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Vorstoß begrüßt

Gesetz gegen Gaffer Vorstoß begrüßt

Klaffende Wunden, herausragende Knochen, Blutspritzer am Boden, zerstörte Autos: Was für die meisten Menschen ein grausiger Gedanke ist, übt auf andere offenbar eine enorme Faszination aus.

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Auch bei Unfällen auf Schaumburger Autobahn-Abschnitten wird gegafft.

Quelle: tol

Rinteln. „Das ist doch irgendwie krankhaft“, versucht Ortsbrandmeister Thomas Blaue, in Worte zu fassen, was er nicht nachvollziehen kann. „Wir Rettungskräfte müssen uns das ansehen. Wir erfreuen uns daran nicht. Aber für andere kommt das Gaffen noch vor dem Helfen.“ Er unterstütze daher den Gesetzesvorschlag von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) vollkommen. Doch so gravierend wie in anderen Städten sei die Situation in Schaumburg glücklicherweise nicht, bestätigen auch DRK und Polizei auf Anfrage.

"Warum muss das auf Facebook?"

Und dennoch: Auch im Weserbergland müssen Feuerwehr und Rettungskräfte Passanten und eigens herbeigeeilte Schaulustige davon abhalten, mit ihrem Handy Fotos oder Videos zu machen. „Immer wenn wir im Einsatz sind, ist irgendjemandem Leid geschehen. Warum muss das auf Facebook?“, fragt sich der Ortsbrandmeister. Dass Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit konkret gehindert würden, sei glücklicherweise bislang nicht der Fall gewesen. Dennoch habe man gerade in den ersten Minuten bei einem Einsatz so viel zu tun, dass man eigentlich keine Zeit habe, Schaulustige zu verscheuchen.

Besonders gravierend sei die Situation auf der Autobahn. „Woher kommt denn immer der Stau auf der Gegenfahrbahn?“, fragt Blaue entrüstet. „Natürlich von den Gaffern, die langsamer fahren und im besten Fall auch noch Fotos machen wollen.“ Er begrüße den Vorstoß der Landesregierung vorbehaltlos und ist sich sicher: „Wenn es dieses Gesetz gibt, und ich bekomme solche Fälle mit, dann zeige ich das rigoros an.“ Er hoffe aber, dass schon das Gesetz abschrecken werde.

Rintelns Polizeichef Wilfried Korte kennt zwar die Problematik, konkrete Probleme in seiner Zuständigkeit seien ihm aber momentan nicht bekannt. Auch er verweist allerdings auf die Situation auf den Autobahnen und die dafür zuständige Autobahnpolizei, die allerdings heute für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war.

"Wir brauchen dieses Gesetz"

Für den DRK-Geschäftsführer Bernd Gerberding ist „das eigentlich kein Schaumburger Problem“. Auch eine kurze Nachfrage bei seinen Wachen hätte nicht ergeben, dass man nennenswerte Probleme mit Behinderungen durch Gaffer habe. Doch er höre ja auch die Geschichten von Kollegen aus den Großstädten. Daher sei für ihn persönlich klar: „Wir brauchen dieses Gesetz.“ Auch wenn es – hoffentlich – in Schaumburg nicht allzu oft eingesetzt werde. jak

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