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Urteil nach Hundemord

Frau zu Geldstrafe verurteilt Urteil nach Hundemord

Der Hundemord von Exten ist endlich aufgeklärt. Wie Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig gegenüber den SN bestätigte, soll eine 52-jährige Rintelnerin den Mischling mit einer Kette aus Steinen um den Hals in die Exter geworfen haben. Ende März 2016 wurde der tote Hund am Unteren Eisenhammer gefunden.

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Am Eisenhammer in Exten ist die Leiche des Hundes vor bald einem Jahr gefunden worden.

Quelle: tol

Rinteln.  Wie die tierärztliche Obduktion des toten Tieres ergab, ist der Hund ertrunken. Er wies keine weiteren Verletzungen auf, weder innerlich noch äußerlich. „Der Hund war also völlig gesund, als er ertrank“, folgerte Staatsanwalt Martin Appelbaum damals.

 Um die Täterin zu identifizieren; veröffentlichte die Polizei das Foto des aufgedunsenen Hundekörpers. Auch unsere Zeitung druckte dieses schreckliche Bild nach internen Diskussionen, im Internet wurde es tausende Male geteilt, erreichte alleine über die Facebookseite mehr als 50.000 Menschen. Der dadurch aufgebaute Fahndungsdruck scheint nach intensiven Ermittlungen der Rintelner Polizei nun zu einem Ergebnis geführt zu haben.

Kein Einspruch eingelegt

Bereits im Dezember beantragte die Staatsanwaltschaft Bückeburg beim Amtsgericht Rinteln einen Strafbefehl, der von der Beschuldigten auch angenommen wurde. „Das ist eine Verurteilung“, stellt Rechtsanwalt Dietmar Nolting klar, der den Fall von Anfang an verfolgt hat. Die 52-Jährige hätte Einspruch gegen den Strafbefehl erheben können, dann wäre es zu einer ordentlichen Gerichtsverhandlung gekommen. „Hätte sie sich unschuldig gefühlt, dann hätte sie das ja getan.“

 Verurteilt wurde die Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen – also vier Monatsgehältern. Wie hoch die Geldstrafe tatsächlich gewesen ist, wollte die Staatsanwaltschaft nicht mitteilen, da dies Rückschluss auf die Einkommenslage der Frau gegeben hätte. Außerdem darf die Extenerin die nächsten drei Jahre keine Haustiere halten.

DNA-Spuren gefunden

Das brutale Verbrechen warf viele Fragen auf, die nun wohl nicht beantwortet werden. Denn laut Rechtsanwalt Nolting hat die Frau bis zum Ende alles abgestritten. Daher ist auch nichts über die Motive der Frau bekannt, die sie zu der schrecklichen Tat animierten.

 Nolting rekapituliert die Ermittlungen: Zunächst habe die Frau zur Gänze abgestritten, dass es sich um ihren Hund gehandelt habe. Doch Polizei und Staatsanwaltschaft ließen – wohl auch aufgrund einer eindeutigen Zeugenaussage – nicht locker. Sie konnten nachweisen, dass sich am Grundstück und in der Hundehütte DNA-Spuren des getöteten Tieres befanden. Danach habe die Frau behauptet, der Hund sei entlaufen. Das habe sie auch dem Bauhof und der Polizei gemeldet. „Dann kam die Ausrede, sie wisse nicht, wer das getan habe. Das hat man ihr aber auch nicht geglaubt“, so Nolting.

 Der Hundeliebhaber ist angetan von der Arbeit der Polizei sowie der Staatsanwaltschaft. „Es hat relativ lange gedauert. Aber die Überführung war wohl auch nicht so einfach. Polizei und Staatsanwaltschaft haben das Thema sehr ernst genommen und entsprechend ermittelt. Hat dann auch zu dem gewünschten Erfolg geführt, den Täter zu überführen. Wobei bestimmt auch die Presseberichterstattung ein Faktor war.“ Nolting ist nach wie vor entsetzt von der Tat. „Aber es ist doch eine gewisse Genugtuung, dass die Frau nun verurteilt wurde.“  jak

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