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Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Rechtsanwalt vor Gericht Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat gestern der Prozess gegen einen ehemaligen Rintelner Rechtsanwalt vor dem Amtsgericht begonnen. Am ersten von insgesamt sieben angesetzten Verhandlungstagen führten vier Justizbedienstete Einlasskontrollen durch, ehe der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Appelbaum rund 30 Minuten lang die diversen Vorwürfe verlas.

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Zu Beginn des Verfahrens gegen den Rintelner Anwalt: Verteidigerin Angelika Bode (von links), Uwe Kuhr und Richter Christian Rost.

Quelle: tol

Rinteln. Dem von Rechtsanwältin Angelika Bode (Hannover) verteidigten Angeklagten wird eine Reihe von Delikten vorgeworfen, unter anderem Untreue, Urkundenunterdrückung sowie Missbrauch von Berufsbezeichnungen.

 Nach einer Entscheidung der Rechtsanwaltskammer Celle hatte der Rintelner seine Zulassung als Rechtsanwalt verloren, rechtskräftig ist dies seit April 2013. Im folgenden halben Jahr soll der Mann dennoch zehn Mal unbefugt die Berufsbezeichnung Rechtsanwalt geführt haben. So wird ihm beispielsweise angelastet, für seine Mandanten wiederholt Schreiben an unterschiedliche Empfänger übersandt und dabei eigenhändig unterschrieben zu haben.

 Darüber hinaus muss sich der Volljurist wegen mehrfacher Untreue verantworten. In einem Fall aus dem Jahre 2012 übernahm er – damals noch als Rechtsanwalt zugelassen – in einer Strafsache die Verteidigung eines Mannes. Dessen Verfahren wurde dann vor dem Amtsgericht gegen Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro vorläufig eingestellt. Der Mann kam mit der Zahlung in Verzug, ein Verwandter soll eingesprungen sein und die Summe auf das Konto des Anwalts überwiesen haben. Laut Anklage leitete der Rechtsanwalt das Geld jedoch nicht weiter, sondern behielt es für sich.

 In einem anderen Fall wird dem Mann Urkundenunterdrückung vorgeworfen, indem er ihm überlassene Unterlagen von zwei früheren Mandanten nicht herausgab. Im Jahre 2007 hatten sich zwei Rintelner wegen eines Insolvenzantrages an den Rechtsanwalt gewandt. Dieser übernahm dann auch ein Mandat zum Zwecke der Schuldenregulierung. Daraufhin überließen ihm die beiden, so der Vorwurf, eine Vielzahl von Unterlagen und Dokumenten. Die Klienten waren dann mit der Bearbeitung des Mandats nicht mehr zufrieden und beauftragten im Mai 2009 einen anderen Rechtsanwalt, sie zukünftig zu vertreten. Der neue Anwalt forderte dann vergeblich vom ersten Anwalt die Übersendung der Handakte. Auch nach einem Anerkenntnisurteil des Amtsgerichts Rinteln im Februar 2010, die relevanten Unterlagen seien herauszugeben, reagierte der jetzt Angeklagte nicht. Auf der Grundlage eines Durchsuchungsbeschlusses wurden diese Schriftstücke im Oktober 2010 in seiner Kanzlei sichergestellt.

 Zum Prozessauftakt äußerte sich der Rintelner überwiegend nicht zu den Vorwürfen. Am Donnerstag wird die Verhandlung unter Vorsitz von Richter Christian Rost fortgesetzt.

maf

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