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„Unser Spielzeug ist kaputt“

Rintelner Kindergarten unter Wasser „Unser Spielzeug ist kaputt“

Am Ende will es wieder keiner gewesen sein. Aber die Auswirkungen lassen sich nicht wegreden. Nach einem Wasserschaden im Keller des Comenius-Kindergartens in Rinteln hieß es für Leiterin Jutta Meves zunächst: Schaden begutachten.

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Wütende Gesichter im Kindergarten: Ein ganzer Container voller Spielzeug, Material und Möbel musste entsorgt werden. 

Quelle: jak

Rinteln. Und dieser ist enorm. Einen ganzen Baucontainer voller Spielzeug, Möbel und Materialien für die Kinder mussten sie und ihre Mitarbeiter vergangene Woche entsorgen. Brackiges Regenwasser war durch die Mauer des städtischen Gebäudes gedrungen, die Spuren sind auch Tage später noch unübersehbar.

 Zufällig waren am Tag des Malheurs gerade Mitarbeiter der Stadtwerke vor Ort, die für die Installation der Solaranlage Sorge tragen sollten. Flugs wurde ein Loch gebuddelt und die fragliche Kellerwand freigelegt. „Die Kooperation mit GVS und Stadtwerken funktioniert wirklich hervorragend.“ Unbürokratisch und schnell habe man sich des Problems angenommen. Und schnell schien die Ursache identifiziert: Ein Regenwasserrohr war statt an den Kanal, einfach in den Boden geleitet worden, berichtet Meves dieser Zeitung. „Ich habe das zuerst für einen Schildbürgerstreich gehalten“, erzählt sie. Nur um später von einem Mitarbeiter der Gemeinnützigen Verwaltungs- und Siedlungsgesellschaft (GVS) zu erfahren: Alles so geplant und in Auftrag gegeben.

 Doch davon will auf Nachfrage bei der GVS und den Stadtwerken niemand mehr etwas wissen. „Die Regenrinne hatte damit gar nichts zutun“, erklärt Reinhold Kölling. „Das war alles korrekt angeschlossen, und das ist es jetzt auch wieder.“

 Das Problem habe vielmehr beim „Hausanschluss“ gelegen, also dem unterirdischen Loch in der Mauer, durch das Gas-, Wasser- und Stromanschlüsse verlegt wurden. „Das ist mit der Zeit porös geworden“, erklärt Kölling. So habe nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen Wasser im Keller gestanden, mit den schon bekannten Auswirkungen. „Aber das Problem ist gegessen“, betonte er vergangenen Freitag am Telefon. „Das wäre ja mehr als nur ein Schildbürgerstreich, die Rinne einfach in den Boden zu leiten.“

 Doch für den Kindergarten hat der Ärger noch kein Ende: „Am Montag hatten wir schon wieder Wasser im Keller“, berichtet Meves, „das spricht jetzt natürlich dafür, dass es nicht an den in den Boden gesteckten Regenrinnen gelegen hat.“ Denn diese seien jetzt ordnungsgemäß abgeleitet worden. Über den von den Stadtwerken verantworteten Hausanschluss sagt Kölling, dass dieser nun dicht sei. Das Problem müsse also an anderer Stelle gesucht werden. Auch andere Häuser in der Nachbarschaft, sagt Meves, hätten bei Starkregen unter Wasserschäden zu leiden.

 Für die im Comenius-Kindergarten betreuten Mädchen und Jungen ist das alles jedoch nicht wirklich interessant. Viel wichtiger: „Unser Spielzeug ist kaputt“, wie die vierjährige Hannah beim Anblick des prall gefüllten Baucontainers bestürzt merkt. „Das sind ja auch alles Steuergelder“, bringt Meves den Ärger der Kinder zurück auf die Sachebene. Und für die engagierten Erzieherinnen bedeuten die Wasserschäden einen enormen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Zeit, die sie lieber den Kindern widmen würden. jak

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