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Verfahren im stillen Kämmerlein?

Diskussion um Windräder bei Rinteln Verfahren im stillen Kämmerlein?

Während der Landkreis das Thema Windenergieanlagen im Wesertal am liebsten schnell erledigt sehen würde, geben die Gegner keine Ruhe: Gegen die Bauvorbescheide für die beiden ersten Anlagen klagt nach wie vor Britta Rinne vom Gut Echtringhausen, gegen das vom Kreis vorgesehene Genehmigungsverfahren für alle drei Anlagen hat der Naturschutzbund (Nabu) Widerspruch eingelegt.

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Das Wohl des Seeadlers steht im Mittelpunkt der Diskussion um die Windradpläne im Wesertal.

Quelle: dpa

Von Stefan reineking Rinteln. Und das nicht ohne Grund: Der Landkreis hatte dem Nabu mitgeteilt, dass eine Beteiligung der Öffentlichkeit in dem Genehmigungsverfahren abgelehnt werde. So würden die Träger öffentlicher Belange, zu denen auch die anerkannten Naturschutzorganisationen gehören, bei diesem Verfahren außen vor bleiben und hätten auch kein Klagerecht. Dies, so der Rintelner Nabu-Chef Nick Büscher im Gespräch mit dieser Zeitung, sei nicht hinnehmbar, zumal die geplanten Großanlagen auf der Deckberger Weserseite erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Hohenroder Auenlandschaft hätten – nicht nur wegen der erhofften anwachsenden Seeadlerpopulation, sondern auch wegen des sich dort entwickelnden Gesamtgefüges.

 Der Seeadler aber ist und bleibt der Angelpunkt in der Geschichte: Allein seine Existenz und die im Bioplan-Gutachten sowie in der Stellungnahme des Landesbetriebs für Naturschutz (wir berichteten) beschriebene „signifikante Tötungsgefahr“ durch die Windkraftanlagen, zwingen nach Auffassung des Nabu zu einem öffentlichen Beteiligungsverfahren. Grundlage dafür seien der Windkrafterlass des Landes vom Dezember 2015 und der Leitfaden des Landes zur „Umsetzung des Artenschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen“. Darüber hinaus muss nach Auffassung des Nabu eine Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsprüfung nach dem Bundesnaturschutzgesetz durchgeführt werden, da der Seeadler eine streng geschützte Art sei.

 Zumindest, so Büscher, solle der Landkreis ein zweites Gutachten in Auftrag geben, das auch das Winterhalbjahr berücksichtigt und entsprechende Nachkartierungen über die Flugbewegungen des Seeadlers in dieser Jahreszeit enthalten müsste. Der Grund: Der Landesbetrieb für Naturschutz hat in seiner Stellungnahme darauf hingewiesen, dass der Seeadler in dieser Zeit bei der Nahrungssuche auch Äcker und Felder bestreicht und damit in die unmittelbare Nähe der Windräder kommen könnte.  SR

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