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Verschont bleibt kaum jemand

Rintelner Geschäfte leiden unter Dieben Verschont bleibt kaum jemand

Von Ladendiebstählen in ihrem Spielzeuggeschäft am Marktplatz kann Silvia Bräuer auf Anhieb ganze Geschichten erzählen. Es sind durchaus bedrückende Geschichten.

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Ein Dieb steckt sich Spielzeug unter die Jacke.

Quelle: pr.

Rinteln. „Ich habe schon mehrmals Kinder beim Stehlen erwischt“, sagt sie, „Kinder, deren Familien ich ja kenne. Die Situation, die dann entsteht, ist immer schrecklich unangenehm. Nicht nur für den Dieb, auch für mich.“

 Ein typischer Verlauf: Erst versucht das Kind, sich herauszureden. Dann bittet es darum, bloß den Eltern nichts zu sagen. „Aber natürlich rufe ich die Eltern an“, sagt Bräuer. „Daran führt ja nun kein Weg vorbei.“ Das Kind muss dann im Geschäft warten, bis die Mutter oder der Vater kommt. „Ach, ich habe schon erlebt, dass es dann mitten im Laden zum großen Ausschimpfen kommt.“

 Wenn Eltern einen Diebstahl einfach nicht wahrhaben wollen und ihr Kind verteidigen, mache es die Sache auch nicht leichter. „Am liebsten wäre mir, wenn schon, dass der kleine Dieb sich später anständig bei mir entschuldigt. Dann könnte man sich wieder in die Augen sehen. Aber das kommt leider nur ganz selten vor.“

 Eine Umfrage in Rintelns Innenstadtgeschäften ergab, wenig überraschend, dass so gut wie niemand von Ladendiebstählen verschont bleibt. „Ein bisschen Schwund ist immer“, dieser Satz fällt mehrmals bei den entsprechenden Gesprächen. Ob in der Modeboutique oder im Schuhgeschäft, ob im Schreibwarenladen, im Reformhaus oder im Buchladen – ein Teil der bundesweit jährlich etwa 26 Millionen Ladendiebstähle findet eben auch in Rintelns Läden statt. Und während Discounter oder Ladenketten Kameras installieren, Detektive engagieren und in ihren Büros Formulare für eine standardisierte Strafanzeige bereitliegen, fühlt sich so mancher Inhaber eines kleineren Geschäftes praktisch wehrlos.

 „Wir melden jeden Ladendiebstahl der Polizei“, sagt die Angestellte eines Modegeschäftes am Marktplatz. „Das Problem ist nur: Man erwischt die Diebe ja nicht.“ Sie jedenfalls würde nicht hinter einem fliehenden Dieb her rennen, sie hätte da schlichtweg Angst. „Und die Leute lügen ja auch, was soll man da machen?“

 Ursula Kreth, Inhaberin des Schuhhauses Kreth an der Klosterstraße, weiß, dass ab und zu bei ihr gestohlen wird, zum Beispiel die Handtaschen am Straßenständer. Aber direkt beobachten konnte sie es noch nie. Auch im Schreibwarengeschäft „König“ verschwinden auf geheimnisvolle Weise immer wieder kleinere Deko-Artikel. Nur einmal, vor Jahren, konnte eine Kundin an die Polizei übergeben werden, eine eher peinliche Situation, denn man kennt sich ja in einer Kleinstadt wie Rinteln.

 In Sabine Korfs Reformhaus sind die Kosmetik- und Parfümtester recht beliebt bei Dieben, und auch im Bioladen „Querbeet“ lassen Leute das eine oder andere mitgehen. Vor einiger Zeit wurde ein Pärchen um ein Haar auf frischer Tat ertappt. Die beiden hatten nach einem eher teuren Produkt gefragt und gingen dann aber wieder. Mit ihnen verschwand das Produkt. „Ich konnte die beiden noch in der Ferne sehen“, erzählt Mitarbeiter Kai Jürgens.

 Das Geschenkartikelgeschäft „Unikum“ ist besonders häufig von Ladendiebstahl betroffen, sowohl im Laden selbst als auch an den Straßenständern mit den Tüchern, Tassen und Postkarten. Die Inhaberin des benachbarten Modegeschäftes hat sich sogar schon mal eine Verfolgungsjagd mit dreisten Dieben geliefert. Doch alles in allem heißt es auch im „Unikum“: „Ein bisschen Schwund ist immer.“ cok

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