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Wann fängt man mit Computern an?

Grundschulen digital ausgestattet Wann fängt man mit Computern an?

Vor allem Kinder können doch heutzutage spielend mit Computern umgehen? Ein Trugschluss offenbar. Der Studie „International Computer- and Information Literacy Study“ (ICILS) zufolge liegen Achtklässler in Deutschland im internationalen Vergleich von Computerkompetenzen nur im Mittelfeld.

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Die Viertklässler Lukas (rechts) und Tim finden es toll, im Unterricht mit dem Computer zu arbeiten.

Quelle: pk

Rinteln. Überdies würden die neuen Medien im Unterricht viel zu selten genutzt. Dabei seien gute Computerkenntnisse inzwischen von großer Bedeutung für die Berufschancen junger Menschen. Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wünscht sich laut Pressemitteilung infolgedessen von den Ländern Impulse, „damit es an den Schulen zu dringend notwendigen Veränderungen und Verbesserungen kommt“.

In Rinteln sind alle Grundschulen inzwischen nahezu komplett mit sogenannten interaktiven Whiteboards ausgestattet, elektronischen Tafeln, überdimensionalen Monitoren, die an einen Computer angeschlossen sind. Ferner verfügen die Grundschulen Nord und Süd über PC-Räume, die einzelnen Klassenzimmer sind mit einzelnen PC-Arbeitsplätzen ausgestattet.

Mit den Whiteboards hat die klassische Schultafel weitgehend ausgedient und kommt nur noch bei Stromausfall oder wenn das Smartboard defekt ist zum Einsatz. Insofern sei die alte Tafel zuverlässiger als das Whiteboard, merkt Heike Schorling, Konrektorin der Grundschule Krankenhagen, augenzwinkernd an. An den Whiteboards könne etwa mit Online-Lernprogrammen wie Antolin gearbeitet werden – „zur Förderung der Lesekompetenz“. Dort haben die Schüler sogar eigene E-Mail-Accounts.

Seit November verfügt die Grundschule Krankenhagen zudem über 20 Laptops (wir berichteten). Der Computerraum, in dem sich zurzeit noch sieben Personalcomputer (PC) befinden, war einfach zu klein für eine 4. Klasse von 20 Schülern. Die Laptops werden in den Unterricht integriert, schildert Schorling und befindet: „Für die Kinder ist es eins ehr attraktives Arbeitsgerät.“

An diesem Morgen sollen die Viertklässler ein Rätsel zu Max & Moritz lösen. Von Lehrerin Schorling lernen sie, auf welcher Internetseite sie ein bestimmtes Wilhelm-Busch-Gedicht finden und welche Eingaben sie dafür auf dem Computer vornehmen müssen. Anschließend müssen sie mehrere Fragen beantworten, die Schorling auf Papier gebracht und den Kindern ausgehändigt hat.

„Weil es geil ist!“, antwortet Lukas (9) begeistert auf die Frage, was ihm an der Arbeit mit dem Computer so gefällt. Für seinen Sitznachbarn Tim (10) sei es eine willkommene Abwechslung, in der Schule mit dem Computer zu arbeiten. Und auch Ella (10) findet das Lernen am Computer toll, „weil es was Neues ist“.

Alle drei, erzählen sie, haben zu Hause wie die meisten ihrer Klassenkameraden eigene PCs oder Laptops, über die sie – die einen mehr, die anderen weniger – frei verfügen dafür, Internetzugang inklusive. Genutzt werden die Computer zu Hause überwiegend zum Spielen. Aber Ella sagt, sie habe mit dem Textprogramm „Word“ auch schon mal eine Geburtstagskarte für ihre Oma gebastelt. Und das ist der Knackpunkt.

Lehrer Martin Sturm, verantwortlich für die Einbindung neuer Medien in den Unterricht am Gymnasium Ernestinum, erklärt im Telefongespräch mit unserer Zeitung, dass es eben auf die Fähigkeit ankomme, Arbeitsprogramme anwenden zu können. Die Computer-Kompetenz werde nicht durch Internetrecherchen oder Lernprogramme erweitert.

Deshalb gebe es für die 5., 6. und 7. Klassen am Ernestinum wöchentlich vier Doppelstunden am Nachmittag, in denen die Schüler in das Arbeiten mit Computerprogrammen, wie Word, Excel und Power Point, eingeführt würden. Und da mache er in der 5. Klasse ganz unterschiedliche Kompetenzen aus. „Einige sind da schon sehr fit – andere weniger“, sagt er, ohne damit die Arbeit der Kollegen von den Grundschulen in Zweifel zu ziehen.

„Das ist ja die Frage: Wann fängt man mit der Arbeit am Computer an?“ Lesen und Schreiben zu lernen seien zunächst wichtiger und schließlich die Basis für die Arbeit mit dem Computer.

An der Grundschule Nord werden die Kinder in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften (AGs) bereits an das Arbeitsprogramm „Word“ herangeführt. „Der Einsatz von Computern hat bei uns einen hohen Stellenwert, deshalb raten wir dazu, an den AGs teilzunehmen“, teilt Schulleiter Horst Ahlswede auf Anfrage mit.

Am Ernestinum gibt es zwei Computerräume mit jeweils 16 PCs, darüber hinaus zwei Laptop-Wagen mit ebenfalls jeweils 16 Laptops. Zehn Klassenräume sind bislang mit Whiteboards ausgestattet worden, 20 Fachräume verfügen über Beamer, die an Laptops angeschlossen werden können.

Seit einem Jahr, sagt Sturm, gibt es zudem einen Schulserver, auf den jeder Schüler mit einem eigenen Account zugreifen kann. Mit Einwilligung der Eltern haben Schüler ab der 8. Klasse mit ihren Smartphones und Tablet-PCs auch aufs schulinterne WLAN zugreifen.

Schulleiter Reinhold Lüthen sieht das Gymnasium Ernestinum gegenwärtig gut aufgestellt – auch für die Zukunft. „Das Kollegium hat sich zuletzt sehr stark verjüngt“, begründet er, „und die jungen Kollegen im Alter zwischen 30 und 40 haben es mit den neuen Medien drauf.“ Gleichzeitig würde die Lehrerschaft ständig fortgebildet.

Ähnlich verhält es sich an der Integrierten Gesamtschule (IGS). NachdemWindows die Unterstützung seines Betriebssystems XP im letzten Jahr einstellte, stattete der Landkreis Schaumburg unter anderem die Rintelner Gesamtschule mit 35 neuen PCs aus, berichtet Schulleiter Torsten Rudolf telefonisch unserer Zeitung gegenüber. „Wir sind allein technisch hervorragend ausgestattet“, meint er. Im internationalen Vergleich ist die Ausstattung der deutschen Schulen mit neuen Medien der ICILS-Studie zufolge allenfalls durchschnittlich.

Der IGS mit ihren Standorten in Kloster- und Ostertorstraße verfügt über drei Computerräume und fünf Whiteboards, wovon eines mobil ist. Alle IGS-Räume sind mit Beamern ausgestattet. Die 15 Laptops sind auf drei Medienwagen verteilt, sodass sie jede Klasse bei Bedarf einsetzen kann.

Damit die Schüler lernen, mit den modernen Medien zu arbeiten, werden sie in Wahlpflichtkursen geschult, insbesondere im Umgang mit Word, Excel und Power Point, fährt Rudolf fort. Darüber hinaus werden die Programme in den Unterricht eingebunden: das Textprogramm Word etwa in Deutsch, Excel in Mathematik und das Präsentationsprogramm Power Point etwa in Erdkunde. pk

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