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Von Denkfabrik bis Waschsalon

Nachnutzung des Kollegienplatzes Von Denkfabrik bis Waschsalon

Eine Expertenrunde hat am Donnerstagabend die Bürger im Brückentorsaal erwartet, die sich auf Einladung der Stadtverwaltung über die Pläne für die Nachnutzung des Kollegienplatzes haben informieren wollen. Diese ist möglich, sobald die Hildburgschule in den geplanten Neubau an der Burgfeldsweide umgezogen ist.

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Rund 50 Rintelner Bürger hören sich im Brückentorsaal bei der ersten Informationsveranstaltung über die Nachnutzung des Kollegienplatzes, moderiert von Sybille Lieske (rechts), die Ideen der Experten an.

Quelle: wm

RINTELN.  Zu der Runde – moderiert von Sybille Lieske von der Stadt Rinteln – gehörten unter anderen Vertreter der Verwaltung und vom Sanierungsträger BauBeCon, der seit 1997 Projekte in der Stadt begleitet, sowie Uwe Mantik von der CIMA, dem Institut für Regionalwissenschaft, das 2013 das Einzelhandelsgutachten für Rinteln erstellt hat. Viel Neues hörten die rund 50 anwesenden Bürger von den Fachleuten jedoch nicht. Zumindest nichts, was sie nicht schon in den vergangenen Monaten in unserer Zeitung oder auf der Homepage der Stadt Rinteln hätten lesen können.

Bekenntnis für mehr Einzelhandel

 Zwei Überraschungen gab es dann aber doch: Mantik stellte fest, dass Denkmalschutz und Einzelhandel grundsätzlich kompatibel seien. Denkmalschutz sei keineswegs ein Hinderungsgrund für eine bestimmte Nutzung, betonte Mantik und zeigte das an Beispielen aus anderen Städten: „Alles ist möglich.“ Es komme nur darauf an, wie man es umsetze. Und Mantik blieb bei seinem Bekenntnis für mehr Einzelhandel. Rinteln brauche eine 800 Quadratmeter große Verkaufsfläche in der Innenstadt. Aber letztlich sei das „die Entscheidung der Bürger und des Rates“.

 Beifall erhielt eine Diskussionsteilnehmerin, die feststellte: Am Kollegienplatz muss etwas geschaffen werden, „was Neubürger in die Stadt zieht“. Nur was das sein könnte, ließ sie offen. CDU-Ratsherr Kay Steding machte deutlich, was er für einen Webfehler des Projektes halte: Informationsveranstaltung wie die folgenden Workshops klammerten aus, dass der Rat beschlossen hat, auch die Areale der Grundschule Süd und der Schule am Ostertor in die Planung mit einzubeziehen. Dadurch hängt alles mit allem zusammen. So machen beispielsweise Wohnungen am Kollegienplatz keinen Sinn, wenn auch welche am Ostertor oder der Schulstraße entstehen sollen.

Frage nach der Wirtschaftlichkeit

 Und dann ist da noch die Frage der Wirtschaftlichkeit. Stadtjurist Joachim Steinbeck gab sich zwar optimistisch, dass am Kollegienplatz alle Projekte möglich seien. Doch seine Miene ließ offen, ob er tatsächlich selbst daran glaubt. Offen ist auch der Zeitplan: Dieser hängt nämlich davon ab, wann die Hildburgschule letztlich umziehen kann.

 Die Bürger, die auf der Plattform der Stadt Rinteln zum Thema Kollegienplatz posteten, waren da schon kreativer. Die Plattform hat übrigens Volker Vorwerk von der Firma „Bürgerwissen“ eingerichtet. Hier einige Nachnutzungen, die sich Bürger für den Kollegienplatz vorstellen können: bezahlbare Wohnungen, Kindergarten, Krippe, Hort, Tagespflegeinrichtung, Mehrgenerationenhaus, „Coworking Space“, Mietbüros, Kino, Cafés, Seniorentreff, Hotel, Spielplatz, Waschsalon, Streetball-Anlage, Denkfabrik, Fitnessstudio. „Coworking Space“ fanden gleich mehrere Bürger gut. Das ist ein Ort mit offenen Arbeitsplätzen, Sitzgelegenheiten und einer guten Internetanbindung, die sowohl gemeinsames Arbeiten möglich macht, als auch ruhige Ecken für Einzelpersonen bietet. In eine ähnliche Richtung denken Bürger, die sich ein Gemeinschaftszentrum für Gruppen und Vereine wünschen, ein Jugendzentrum oder eine „Denkfabrik“ für junge Leute, die ohne kommerziellen Druck neue Ideen testen wollen.

Sport und Spiel

 Dass sich Gerhard Helmhold von den Grünen gegen einen Supermarkt ausspricht, überrascht nicht. Er schrieb: „Das letzte stadtnahe städtebauliche Filetstück sollte keinesfalls einem Investor zum Fraß vorgeworfen werden.“ Viele andere halten dagegen einen Supermarkt, einen Vollsortimenter, der auch für junge Leute attraktiv ist, für eine gute Idee. Eine dritte Gruppe träumt von „vielen Sitzplätzen zum Rumhängen“. Von Platz für Sport und Spiel, einem Basketballfeld, Gymnastikgeräten und Kinderspielplatz, einer Schlittschuhbahn im Winter, Flohmärkten im Sommer. Nick Büscher schlägt vor, die Nabu-Geschäftsstelle von der Nordstadt in den Pavillon zu verlagern. Dort könnte man feste Öffnungszeiten für eine Bürgerinformation zu Natur- und Umweltschutzfragen und einen Nabu-Shop einrichten.

 Weiter geht es mit Workshops zum Thema am 17. August und 26. September. Beide finden ab 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses statt. Auf der Homepage der Stadt kann man unter „Rinteln mitgestalten“ Ideen posten und die Posts auch kommentieren.  wm

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