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Vater lässt Sohn missbrauchen

Taten zum Teil gefilmt Vater lässt Sohn missbrauchen

Für Geld soll ein Rintelner seinen Sohn zu einem anderen Mann geschickt haben, obwohl er wusste, dass das Kind dort sexuell missbraucht wird.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

Rinteln/Bückeburg. Wenn der anfangs neun Jahre alte Junge sich sträubte, gab es Schläge. So steht es in einer Anklageschrift (zehn Fälle), die Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt vor der 1. Großen Strafkammer am Bückeburger Landgericht verlesen hat, wo dem Vater (55) seit gestern der Prozess gemacht wird.

Bei dem Mann, der den Sohn vergewaltigt haben soll, handelt es sich um einen Rintelner (34), der im Jahr 2010 als „Pornomann“ nahezu bundesweit bekannt geworden war. Elf Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verhängte das Gericht damals, weil der frühere Feuerwehrmann und Jugendbetreuer fünf Jungen in insgesamt 13 Fällen sexuell missbraucht hatte.

Zum Teil filmte er die Taten. Der Junge, dessen Vater jetzt vor Gericht steht, war eines der Opfer.

Auch der aktuelle Prozess führt in die Abgründe menschlicher Sexualität. Begonnen hat die Hauptverhandlung mit einer Art Geständnis, vom Angeklagten handschriftlich verfasst. Sinngemäß gibt der 55-Jährige darin zu, von dem Missbrauch in der Wohnung seines Bekannten gewusst zu haben. „Der macht Sachen mit mir wie Mann und Frau“, soll sein Sohn ihm erzählt haben.

„Ich wollte das nicht wahrhaben“, behauptet der Vater, der anfangs selbst eine sexuelle Beziehung mit dem anderen Mann gehabt haben will. Dieser sei damals sein einziger Freund gewesen. „Ich möchte mich bei meinem Sohn entschuldigen“, heißt es am Ende der Erklärung.

Passiert sein sollen die Taten zwischen Januar 2004 und März 2005. Zum Teil soll der Vater seinen Sohn überredet oder ihm gedroht, teils dem Jungen physische oder psychische Schmerzen zugefügt haben, wie es in der Anklage heißt. Bekommen hat der Rintelner demnach außer Geld auch Kleidung.

Nach der Einlassung des Angeklagten hat das Gericht am Mittwoch damit begonnen, die ersten Zeugen zu vernehmen. Darunter war eine Nachbarin, die einen Streit angehört hatte, bei dem der Junge gerufen haben soll: „Ich gehe da nicht mehr hin!“

Anschließend will die Frau mitbekommen haben, wie das Kind schrie: „Nicht schlagen! Bitte, bitte nicht schlagen!“ Am Vater ist der Nachbarin dessen „Kommandoton“ aufgefallen.

Der inhaftierte „Pornomann“ sagte gestern ebenfalls als Zeuge aus, machte aber überwiegend von seinem Recht Gebrauch, die Auskunft zu verweigern. Zeugen dürfen schweigen, wenn sie sich durch die Beantwortung bestimmter Fragen der Gefahr einer Strafverfolgung aussetzen würden. Möglicherweise droht dem 34-Jährigen eine weitere Anklage, weil es noch Taten gibt, für die er bisher nicht bestraft worden ist.

Zu Beginn der gestrigen Verhandlung hatten die Prozessbeteiligten ein Rechtsgespräch geführt. Ein Deal ist mit Oberstaatsanwalt Schmidt in diesem Fall jedoch nicht zu machen. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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Rinteln / Prozess

„Pornomann“ hat ihn einer der Jungen genannt: Zu elf Jahren Haft soll ein mutmaßlicher Kinderschänder aus Rinteln verurteilt werden. Dies hat zumindest Staatsanwalt Dr. Markus Schreiber vor dem Bückeburger Landgericht gefordert.

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