Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Tango mit der Tuba tanzen

Hofmeir spielt bei Neujahrskonzert Tango mit der Tuba tanzen

Mit Andreas Martin Hofmeir, Tuba-Spieler, Professor am Salzburger Mozarteum und Kabarettist, hat der Lions Club Rinteln einen außergewöhnlichen Künstler für das Neujahrskonzert gewonnen. Begleitet wurde er an diesem Abend von der Pianistin Almut Preuß-Niemeyer aus Todenmann.

Voriger Artikel
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Nächster Artikel
Über Facebooknach Betrügern fahnden?

Er kommt barfuß auf die Bühne – und spielt Tuba wie ein junger Gott: Andreas Martin Hofmeir. Begleitet wird er beim Konzert im Ratskellersaal von Pianistin Almut Preuß-Niemeyer.

Quelle: aff

Rinteln. Er kommt barfuß auf die Bühne, lässig in Schwarz gekleidet, blonder Pferdeschwanz, und dann spricht er auch noch in freundlichstem Bayerisch, ja, der Lions Club hat mal wieder einen ungewöhnlichen Künstler für sein Neujahrskonzert gewinnen können: Andreas Martin Hofmeir, Tuba-Spieler, also „Tubist“, Professor am Salzburger Mozarteum und ein toller Kabarettist dazu.

Verrückt, wie viel Spaß man haben kann bei einem Konzert mit Tuba und Klavier. Pianistin Almut Preuß-Niemeyer aus Todenmann, selbst eine herausragende Musikerin, die den Kontakt zu Hofmeir herstellte, ahnte, was auf sie zukommt: Nämlich, dass sie sich am Klavier fast die Finger brechen würde, indem sie ganze Orchesterbegleitungen inszeniert, während der Tubist den ganzen Ruhm einheimst.

Ein bisschen so war es tatsächlich – von Beginn an, als die beiden das schnelle Allegro aus Antonio Vivaldis „Winter“ der „Vier Jahreszeiten“ spielten. Wie ist es möglich, die rasenden Geigenpartien auf der gemütlichen Tuba zu bewältigen, noch dazu so, dass man einerseits lachen muss, andererseits aber sehr berührt wird von der berühmten Barockmusik?

Erlös soll Rintelner Schulen zugutekommen

Der Erlös des Konzertes solle dem Musikunterricht an Rintelner Schulen zugutekommen. „In Form einer Spende von 15 Tuben“, sagte Hofmeir. Dieses Instrument, das erst 1835 erfunden wurde und damit die Krönung aller klassischen Musikinstrumente sei, müsse noch viel mehr Liebhaber gewinnen, zumal Vivaldi, hätte er bereits von der Tuba gewusst, seine Komposition sicher nicht für die Violine, sondern für die Tuba geschrieben hätte.

Allerdings gebe es noch immer nur wenig Literatur für dieses ungeheuerliche Instrument, das die ersten Tubisten nur selten freiwillig spielten. Man habe anderweitig entbehrliche Blasmusiker dazu zwangsverpflichten müssen.

Solche humoristischen Erklärungen machten die Zuhörer im ausverkauften Ratskellersaal schnell vertraut mit dem Musiker und mit seinem Instrument. Hofmeir erzählte, er sei „völlig unbeleckt“ in sein Studium der klassischen Musik gegangen. Und bevor er selbst jemals ein Konzert besucht habe, hätte er schon mit seiner Tuba auf der Bühne gestanden.

Das war wohl der Grund, warum er jetzt Stücke von Tomaso Albinoni und Robert Schumann mit der Tuba präsentierte und sich dann locker an frühem Jazz, an den weltberühmten ungarischen „Czardas“ von Vittorio Monti oder an den „Tango Jalousie“ machte – Tango mit der Tuba tanzen!

Einerseits, so Hofmeir, hätten Tubisten bei den meisten Stücken ein ziemlich gutes „Pro-Ton-Einkommen“, etwa in Antonín Dvoráks „Neunter Sinfonie“, wo sie insgesamt nur 14-mal blasen müssten; andererseits könne man damit auch nicht gerade zum Musikhelden werden. Die Tuba käme bestenfalls in Richard Wagners „Ring der Nibelungen“ zum Zuge, wo sie den ekligen Lindwurm personifiziert, oder in Sergei Prokofjews Komischer Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“, wo die Tuba für die schrecklichen Furze der Köchin zuständig ist.

In dem hinreißenden Konzert bewies er zusammen mit Almut Preuß-Niemeyer, dass man trotzdem sehr wohl ein Tuba-Held sein kann. cok

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr