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Übergriffe vor Weserangerbad

Rinteln Übergriffe vor Weserangerbad

Es ist ein Vorfall, den ein Rintelner Bürger nicht so schnell vergessen wird: Am Pfingstmontag gegen Mittag kam eine aufgeregt wirkende ältere Frau auf ihn zu. Sie habe im Auto gesessen, als ein Mann ihre Wagentür aufgerissen und versucht habe, ihr den Autoschlüssel abzunehmen.

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RINTELN. Kaum, dass er dies gehört habe, sei er von demselben Mann angegriffen worden, betonte der Rintelner, der anonym bleiben will. Es sei zur Rangelei gekommen. Mehrere Menschen hätten sich versammelt, jemand habe die Polizei gerufen, die kurz darauf mit mehreren Beamten vor Ort gewesen sei.

Der Angreifer wurde festgenommen. Er sei „offenbar verwirrt“ und „nicht ansprechbar“ gewesen, so der Bürger. Es stellte sich heraus: Der Mann ist Patient der Burghofklinik, untergebracht in der geschlossenen, geschützten Abteilung.

Glimpflicher Ausgang

Die Nachfrage bei der Polizei ergibt: Gut zwei Stunden zuvor war der Patient entwischt; die Klinik hatte den Patienten bei der Polizei als vermisst gemeldet. Die Polizei, sagt Kripo-Leiterin Daniela Kempa, habe sofort eine Personenfahndung herausgegeben und auch an andere Dienststellen gegeben. In solchen Fällen eruiert die Polizei: Könnte sich der Patient selbst oder andere gefährden? Diese Abschätzung „geschieht teilweise auch in Absprache mit der Staatsanwaltschaft“, so Kempa.

In diesem Fall sei nicht viel passiert, sagt der Rintelner, der den Vorfall dieser Zeitung berichtete: Zu Schaden gekommen sei er – bis auf einige „rote Flecken“ am Körper – nicht. Auch die Polizei bestätigt: Personen- oder Sachschaden sei nicht entstanden.

Burghofklinik ist kein Gefängnis

Warum sich der Rintelner an unsere Zeitung wandte? Er wolle die Frage stellen, ob die Klinik sicher genug sei. Der Vorfall solle „nicht unter den Teppich gekehrt werden.“

„Wir bewahren nicht, wir behandeln“, sagt Professor Dr. Detlef Dietrich, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Burghofklinik. „Das ist unser Auftrag.“

Die Klinik ist keine forensische Klinik wie die Einrichtungen in Wunstorf und Hildesheim, wo Patienten behandelt werden, die psychisch erkrankt sind und Straftaten begangen haben. Das heißt: Eine psychiatrische Klinik sei kein Gefängnis und dürfe es nicht sein, allein um die Menschen- und Persönlichkeitsrechte des Patienten zu schützen, betont Dietrich.

Therapie und Verwahrung – das schließe sich aus, so Dietrich. Patienten der Klinik sollten durch ihren Aufenthalt schließlich gesunden . mld

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