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Vergewaltigung in Rintelner Notunterkunft

Zwei Jahre und sechs Monate Haft für 22-Jährigen Vergewaltigung in Rintelner Notunterkunft

Zwei Jahre und sechs Monate Haft hat das Bückeburger Landgericht am Freitag gegen einen Flüchtling aus Rinteln verhängt. Dreimal hatte der 22-Jährige seine Frau (21) nachts in einer Rintelner Notunterkunft vergewaltigt. Hinzu kommen vier Fälle von Körperverletzung. Die Frau hat laut Staatsanwalt André Lüth in einem „Klima der Angst“ vor ihrem Mann, dessen Schlägen und sexuellen Übergriffen gelebt.

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Rinteln/Bückeburg. Der Prozess markiert das vorläufige Ende eines Leidensweges, der vor etwa sechs Jahren im Heimatland des Opfers begonnen hat. Als Schulmädchen war die damals 15-Jährige zum ersten Mal von ihrem späteren Mann vergewaltigt worden, nachdem dieser Gefallen an der Jungfrau gefunden hatte und eines Tages vor der Tür stand, während sie allein zu Hause war. „Ihr erster sexueller Kontakt“, so Staatsanwalt Lüth, „war eine Vergewaltigung in der eigenen Küche.“

Die Familien sollen daraufhin beschlossen haben, dass die jungen Leute heiraten müssen. Für die Frau und ihre Angehörigen sei die Vergewaltigung nämlich „eine Ehrverletzung“ gewesen, wie deren Anwältin Elif Gencay-Drews erklärt. „Dies führt dazu, dass sie entweder umgebracht wird oder als Schadensersatz eine Eheschließung stattfindet.“
Um die erste Vergewaltigung, begangen im Jahr 2010, ging es vor dem Landgericht nur im Hintergrund. Dennoch: „Sie führte zur Zwangsheirat und zu allem Elend, das die junge Frau bisher erdulden musste“, so Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer. Als ihr Mann beschloss, als Asylbewerber in Deutschland ein neues Leben zu beginnen, ging die Frau trotz allem mit ihm. „Sie hatte Sorge um ihre Zukunft, wenn sie als verheiratete Frau allein zurückbleiben würde“, nennt Kütemeyer den Grund.

Im Prozess stand Aussage gegen Aussage. Gericht und Staatsanwalt glauben der Frau. Eine Tendenz, den Angeklagten übermäßig zu belasten, erkennt die Kammer bei ihr nicht. So war dem Mann ursprünglich noch eine vierte Vergewaltigung zur Last gelegt worden. Vor Gericht räumte die Frau jedoch ein, in diesem Fall „keinen Widerstand geleistet“ und „das Tun des Angeklagten einfach hingenommen“ zu haben.

Vor Gericht weinte der Mann immer wieder, besonders während der Urteilsverkündung. Lüth hält diese Tränen für einen Ausdruck von Selbstmitleid, den Angeklagten für „rücksichtslos und egoistisch“. Das Opfer leidet bis heute an Angst- und Schlafstörungen. Zu den Übergriffen war es im Januar und Februar 2016 gekommen, kurz nach der Ankunft in Rinteln.

Gegen das Urteil ist noch Revision möglich. Verteidiger Gunter Mücke hatte auf Freispruch plädiert. In seinem Schlussvortrag zählte er aus seiner Sicht eine Reihe von „Auffälligkeiten und Widersprüchen“ auf. Zum Beispiel hatte die Frau unterschiedliche Angaben darüber gemacht, in welcher Position es zu den Vergewaltigungen gekommen sein soll.

ly

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