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„Unglaublich laut“

Rinteln/Minden / Autorin liest über ihr Jahr in Kairo „Unglaublich laut“

Helga Schwab ist Lehrerin. Ihre Berufszeit hat sie an Gymnasien und Waldorf-Schulen verbracht, doch eines begleitete sie eigentlich immer: die Neugier auf andere Kulturen, andere Sitten.

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Helga Schwab berichtet in ihrem Buch über ihre Erfahrungen in Kairo. Nächste Woche liest sie in Rinteln.

Quelle: jaj

Rinteln/Minden (jaj). Nach dem Austritt aus dem aktiven Berufsleben wollte sie sich deshalb einen Wunsch erfüllen und eine Zeit im Ausland verbringen. Südamerika war ihr Traum, doch es kam anders: Die Mindenerin landete an einer deutschen Schule in Kairo, im „Moloch“, wie sie sagt.

 Ein Jahr lang lebte sie in der Metropole, zurück in der Heimat brachte sie ihre Erlebnisse zu Papier. „Mein Jahr in Kairo. Allah ist größer.“ lautet der Titel des 562 Seiten starken Buchs, aus dem die Autorin am kommenden Sonnabend, 21. April, in der Rintelner „Wohndiele“ lesen will.

 Das Buch gibt einen Einblick in den Alltag der Millionenstadt Kairo. Zunächst lebte die Lehrerin mitten in der Stadt, in einem neunstöckigen Hochhaus. „Unglaublich laut“, beschreibt sie die Wohnsituation. Schaute sie aus dem Fenster, sah sie einen Nebel, von dem sie nicht eindeutig sagen konnte, ob es der Staub aus der angrenzenden Wüste oder doch der Smog der Stadt war. „Wahrscheinlich beides“, vermutete sie.

 Nach einiger Zeit hielt sie es nicht mehr aus und „flüchtete“ aus der Stadt, lebte fortan 50 Kilometer von der Schule entfernt auf einer ruhigen Plantage. Dort erlebte sie ein ganz anderes Ägypten. Die Fellachen seien sehr traditionell, lebten noch im Einklang mit der Schöpfung und der Natur.

 Egal, ob privat oder im Beruf, die kulturellen Unterschiede zwischen den islamisch geprägten Ägyptern und den christlichen Bewohnern der Stadt wurden ihr mit der Zeit immer bewusster. „Es fand eigentlich kein kultureller Austausch statt“, sagt die Mindenerin. Die Christen hätten sich – selbst im Alltag an der deutschen Schule – sehr zurückgenommen, die entstehende Leerstelle sei einfach komplett durch den Islam ausgefüllt worden.

 Einmal habe sie den Kindern beispielsweise ein Schlaflied beigebracht, in dem Gott darum gebeten wurde, die Kinder ruhig schlafen zu lassen. „Da haben sich daraufhin Eltern beschwert“, sagt sie. Und ihr Direktor schärfte ihr ein, dass Gott in der Schule nichts zu suchen hätte. „Die deutsche Kultur sollte ganz einfach ohne Christentum, Aufklärung und Humanismus daherkommen“, sagt sie.

 Neben der Lesung wird es eine Ausstellung von Fotos geben, die Schwab während ihres Aufenthalts in Ägypten machte. Ihr Sohn Tobias Welker wird zudem die Motive, die sie liest, am Piano umsetzen. Außerdem gibt es passende kulinarische Köstlichkeiten. Beginn ist um 18.30 Uhr, Karten gibt es unter (05751) 7051011 in der „Wohndiele“.

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