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Suizidgedanken schon bei Kindern

Depressionen Suizidgedanken schon bei Kindern

Depression bei Kindern und Jugendlichen: Ein ernstes und hochrelevantes Thema, wie Mareen Fennert vom Familienzentrum in ihren einleitenden Worten zum Vortrag sagte.

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Die Referenten beantworten Fragen des Publikums.

Quelle: mld

RINTELN. Entsprechend voll war der Versammlungsraum im Familienzentrum.

Wie drängend das Thema ist, bewiesen auch die Zahlen, die Franz-Josef Güster, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychologie sowie bis vor Kurzem Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes in Schaumburg, präsentierte. Bei knapp 70 Prozent der 14- bis 17-Jährigen bleibe eine Depression unerkannt. Dabei würde die Hälfte aller depressiven Erkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen. Von da aus könnten sie leicht chronisch werden. Die Depression werde dabei im Fördersystem kaum berücksichtigt. „Man sieht, wie wichtig das Thema ist“, so Güster.

Allerdings sei es oft schwierig, eine Depression gerade im Jugendalter festzustellen: Der Unterschied zwischen pubertärem und depressivem Verhalten sei oft fließend. „Gerade bei Jungen“, so Güster. Sich tagelang im Zimmer aufhalten, stundenlang Computerspielen – was ist davon gewöhnliches Teenager-Verhalten, was ist besorgniserregend?

Mädchen sind gefährdeter

Je nach Alter zeige sich die Depression in unterschiedlichen Symptomen. Schulkinder bis etwa zwölf Jahren sprechen etwa schon über Traurigkeit, haben Angst vor Trennung oder allgemein vor der Zukunft, sind geistesabwesend oder haben suizidale Gedanken. „Suizidversuche passieren durchaus auch bei unter Zehnjährigen, das ist erschreckend“, so Güster.

Studien zufolge haben im Grundschulalter etwa zwei Prozent aller Kinder eine Depression, bei Zwölf- bis 17-Jährigen bis zu zehn Prozent, und bei über 14-Jährigen bis zu neun Prozent. Mädchen sind zweimal gefährdeter.

Viele Eltern sowie Therapeuten und Lehrer waren gekommen. „Welche Rechte habe ich als Lehrkraft?“, lautete eine Frage. Eltern hörten es nicht gern, wenn der Hinweis von außen käme, ihr Kind könnte depressiv sein. Das erläuterte Anne-Marie Zimmermann von der Erziehungsberatungsstelle Schaumburg. Es gelte, den Eltern klarzumachen, dass es darum gehe, dass die Kinder glücklicher würden. Einige Eltern wussten von umgekehrten Erfahrungen zu berichten: Eine Depression sei beim Kind bereits diagnostiziert worden, doch Lehrer hielten das Kind einfach für „faul“. Außerdem müssten sich gemobbte Kinder oft rechtfertigen, was den Schulbesuch erschwere. Auch wurde von Eltern die Informationspolitik des Jugendamtes und der Sozialarbeiters beklagt. Welche Ansprechpartner es zum Thema Depression gibt, war vielen nicht bekannt. Da will das „Schaumburger Bündnis gegen Depression“ aufklären, um der Depression das Stigma zu nehmen und Präventionsarbeit zu leisten. mld

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