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Unfall mit geklautem Auto

44-Jähriger muss sich nach zwei Jahren verantworten Unfall mit geklautem Auto

Mehr als zwei Jahre nach einer kuriosen Unfallfahrt in der Nähe von Hildesheim hat sich nun ein 44-jähriger Mann für eine Reihe von Delikten vor dem Amtsgericht Rinteln verantworten müssen.

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Rinteln. Außerdem wurde über einen mutmaßlichen Handtaschendiebstahl in einem Rintelner Café verhandelt, den der damals erheblich Drogenabhängige begangen haben soll.

An einem Nachmittag im September 2013 tauchte der Angeklagte auf dem Gelände eines Handwerksbetriebes in Bad Salzdetfurth auf. Unbemerkt setzte er sich in einen Kleintransporter, entdeckte den unter die Sonnenblende gelegten Fahrzeugschlüssel und fuhr mit dem Wagen davon. In Schlangenlinien führte die Spritztour durch ein kurviges Waldgebiet in Richtung Alfeld.

Als ein Autofahrer auf den Transporter aufmerksam wurde, fehlte bereits das hintere Kennzeichen. Er folgte dem Wagen, der mehrfach in die Leitplanke geriet und schließlich an einer Tankstelle anhielt. Dort fiel der Angeklagte mehr aus dem Auto, als dass er ausstieg. Die Polizei wurde gerufen und der völlig desorientierte sowie schläfrig wirkende Mann zurückgehalten.

„Ich habe angenommen, der hat mindestens zwei Promille im Blut gehabt“, berichtete ein kurz darauf eintreffender Beamter. Tatsächlich ergab das „Pusten“ aber einen Wert von null Promille. Der zu jener Zeit bis zu drei Gramm Heroin täglich konsumierende Angeklagte, der seit mehr als 20 Jahren keinen Führerschein mehr hat, musste daraufhin mit zur Wache. Dort scheiterten mehrere Blutabnahmen. Aufgrund seines besorgniserregenden Gesundheitszustandes wurde er ins Krankenhaus nach Alfeld gebracht. Erst am nächsten Morgen bemerkten die Firmenmitarbeiter in Bad Salzdetfurth das Fehlen des Transporters. Sie erfuhren dann, dass der durch die Unfälle rundum demolierte Wagen an der Tankstelle stand. Schaden: 15000 Euro. An all diese Vorfälle hatte der 44-Jährige keine Erinnerung.

Bereits am nächsten Abend hielt er sich in einem Rintelner Café auf und nahm die Handtasche einer Frau aus der Garderobe mit auf die Herrentoilette. Aus der Tasche soll er laut Anklage 35 Euro gestohlen haben, ehe er sie aus dem Fenster warf. Vor Gericht konnte die Besitzerin der Tasche aber nicht sicher sagen, ob darin tatsächlich Geld gewesen ist. „Ich muss jetzt die Reißleine ziehen. So geht es nicht weiter“, stand für den Angeklagten nach diesen Vorfällen fest. Er bemühte sich um Hilfe und lebt inzwischen in einer Therapieeinrichtung.

Nach der Vernehmung von einem Dutzend Zeugen und der übereinstimmenden Meinung aller Prozessbeteiligung stellte Richter Christian Rost letztlich das Verfahren ein. Dabei erfolgte die Einstellung im Hinblick auf frühere Urteile, unter anderem der Amtsgerichte Hameln und Hannover. Dort hatte der Mann für diverse Taten jeweils mehrmonatige Freiheitsstrafen auf Bewährung kassiert. Eine Verurteilung wegen der jetzigen Vorfälle wäre neben den früheren Entscheidungen nicht mehr beträchtlich ins Gewicht gefallen. maf

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