Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Versprochen – gebrochen?

Alles rund um die Vorsätze für das neue Jahr Versprochen – gebrochen?

Das Jahr 2015 ist noch jung, doch so manch einer hat sie schon wieder verworfen: die guten Vorsätze, die das bisherige Leben ab der Silvesternacht von Grund auf verändern sollten. Dabei sind einstige Ziele in den ersten Kalenderwochen oft schon wieder Vergangenheit. Die Zigarette zum morgendlichen Kaffee mag da, genauso wie das Feierabendbier oder der Schokoriegel, vom anfänglich erklärten Verbot wieder zu einem unverzichtbaren Lebensbestandteil geworden sein. Und auch der Drang zu mehr körperlicher Betätigung lässt mit der Zeit des Öfteren nach.

Voriger Artikel
Pfarrer mit Hang zu Reisen und Regionalgeschichte
Nächster Artikel
Großeinsatz: Frau in der Weser vermisst

Ihren Tabakkonsum wollen viele Menschen mit Beginn des neuen Jahres einschränken.

Quelle: dpa

Rinteln. Von Sabrina Kleinertz 

„Wir merken auf jeden Fall, dass der Andrang am Jahresanfang stärker ist“, meint Horst Polder, der das Fitnessstudio „Impuls Sport Aktiv“ in Rinteln leitet. „Mit dem Gedanken, im neuen Jahr mehr Sport zu betreiben, spielen viele oft schon mehrere Monate im Voraus, aber es gibt auch Leute, die sich im Januar eher kurzfristig dazu entscheiden“, berichtet er.

 So verwundert es auch nicht, dass der Wunsch nach mehr sportlicher Betätigung alle Jahre wieder in den Top 10 der guten Vorsätze landet. „Den Entschluss zu mehr Bewegung und einer gesünderen Ernährung fassen viele mit dem Gedanken, dass es ihnen selbst gut tut“, so Polder. „Es kommt aber auch durchaus vor, dass beispielsweise ein Lebenspartner eher zwangsweise als aus eigenen Stücken seinen Partner begleitet.“

 Um gute Vorsätze in sportlicher Hinsicht erfolgreich umzusetzen, sei es wichtig, so der Geschäftsführer, eine Sportart zu wählen, die einem selbst Spaß macht. Dann würde sich auch häufig im Fitnessstudio ein Trainingspartner mit den gleichen Zielen und Interessen finden, mit dem man sich gegenseitig motivieren könne, erklärt er weiter. „Dieser Neujahresaufschwung tut nicht nur den Neueinsteigern, sondern auch den anderen Mitgliedern gut. Das ist dann für alle Beteiligten eine tolle Motivation.“ Doch wie bei allen guten Vorsätzen gibt es gelegentlich auch schlechte Phasen. „Dabei ist es im Allgemeinen wichtig, Unterstützung aus dem näheren Umfeld zu bekommen“, betont Polder. „Der Vorsatz kann beispielsweise als eine Art Familienprojekt erfolgreich umgesetzt werden. Wer es alleine versucht, bekommt aber in jedem Fall Hilfe von unseren Trainern. Wenn man immer nur für den kommenden Monat mit realistischen Zielen plant und alle wichtigen Informationen bekommt, hat man gute Voraussetzungen, sein Ziel auch zu erreichen.“

 Laut Polder würden die guten Vorsätze dann nach vier bis sechs Wochen mit je zwei oder drei Trainingeinheiten pro Woche zur Gewohnheit werden. „Wer sich selbstständig und in gesunden Maßen mit seinem sportlichen Neujahresvorsatz befasst, hat gute Chancen, in diesem Jahr erfolgreich zu sein“, so der Studio-Geschäftsführer. In Zahlen ausgedrückt seien das dann etwa sechzig Prozent der Neuanmeldungen.

 Doch die Frage, woran gute Vorsätze dennoch das eine oder andere Mal scheitern, bleibt. Brita Bagatsch, die als Psychologin in der Burghof-Klinik in Rinteln arbeitet, beantwortet diese Frage so: „Meistens nehmen sich die Leute zu viel vor. Dazu kommt dann, dass die gesetzten Ziele oft zu unkonkret sind. “ Man müsse, so erklärt sie es weiter, am besten wenige Ziele setzten, diese aber gut durchdenken. „Es kann helfen, sich selbst zu fragen, was man machen will und wie man es umsetzen möchte“, sagt die Psychologin. Am Beispiel Sport erläutert sie es so: „Wenn man sich vornimmt, mehr Sport zu machen, sollte man sich zuerst eine Sportart aussuchen, die einem persönlich auch Spaß macht. Danach ist es wichtig, sich realistische Ziele zu setzten.“ Man könne von sich selbst nicht erwarten, jeden Tag zum Sport zu gehen und dabei schon im ersten Monat zehn Kilogramm abzunehmen. „Viel wichtiger ist es, mit einem wirklichen Wunsch nach Veränderungen in eine konkrete Planungsphase zu gehen“, sagt Bagatsch. Wenn es diese grundlegenden Regeln nicht gäbe, führt sie weiter aus, kommt es häufig zum Misserfolg.

 Aber auch dann kann man seine Ziele mit der sogenannten „Smart“-Regel immer noch korrigieren, wobei jeder Buchstabe für eine Leitidee steht:

S für spezifisches Ziel: „Man sollte sich über einen ausführlichen Plan Gedanken machen“, sagt Bagatsch.

M für messbare Ziele: Ziele müssen laut Psychologin messbar sein, indem man sich beispielsweise auf die Waage stellt oder im Kalender die Tage abstreicht.

A wie attraktiv: Des Weiteren sollte das Ziel attraktiv und somit positiv sein. „Anstatt auf Zigaretten verzichten zu wollen, sollte man sich besser eine bildhafte Vorstellung davon machen, wie sich der Verzicht angenehm auf das eigene Leben auswirken kann.“

R wie realistisch: Man könne sich gut am Motto „Weniger ist mehr“ orientieren, um ein Ziel realistisch zu gestalten. „Denn je konkreter ein Ziel ist, desto realistischer ist die Chance, den Vorsatz auch durchzuhalten“, meint Bagatsch.

T wie Terminierbarkeit: Als Letztes sei die Terminierbarkeit ein wichtiger Faktor. „Dabei besagt eine Grundregel, dass die Umsetzung eines Vorsatzes innerhalb der ersten 48 Stunden begonnen werden sollte.“

 Doch viele Menschen fragen sich auch, wann der beste Zeitpunkt im Jahr ist, um mit guten Vorsätzen zu starten. „Im Endeffekt muss man sich darüber klar werden, dass man jederzeit neu anfangen kann“, so die Psychologin, „aber der Jahresanfang hat im Hinblick auf gute Vorsätze natürlich mehrere Vorteile.“ So sei die Stimmung der Jahresendzeit mit der Silvesternacht endgültig überwunden. Denn viele Menschen würden ab November dazu neigen, alles vorerst zu verschieben. „Die gemütlichen Feiertage bewegen Leute oft dazu, im neuen Jahr wieder etwas zu verändern. Und auch der noch unbeschriebene Kalender zeigt einen Neuangang im Leben auf“, so Bagatsch. „In Verbindung mit der Euphorie des neuen Jahres ist das für die meisten Menschen der Startschuss zur Veränderung.“

Als Ergänzung zur terminalen Bindung sei darüber hinaus auch das alltägliche Lebensumfeld von großer Bedeutung, um Vorsätze zu Gewohnheiten zu machen. „Es kann sich nur positiv auf die Motivation auswirken, mit Vertrauten über seine Pläne zu sprechen“, erzählt die Psychologin und fährt fort: „Durch die Verbindlichkeit, die entsteht, wenn man jemanden in sein Vorhaben mit einbeziehe, steigt parallel auch die Erfolgswahrscheinlichkeit.“ Nach ihren Schätzungen schafft es die Hälfte aller Menschen, die mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten. „Man kann sagen, dass der erste Monat der schwierigste ist. Wenn man den erfolgreich überstanden hat, sind die Chancen gut, dass man auch weiterhin an seinem Ziel arbeiten wird.“ Dann sei es auch sinnvoll, sich entsprechend seiner Anstrengungen zu belohnen. „So sind wir alle erzogen worden. Wenn wir etwas nicht so Schönes erfolgreich hinter uns gebracht haben, können wir uns etwas gönnen“, meint die Expertin.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg