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Verkauf schon wieder geplatzt

Käufer doch noch abgesprungen Verkauf schon wieder geplatzt

„Eigentlich sollte am 1. Juni der Kaufvertrag für die Jugendherberge unterzeichnet werden, alles war ausgehandelt“, schimpft Makler Hans-Dieter Würsig.

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Quelle: pr.

Rinteln. Rinteln. „Doch nach dem Gespräch mit der Stadt Rinteln in dieser Woche ist der Käufer doch noch abgesprungen. Jetzt fange ich wieder bei null an.“ So wie diesem Interessenten sei es schon mehreren gegangen, erklärt dagegen Baudezernentin Elena Kuhls. Die Stadt lege immer die gleichen Informationen vor. Und für das Objekt gebe es nun mal zahlreiche Nutzungsbeschränkungen.

Kuhls erläutert, wo der Hase im Pfeffer liegt: „Das Grundstück befindet sich komplett im Hochwasserschutzgebietsplan des Landes Niedersachsen. Was dort heute nicht versiegelt ist, muss es bleiben. Einen Balkon auf Stelzen oder einen Carport zu bauen, wäre aber möglich. Es darf nur keine Verdrängung von Hochwasser stattfinden.“

Hinzu kommt, dass das Grundstück im Außenbereich liegt und es dort keinen Bebauungsplan gibt. „Wir haben nur eine Festsetzung im Flächennutzungsplan, und die bezieht sich auf Nutzung mit sozialer Ausrichtung. Der Begriff ist aber auslegungsfähig, allerdings nicht bis hin zu einem Bürogebäude. Bei den bisher Anfragenden scheiterte es entweder an der Finanzierung, an der sozialen Ausrichtung oder am Hochwasserproblem.“

Würsig beklagt sich, dass das Hochwasserproblem zu drastisch geschildert worden sei: „Ich habe dem Investor auch die Hochwasserschutzpläne vorgelegt. Und der letzte Hausmeister erklärte mir, dort sei seit Jahrzehnten kein Wasser mehr im Keller gewesen. Der Landkreis hat zudem großzügigere bauliche Ergänzungen für möglich erklärt.“

Bernd Hugo, Leiter der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis, lässt sich aber nicht mit der Stadt auseinanderdividieren: „Wenn der Bestand nicht wesentlich verändert wird, könnte ich mir zwar eine Ausnahmegenehmigung vorstellen, aber darauf gibt es keinen Rechtsanspruch.“ Ein Umbau müsse in jedem Fall hochwasserangepasst sein. „Im Außenbereich gibt es sonst bei privilegierten Vorhaben Ausnahmen, aber eine Büronutzung gehört sicher nicht dazu. Das kann man auch nicht mit einem Bebauungsplan ändern, denn im Hochwasserschutzgebiet dürfen keine Baugebiete ausgewiesen werden. Hier hat die Stadt die Planungshoheit.“

Zu den Erfahrungen des Hausmeisters bemerkt Hugo: „Wir hatten zuletzt 1995 nur ein Hochwasser HQ 20, also mit einem Maximalpegel im 20-Jahres-Schnitt. Und selbst da war die Zufahrt zur Jugendherberge schon unter Wasser. Die Hochwasserschutzpläne sind aber auf die Maximalstände in 100 Jahren ausgerichtet, und so etwas hatten wir in Rinteln zuletzt 1946 mit einem Pegelstand von 7,20 Metern. Dann ist allerdings nicht nur die Zufahrt überschwemmt.“

Wie geht es nun weiter? Würsig wird seine Verkaufsbemühungen fortsetzen, demnächst will er sogar um Bauamt vorsprechen, um die Informationen für potenzielle Investoren noch genauer abzustimmen.

Auf einen Interessenten kann der Makler jedenfalls nicht mehr zählen. Die Rintelner Ortsgruppe im Naturschutzbund (Nabu), vor zwei Jahren mal im Gespräch für naturschutzpädagogische Angebote mit Unterkünften für Seminar- und Tagungsteilnehmer, will auf keinen Fall als Investor auftreten. Ortsgruppen-Chef Nick Büscher sagt, warum: „Der Nabu hat in Bremervörde zwar eine ehemalige Jugendherberge mit dieser Zielsetzung übernommen, aber dort tragen Stadt und Landkreis das Defizit.

In Rinteln würden wir zwar gerne pädagogische Angebote einbringen, aber höchstens Räume dafür mieten. Es müsste ein Projektträger mit Geld her, dessen Partner wir sein könnten. Die Nutzung für Schulklassen ist aber schwer, schon wegen des Drucks durch das G8-Abitur und den Klassenfahrtenboykott in Niedersachsen.“

Die Stadt besitzt übrigens ein Vorkaufsrecht für die Jugendherberge, will davon aber keinen Gebrauch machen. dil

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