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Neue Schule Wahlfreiheit ermöglichen

Zuerst kam das Thema in der Diskussion rund um die Zukunft des Grundschulstandortes Steinbergen auf: Könnte dort eine Schule weiterhin existieren, womöglich in privater Trägerschaft? Außer über die Trägerschaft wurde auch immer wieder über eine alternative Schulform nachgedacht.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Rinteln. Im Juni organisierte die Rintelner Fraktion der Grünen einen Info-Abend, und die Resonanz war laut Fraktionschef Christoph Ochs größer als gedacht.

Nun will die Fraktion Nägel mit Köpfen machen: Sie hat einen Antrag an den Rat der Stadt gestellt, die Verwaltung damit zu beauftragen, eine Montessori-Grundschule zu ermöglichen.

Dabei sei „vorrangig zu prüfen“, inwieweit die Stadt selbst als Träger einer solchen Schule fungieren könne, welche Standorte in Frage kämen und ob bestehende Grundschulen ein solches Reformangebot als Schulzweig oder als Komplettumstellung anbieten könnten, heißt es im Antrag.

Dem „Elternwunsch nach einer Beschulung von Grundschulkindern im Rahmen der Montessori-Pädagogik“ solle „Rechnung getragen“ werden. In der Stadt bestehe offenbar Bedarf für eine solche Einrichtung – eine Elterninitiative hat sich gegründet, und für über 45 Kinder bestehe Interesse. „Mit einem solchen Angebot würde die Stadt für junge Familien zusätzliche Attraktivität gewinnen und jungen Eltern Wahlfreiheit ermöglichen.“

Unzufrieden mit Rintelner Bildungsangebot

Das Interesse an alternativen, reformpädagogischen Schulkonzepten bestehe „schon länger“, was auch die Tatsache zeige, „dass bereits seit vielen Jahren täglich Kinder aus Rinteln nach Minden zur Freien Waldorfschule pendeln, da die Familien mit dem Bildungsangebot in Rinteln nicht zufrieden sind“. Die Stadt als Schulträger solle diesem Bedarf Rechnung tragen, heißt es im Antrag weiter.

Allgemein sei in Deutschland eine starke Zunahme von Montessori-Schulen zu beobachten – „wobei sich die meisten leider in privater Trägerschaft befinden“. Das heißt: Die Familien müssen Schulgeld bezahlen und häufig mitarbeiten, zudem sei ein Darlehen zu gewähren und eine Bürgschaft zu leisten, damit die Schule betrieben werden könne. Dies sorge dafür, dass die Kinder aus einem eher homogenen Teil der Bevölkerung stammten. Dies sei „aus grundsätzlichen sozialpolitischen Überlegungen abzulehnen“.

In Städten wie Stade und Meppen gebe es dagegen Montessori-Grundschulen in kommunaler Trägerschaft. „Die Erfahrungen zeigen, dass diese Schulen sehr gut angenommen werden und die Kosten für die Unterhaltung vergleichbar mit denen der anderen Grundschulen sind“, so die Grünen.

Keine Bedrohung für andere Grundschulen

Eine Montessori-Schule solle auch nicht als Standortbedrohung für die anderen Grundschulen wahrgenommen werden“. Darum sei es „wichtig, bestehende Grundschulen in den Entstehungsprozess einzubinden“.

„Wir sind als Schulträger nicht für die Pädagogik zuständig“, sagt Schulamtsleiter Hans-Georg Dlugosch auf Nachfrage. Das sei Aufgabe des Landes – also könne ein solcher Antrag nur über die Leitung einer Schule realisiert werden. Die Stadt könne zwar den Wunsch nach einer Montessori-Schule gegenüber der Landesschulbehörde äußern – doch letztlich entscheide das Kultusministerium. mld

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