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Vom Ballermann bis in den Kuhstall

„Karneval der Herzen“ Vom Ballermann bis in den Kuhstall

Der Rintelner Carnevals-Verein setzt immer mehr auf Party als auf Sitzung – und ein Schuss Ballermann zum Heben der Tanzbereitschaft hat am Sonnabend besonders die Frauen in Bewegung gebracht.

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Das RCV-Männerballett tanzt als Liebesengel.

Quelle: tol

Rinteln. Kein Wunder, dass das auch den zweiten neuen Trend befeuert: Mehr Gleichberechtigung – und Fürstin Helga von Schaumburg rief sogar den Wunsch in den Saal: „Frauen in den Elferrat!“ Ehrenpräsident Friedrich-Wilhelm Hoppe sorgte sich um die letzte exklusive Männerbastion, die zum Elfenrat mutieren könnte, und rief zurück: „Hier müssen Männer ja schon beschützt werden.“

 Frauen auf dem Vormarsch – beim Prinzenpaar Lea I. und Daniel I. vom Oldendorfer Carnevals-Club (OCC) war die Gleichberechtigung sichtbar, beim Hamelner Dreigestirn wird Jungfrau Bernardette dagegen noch traditionell von einem Mann gespielt. In Rinteln sind Fürst und Kanzler erstmals weiblich besetzt. Das Hamelner Dreigestirn erkannte wohl seinen Rückstand und verteilte Rosen an die Frauen. Danach hatten mit der Gardetanzgruppe des OCC zwar auch gleich Frauen die Bühne in der Hand – aber auf traditionelle Art als schöner Anblick.

 Als das Wolfgang-Petry-Double Jürgen Schneider aus Köln dann „Der Himmel brennt“ und „Weiß der Geier“ anstimmte, stürmten weit überwiegend Frauen auf die Tanzfläche, nur zaghaft folgten Männer. „Hölle, Hölle, Hölle“ grölte aber der ganze Saal mit. Die „Ladykracher“ aus Hessisch Oldendorf in Fliegerstaffel schwebten danach „Über den Wolken“ und tanzten bis zur Zugabe „Flieger grüß mir die Sonne“ eine (immerhin weiblich angehauchte) Männerrolle.

 Erst mit dem Nachtwächter Hans-Hermann Stöckl dominierte wieder die althergebrachte Männlichkeit mit einem kritischen Streifzug durch Welt- und Lokalpolitik (siehe unten).

 Der Auftritt des RCV-Männerballetts sorgte noch vor der Pause für den Geschlechterproporz, aber mit sehr weiblicher Note: Als Liebesengel in kurzen Hemdchen und mit Amorpfeilen ausgestattet schwebten die „Klosterelfen“ zu „All You need is love“ und „Love is in the air“ über die Bühne, wünschten sich mit den Frauen im Publikum die „Time of my life“. So war der Boden bereitet für die erste harmonische Tanzpause zur flotten Musik der Rio-Band.

 Zu vorgerückter Stunde ging es derber zur Sache: Bauer Piepenbrink zog Männer und Frauen sowie das Leben auf dem Lande und im Kuhstall durch den Kakao. So erklärte er den Unterschied zwischen einer Handgranate und einer Ehefrau: „Zieht man den Ring ab, ist gleich das ganze Haus mit weg.“

 Der „Karneval der Herzen 2015“ zwischen Tradition und Zukunft, ein weiterer Schritt nach vorn ist gemacht. Nur muss das Publikum auch folgen. Der Kartenverkauf blieb hinter den Erwartungen zurück. dil

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