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Treibgut-Stau und tote Kois

Höchststand der Exter Treibgut-Stau und tote Kois

Auf einen Höchststand von 1,65 Meter ist die sonst ruhig dahinplätschernde Exter in der Nacht zu Mittwoch angeschwollen. In Exten waren Häuser bedroht, in Uchtdorf wurde ein Fischteich evakuiert, und die Feuerwehr war im Dauereinsatz, vor allem um Treibgut aus der Exter zu fischen.

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Manfred und Gerda Donner mussten die Pumpe anwerfen: „Wir haben unheimlich viel Glück gehabt.“

Quelle: wm

Uchtdorf/Exten. „Wir haben unheimlich viel Glück gehabt“, sagen Manfred und Gerda Donner. Ihr Haus in Exten am Anger trennt nur eine Steinmauer von der Exter. Um Mitternacht hatte die ihren Höchststand mit 1,65 Metern, und das Wasser stand bei den Donners in der Hofeinfahrt. Die Wohnung wurde diesmal verschont. Die Exter, so sagen beide, sei in der Nacht noch nicht einmal das Problem gewesen, sondern das Wasser, das aus der Kanalisation nach oben drückte: „Wir haben selber gepumpt, und wir haben 20 Sandsäcke und ein Brett, um die Haustür abzudichten.“

Auch bei Bäcker Klaus Kessler stand Wasser im Keller. Er sei darauf vorbereitet gewesen, schilderte er. Er habe einen Pumpensumpf und die Pumpe die ganze Nacht durchlaufen lassen.

In Uchtdorf kämpfte Dirk Rauchfuß um seine Koi-Karpfenzucht. Feuerwehrleute aus Uchtdorf und Krankenhagen legten zwar zwei Ringe mit Sandsäcken um die Teiche, doch die Exter stieg höher. Rauchfuß holte gemeinsam mit Helfern mit Keschern so viele Fische wie möglich aus den Teichen und siedelte sie in Wannen und Eimer um. Doch am Morgen entdeckte er viele tote Kois auf der Wiese. Das sei für ihn auch ein enormer wirtschaftlicher Schaden: „Jetzt werde ich meine Teiche höher bauen, das wird mir nicht noch einmal passieren.“

Das größte Problem, schilderte Stadtbrandmeister Friedel Garbe, sei in der Nacht das Treibgut auf der Exter gewesen, das sich unter den Brücken staute. Deshalb war die Feuerwache in Uchtdorf die ganze Nacht über besetzt. Die Feuerwehrleute hatten auch ständig zu tun, um die Brücke immer wieder frei zu räumen. Am Eisenhammer alarmierte Elfriede Wille die Feuerwehr Exten, weil sich hier Treibgut am Oberen Eisenhammer staute.

Bernd Kirchhoff begutachtet "neuralgische Punkte"

Extens Ortsbürgermeister Bernd Kirchhoff war vor Ort und schaute sich die „neuralgischen Punkte“ an. „Brandgefährlich“, sagt Kirchhoff, sei der Bereich am Rittergut und am Schützenplatz gewesen: „Wenn es sich hier staut, gibt es sofort einen Rückstau in das Dorf. Dass die Flut diesmal so viele Baumkronen, Äste und Stämme mitgerissen habe, dafür gebe es zwei Ursachen, schilderte Kirchhoff: das Erlensterben entlang der Exter und die heftigen Unwetter Mitte Juli mit Sturm und Hagel. Dadurch seien viele Erlen umgefallen, hätten aber noch nicht entfernt werden können.

Die Fußgängerbrücke in Exten war gestern noch gesperrt. Die Anlieger nahmen das Hochwasser zum Anlass, zum wiederholten Male darauf hinzuweisen, dass die Exter in diesem Bereich vom Bewuchs geräumt werden müsste, damit das Wasser schneller abfließen kann. Denn der Bewuchs wirkt wie ein Flaschenhals.

Ein Problem seien auch die Nutrias, die Biberratten, die die Ufer unterhöhlen. Anwohner haben schon Fotos von Nutrias gemacht, die bis auf ihre Grundstücke gekommen waren. Kirchhoff betonte, nach dem Schützenfest soll im August die Fußgängerbrücke, der „Eolendörper-Steg“, abgerissen werden. Dann werde auch ein Bagger ins Bachbett fahren und die Exter bis zur Furt räumen.

 Am Mittwochmorgen gab Stadtbrandmeister Garbe Entwarnung, der Pegelstand der Exter war wieder auf einen Meter gesunken.

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