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Unterstützung für die „Ummas“

Eröffnung der Jugendhilfe des Deutschen Roten Kreuzes Unterstützung für die „Ummas“

Reza und Hadi (beide 15) haben hohen Besuch. Die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt, der Präsident des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Bernd Koller, und DRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Hoffmann, Landrat Jörg Farr, eine Vertreterin der Bundesanstalt für Immobilien sowie eine Vertreterin des Landesjugendamtes sind an diesem Donnerstag zu Gast.

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Hadi (links) und Reza, beide 15 Jahre alt, sind gemeinsam aus einem Dorf ihres krisengebeutelten Heimatlandes Afghanistan nach Deutschland geflohen. Jetzt teilen sie sich ein Zimmer in der Jugendhilfe-Einrichtung am Droste-Hülshoff-Weg.

Quelle: pk

RINTELN. Sie machen sich in den Häusern an der Droste-Hülshoff-Straße in Rinteln ein Bild von der Jugendhilfe, die sie gemeinsam in nur knapp fünf Monaten eingerichtet haben.

Reza und Hadi sind zwei sogenannte „Umas“: zwei „unbegleitete, minderjährige Asylsuchende“. Sie sind zwei von langfristig 19 „Umas“ im Alter von 14 bis einschließlich 17 Jahren, die in der neu geschaffenen Jugendhilfe-Einrichtung ein neues Zuhause gefunden haben, untergebracht in Einzel- und Doppelzimmern. Sie teilen sich eines der Doppelzimmer. Das macht ihnen gar nichts. Sie kennen sich schon lange.

Zu zweit sind die beiden Freunde aus ihrem kleinen Heimatdorf in Afghanistan in Richtung Deutschland aufgebrochen. Rinteln war Endstation der Flucht aus ihrem krisengebeutelten Heimatland. Die Jugendhilfe soll ihnen als Basis für eine zufriedenstellende Zukunft dienen. So der Tenor bei der gestrigen Einweihungsfeier in der Prince Rupert School.

Unterstützung ist notwendig

Ministerin Rundt nannte in ihrer Grußrede beeindruckende Zahlen, Zahlen, die die Notwendigkeit von Einrichtungen wie dieser untermauern. Befanden sich im Jahr 2012 in ganz Deutschland 4767 unbegleitete Jugendliche, 200 davon in Niedersachsen, sind es im Juni dieses Jahres 64135 auf Bundes- und 5340 auf niedersächsischer Landesebene gewesen. 109 unbegleitete, minderjährige Jugendliche kamen als solche nach Schaumburg.

Um diesen Jugendlichen Grundversorgung, Sprachbildung, gegebenenfalls Traumabehandlung und Berufsorientierung zu bieten, bedürfe es Unterstützung, wie sie in Rinteln jetzt auch durch die neu eingerichtete Jugendhilfe des DRK geleistet werde. Sie sind untergebracht in Pflegefamilien, bei Verwandten oder eben in Einrichtungen wie der des DRK oder im Jugendhof Gotteshütte von der Evangelischen Stiftung.

Zwei einander gegenüberstehende Doppelhäuser bilden die Jugendhilfe-Einrichtung an der Droste-Hülshoff-Straße. Es ist eine Sackgasse, es ist ruhig. Bezogen ist allerdings erst eines der beiden Häuser, seit Mitte Juni wird es von sieben Jugendlichen aus Afghanistan, einem Syrer und einem Ägypter bewohnt. Das zweite Doppelhaus wird zum 1. August von weiteren neun Jugendlichen bezogen. Rund um die Uhr, also 24 Stunden täglich, ist außerdem ein Betreuer des DRK anwesend.

"Ihr seid willkommen"

13 Arbeitsplätze hat das DRK mit der von Tanja Hageleit geleiteten Jugendhilfe in Rinteln geschaffen. Pro Bewohnergruppe sind viereinhalb pädagogische Fachkräfte im Einsatz. Darüber hinaus gibt es einen Betreuer und zwei Hauswirtschaftskräfte. Eine der beiden Hauswirtschaftskräfte fungiert zudem als Dolmetscherin. So auch der Hausmeister, der darüber hinaus auch im Nachtbereitschaftsdienst ist.

Auch Bürgermeister Thomas Priemer richtete ein paar Worte in Richtung der Jugendlichen, nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als Familienvater; „Ihr seid willkommen, ihr werdet gebraucht, und ihr habt alle Chancen. Nutzt das.“

Nichts anders haben Reza und Hadi vor. Zwar haben sie momentan noch vor allem Fußball im Kopf, sagen sie – und lächeln. Aber eines stehe für sie fest: Sie wollen in Deutschland bleiben. Und ein Ziel hätten sie auch: Sie wollen studieren. Nur was, das wissen sie eben noch nicht. pk

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