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Versuchter Betrug bei Verkehrsunfall

Rinteln / Prozess Versuchter Betrug bei Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall in der Innenstadt ist ein 27-jähriger Rintelner wegen versuchten Betruges zu einer hohen Geldstrafe von 2000 Euro (50 Tagessätze zu 40 Euro) verurteilt worden. Um eine Höherstufung zu vermeiden, hatte der Mann bei seiner Versicherung angegeben, ein nachfolgender VW sei in sein stehendes Auto gefahren, als er rückwärts einparken wollte.

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Rinteln (maf). Tatsächlich war jedoch der Angeklagte nach Auffassung des Gerichts beim Einparken auf den VW aufgefahren.

Im August 2010 wollte der 27-Jährige einen Kunden besuchen und fuhr auf der Suche nach einem Parkplatz mit niedriger Geschwindigkeit die Bäckerstraße entlang. Erst ganz am Ende der Straße sah er plötzlich einen freien Platz. Er blinkte, will dann einen Schlenker nach rechts über die abgesenkte Bordsteinkante gemacht haben, um den Parkplatz noch zu erreichen. Hinter ihm befand sich schon eine ganze Zeit ein ebenfalls langsam fahrender VW. Nach Einlassung des Angeklagten fuhr der VW dann in sein noch stehendes Auto.

Ganz anders schilderte der 52-Jährige VW-Fahrer die Kollision. Danach wollte der junge Mann nach links abbiegen und hatte auch geblinkt. „Plötzlich fuhr er aber zurück“, erinnerte sich der 52-Jährige. Der VW-Fahrer hupte, aber es nutzte nichts, schon krachte es. Bei dem Streifanstoß entstanden Verschrammungen an beiden Autos.

Gegenüber der Polizei und noch am Unfalltag gegenüber seiner Versicherung behauptete der Rintelner, der VW sei auf seinen Wagen aufgefahren. Zunächst unterblieb eine Schadensregulierung, inzwischen hat die Versicherung des Angeklagten aber den Schaden am VW übernommen und den Rintelner hochgestuft.

„Ihre eigene Versicherung glaubt Ihnen nicht“, wandte sich Anklagevertreter Günter Wilkening an den 27-Jährigen. Und auch Richter Christian Rost monierte: „Die ganze Einlassung des Angeklagten stimmt hinten und vorne nicht.“ Während die Verteidigung auf Freispruch plädierte, folgte Rost vollständig Wilkenings Antrag.

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