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Täter nicht eindeutig identifizierbar

Auszubildender wird freigesprochen Täter nicht eindeutig identifizierbar

„Ob er der Richtige ist, da bin ich mir nicht ganz sicher“, sagte Richter Christian Rost am Ende des zweiten Prozesstages in seiner Urteilsbegründung. Rost sprach damit einen Auszubildenden (19) vom Vorwurf frei, zwei Kinder am Doktorsee geschlagen zu haben.

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Rinteln. Anderer Ansicht war die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Sie forderte 60 Arbeitsstunden für den Angeklagten. Sie sah es als erwiesen an, dass der an jenem Abend alkoholisierte Rintelner (1,4 Promille) zwei Brüder (11 und 12) jeweils Faustschläge ins Gesicht verpasst hatte. Bei den Vorfällen erlitten die Schüler ein blaues Auge beziehungsweise eine Platzwunde an der Lippe.

 Der Fall: An einem Abend im August 2014 kamen die Kinder vom Angeln und fuhren mit ihren Rädern auf das Doktorseegelände. Dort hielt sich eine Gruppe von jungen Leuten auf, offenbar alkoholisiert und randalierend. Sie öffneten und schlossen ständig die Schranke und forderten die Brüder auf, sofort stehen zu bleiben. Weiter erzählten die jungen Leute, sie seien von der Fischereibehörde und wollten den Angelschein der beiden Schüler sehen. Es kam zum Disput, der Elfjährige wurde mit seinem Fahrrad festgehalten. Als sein Bruder bat, ihn loszulassen, bekam der Zwölfjährige einen Faustschlag ins Gesicht (wir berichteten).

 Vor Gericht identifizierte er den Angeklagten als Schläger. „Die Gefahr einer Verwechslung ist mir zu groß“, gab dagegen Richter Rost zu bedenken.

 90 Minuten später trafen die Kinder noch einmal am Strand auf eine etwa zehnköpfige Gruppe von jungen Leuten. Diesmal erhielt der jüngere Bruder einen Faustschlag ins Gesicht. Während er jetzt nicht mehr sagen konnte, wer ihn damals geschlagen hatte, sah ein unbeteiligter Zeuge diesen Hieb. Er erkannte in dem Angeklagten den Schläger, verwechselte jedoch vor Gericht die Brüder.

 Der Auszubildende bestritt die Vorwürfe und legte jetzt ein Attest vor, wonach er damals eine Handverletzung gehabt hatte. Er meinte, er hätte damit gar nicht zuschlagen können. „Ich halte die Identifizierung des Angeklagten als den Schläger für nicht sicher feststellbar“, resümierte Rost. maf

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