Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Verdacht auf Kindesmisshandlung: Freispruch

Rinteln / Prozess Verdacht auf Kindesmisshandlung: Freispruch

Rund vier Jahre nach den mutmaßlichen Übergriffen auf ein kleines Mädchen von damals drei Jahren bleibt der Fall unaufgeklärt: Amtsrichter Christian Rost hat jetzt eine 25-jährige Mutter vom Vorwurf der zweifachen Körperverletzung an ihrer Tochter freigesprochen.

Voriger Artikel
Bald wieder freie Fahrt für „RI“ und „STH“?
Nächster Artikel
„Dringender Handlungsbedarf“

Rinteln (maf). Laut Anklageschrift soll die Frau Ende 2006/Anfang 2007 ihre damals drei Jahre alte Tochter mit der Hand heftig gegen den gesamten Körper geschlagen haben, weil sie sich über das Verhalten des Kindes aufgeregt hatte. Dabei erlitt das Mädchen gemäß der Anklage Schmerzen und zahlreiche Hämatome. Auch im Herbst des Jahres 2008 soll es zu einer ähnlichen Misshandlung durch die Mutter gekommen sein.

Während des Prozesses gestaltete sich von Anfang an die Beweisaufnahme vor dem Amtsgericht schwierig. In einer ersten Verhandlung im März – damals noch ohne Zeugen – bestritt die dreifache Mutter, Urheberin der Übergriffe gewesen zu sein. Über ihren Verteidiger ließ sie erklären, dass die Verletzungen der Tochter von dem Vater ihrer drei Kinder herrührten, der zu jener Zeit ihr Lebenspartner war. Um diesen vor einer erneuten Verurteilung zu schützen, habe sie früher die massiven Verletzungen des Mädchens eingeräumt.

Auch in der jetzigen Neuauflage des Prozesses – diesmal mit Zeugen – untermauerte die Frau diese Einlassung. Demnach nahm die 25-Jährige die Schuld auf sich, weil sie Angst vor ihrem Ex-Freund hatte. Dieser wiederum sagte nun als Zeuge aus, er habe nie gesehen, dass die Frau das Kind geschlagen habe. Und er selbst habe es auch nie getan.

Das dreijährige Mädchen, das nach dem vorübergehenden Auszug der Mutter beim Vater lebte und auch in einen Kindergarten ging, hatte damals zweifellos Verletzungen. Bei einem Hausbesuch sprachen Pädagogen den Vater auf die blauen Flecken am Körper des Kindes an.

Ihnen wurde erklärt, dass diese aus einem Treppensturz resultierten. Bei dem Gespräch war auch die Mutter anwesend. Sie berichtete den Pädagogen, dass sie selbst Probleme habe und Antidepressiva benötige. Und: Sie sei auch mal ausgerastet und habe die Tochter geschlagen.

Inzwischen lebt die 25-Jährige in einem sozialtherapeutischen Zentrum, die Tochter in einer Pflegefamilie. Da die Anklagevorwürfe letztlich nicht bewiesen werden konnten, sprach Richter Rost die Frau frei. Er folgte damit den übereinstimmenden Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Die „Schlossklause“, die ehemalige Gaststätte an der Arensburg, fiel vermutlich Brandstiftung zum Opfer... mehr