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Warum Bogenschießen boomt

Ruhe, Stärke und Würde Warum Bogenschießen boomt

Vielleicht liegt es an der guten Kirschmarmelade, die jeder Besucher am Ende mit nach Hause nehmen darf, vielleicht an der Gut-Wetter-Garantie, jedenfalls ist das jährlich bei den Bogenschützen in Todenmann stattfindende Freundschaftsturnier immer schnell komplett ausgebucht.

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Ganz schön was los an der Abschusslinie: Zum Kirschenturnier in Todenmann erscheinen 85 Teilnehmer.

Quelle: CM

TODENMANN. Aus dem Harz, dem gesamten Schaumburger Land, dem Raum Osnabrück, aus dem Lippischen, der Region Hannover und selbst dem tiefsten Ruhrpott kommen die Teilnehmer. Bunt gemixt: die Altersstruktur. Vom Schüler bis zum Senior ist alles vertreten.

Unterschiedliche Bogenmodelle im Einsatz

Dass zudem in diesem Sport noch recht unterschiedliche Bogenmodelle zum Einsatz kommen, macht die Organisation nicht einfacher. „Sie werden es vermutlich nicht glauben, aber die meiste Arbeit bei der Vorbereitung so eines Turniers liegt nicht im Aufbau der Zelte, im Kuchenbacken und Urkundenschreiben, sondern in der Einteilung der Schützen zu den entsprechenden Scheiben“, berichtet Mitorganisatorin Wilfriede Dorn.

Bei den Distanzen gelte: je jünger der Teilnehmer desto kürzer der Abstand zur Zielscheibe. Besondere Bedingungen würden zudem für Compound-Bögen gelten. „Mit diesen Hightech-Geräten kann man die Pfeile sehr viel weiter schießen als mit den beiden anderen Varianten, Recurve- oder Langbogen“, fährt Dorn fort. Außerdem ermögliche ihre Bauweise, sehr präzise anzuvisieren und zu treffen.

Geschossen wird in Vierergruppen

So heißt es dann, wenn alle Anmeldungen vorliegen – und das waren in diesem Jahr immerhin 85 – die Teilnehmer in Vierergruppen ihren in Sachen Entfernung und Größe passenden Scheiben zuzuordnen. Keine leichte Aufgabe, meint die langjährige Organisatorin. Geschossen wird schlussendlich von allen Teilnehmern gleichzeitig. „Nicht ganz“, meint Dorn. „Erst treten die ersten beiden aus der jeweiligen Vierergruppe an, dann folgen die anderen zwei.“ Ein eindrucksvoller Anblick, wenn über vierzig Schützen an der Abschusslinie ihre Bögen spannen.

Bogenschießen boomt. „Wir haben, anders als die meisten Sportvereine, keine Nachwuchssorgen“, stellen die Verantwortlichen vom SV Todenmann fest. Dem Bogenschießen haftet bis heute etwas Archaisches an. Die aufrechte Haltung, der ruhige Blick, der kraftvolle Einsatz von Arm- und Rückenmuskulatur wirkt auf geradezu zeitlose Weise wie ein Symbol der Konzentration, Ruhe, Stärke, Würde und Gelassenheit. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in diesem Sport, einen Ausgleich zur aufreibenden Berufstätigkeit finden. Wie gut der Bogensport den Ausübenden tut, habe sich längst herumgesprochen, weiß Dorn: „Heute ergänzt unser Sport sogar schon in vielen Reha-Einrichtungen das Therapieangebot.“  cm

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