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Verfügung gegen Hauseigentümer

Wasser dringt in Wohnung Verfügung gegen Hauseigentümer

Die Zeiten des Hochwassers sind vorbei, doch es gibt mindestens einen Rintelner, der deswegen noch nicht aufatmet: Heinz-Jürgen Neitz will nun den Eigentümer seines Wohnhauses am Hessenweg in Deckbergen gerichtlich dazu zwingen, sich um das stete Wasserproblem in der Souterrain-Wohnung zu kümmern.

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Am Hessenweg in Deckbergen gibt es Ärger wegen eindringenden Wasser.

Quelle: Archiv

Deckbergen. Zuletzt hatte die Feuerwehr an Heiligabend anrücken müssen, um dem Wasser Herr zu werden, das aus einem Schacht im Hausflur immer wieder an die Oberfläche steigt und laut Neitz‘ in die Wohnung kommt. Das Ehepaar hatte einen Anwalt eingeschaltet.

 Am 15. Januar habe er eine einstweilige Verfügung am Amtsgericht beantragt, so Neitz. Dies sei auch per Fax an den Anwalt gegangen. Durch die Verfügung will der Rentner den Eigentümer nach eigener Aussage zwingen, sich dem Wasserproblem zu stellen und eine dauerhafte Lösung zu finden. Laut Beschlussschreiben des Amtsgerichts soll der Eigentümer auf eigene Kosten im Bodenauflauf des Souterrains eine funktionsfähige Tauchpumpe installieren, „die in der Lage ist, Wasser von dem Souterrain fernzuhalten“.

Keine Dauerlösung

Da kein Termin anberaumt worden sei, sei die Verfügung sofort zu vollstrecken, so Neitz. „Die Sachlage duldet nach dem Vorbringen des Antragstellers keinen Aufschub“, heißt es im Schreiben des Amtsgerichts. Dem Antragsteller sei nicht zuzumuten, wenn erst nach einer Anhörung des Gegners oder nach einer mündlichen Verhandlung über eine einstweilige Verfügung entschieden würde. Der Streitwert beträgt 2000 Euro.

 Die Pumpe soll aufsteigendes Oberflächenwasser von dem Schacht fernhalten, der nur wenige Meter von der Wohnungstür des Ehepaars entfernt liegt.

 An Heiligabend hatte die Feuerwehr provisorisch eine privat organisierte Tauchpumpe am Schacht installiert. Diese steht dort auch heute noch. Das kann aber natürlich keine Dauerlösung sein. Derzeit wird sie allerdings noch gebraucht: „Durch eine Zeitschaltuhr gesteuert, springt sie alle zwei Stunden an und pumpt das steigende Oberflächenwasser ab, sodass es nicht in Flur und Wohnung läuft“, erzählt Neitz.

 Lage verschlimmert

Wegen des Schnees und des Regens in der Adventszeit sei die Situation „richtig schlimm“ gewesen, so Neitz. Verschlimmert worden sei die Lage zudem dadurch, dass der Eigentümer den Bach verrohrt habe, der am Grundstück entlang fließt. Bislang floss das Wasser offen über das Grundstück. Das hatte in der Vergangenheit bei Starkregen regelmäßig dazu geführt, dass das Grundstück unter Wasser stand. Seit Sommer 2017 sei der Bach verrohrt, um dem Problem Herr zu werden. „Doch dies hat dazu geführt, dass nun das Oberflächenwasser steigt und Wasser in die Keller dringt“, so Neitz. Denn das Wasser könne nun nicht mehr über die Oberfläche abfließen.

 Noch hat der Rintelner nichts vom Hauseigentümer gehört, auch wenn dem die einstweilige Verfügung bereits seit über einer Woche vorliegen müsste. Das Ehepaar will die Situation nicht länger hinnehmen: „Eine neue, sogar behindertengerechte Wohnung in Rinteln steht schon in Aussicht.“ mld

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