurde dem 48-Jährigen vorgeworfen, den Hausherrn zu Boden gestoßen zu haben. Nach widersprüchlichen Aussagen stellte Richter Christian Rost letztlich das Verfahren mit der Auflage ein, dass die beiden Rintelner jeweils 100 Euro an die „Kindernothilfe“ überweisen.

 Der Fall: Wenige Monate nach dem Tod ihrer Mutter wollte die Angeklagte aus dem Haus ihres Stiefvaters einige Gegenstände abholen, darunter eine 60 Zentimeter hohe und einen Meter breite Holzkommode. Weil über das Eigentum an dem Möbelstück gestritten wurde und nach Angaben des Hausherrn bereits zuvor unter anderem ein Laptop und Schmuck seiner Frau gefehlt hatten, kam es zum Disput zwischen Stiefvater und Stieftochter.

 Der damals 79-Jährige stellte klar, dass ohne seine Zustimmung nichts aus dem Hause komme. Während die Angeklagte behauptete, die Kommode gehöre ihr, zeigte sich der Senior davon überrascht. Sie habe das Möbelstück wegen ihrer eigenen kleinen Wohnung nur bei ihrer Mutter untergestellt, sagte die 51-Jährige vor Gericht. Dort soll es fast zehn Jahre gestanden haben.

 Dagegen berichtete ihr Stiefvater, dass die Kommode seit 25 Jahren auf dem gleichen Fleck im Schlafzimmer stand. Und: „Ich bin nie auf die Idee gekommen, dass es Fremdeigentum sein könnte“, sagte der Mann. Die Angeklagte, die von einer „engen Beziehung“ zu ihrer Mutter und einem „nicht so großartigen Verhältnis“ zu ihrem Stiefvater sprach, wollte dann mit ihrem Begleiter die Kommode aus dem Haus tragen. Eigenen Angaben zufolge hatte sie sich um ihre schwer kranke Mutter gekümmert, die fast ein halbes Jahr vor ihrem Tod auch in der Wohnung der Tochter lebte.

 Nach Einlassung des Stiefvaters war es nur ein vorübergehendes Wohnen, aber kein halbes Jahr. Die Mutter änderte schließlich ihr Testament und setzte ihre Kinder als Erben ein.

 Was sich genau beim Abtransport des Möbelstücks ereignet hatte, schilderten die Beteiligten sehr unterschiedlich. Während der Hausherr angab, er sei von dem 48-Jährigen umgestoßen worden und habe danach einen stechenden Schmerz in der Hüfte gehabt, bestritten die Angeklagten diesen Vorwurf. Sinngemäß hat es nach ihren Schilderungen lediglich einen einzigen Körperkontakt gegeben, damit der 79-Jährige nicht in ein Fitnessgerät fallen sollte. Letztlich verständigten sich die Prozessbeteiligten auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen. maf

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