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Was ist bloß auf diesem Spielplatz los?

Anwohner verärgert Was ist bloß auf diesem Spielplatz los?

Die Jugendlichen auf dem Spielplatz zwischen der Königsberger Straße und Unter dem Hopfenberge rauchen und hören auch mal laut Musik. Geschenkt. Außerdem ziehen sie offenbar immer mal wieder „blank“ und machen Nacktfotos mit ihren Handys. Vor den Augen der Nachbarschaft. Muss nicht sein.

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Marion Mehner ist Nachbarin des Spielplatzes. Aus ihrem Zaun, der als Sichtschutz zu dem verwaisten Grundstück dienen soll, sind einige Latten herausgebrochen worden.

Quelle: pk

Rinteln. Aber was Anwohnerin Marion Mehner so richtig auf die Palme bringt, ist etwas ganz anderes. Der Spielplatz, der diesen Namen gar nicht mehr verdient, ist Treffpunkt von einigen Jugendlichen. Dort können sie ungestört unter sich sein. Auch ein paar Kinder finden sich laut Mehner immer wieder auf dem Spielplatz ein, auf dem sich nur noch ein Spielgerät befindet: ein altes, verrostetes Karussell.

Vandalismus auf dem Spielplatz

Was Mehner beklagt, ist der Vandalismus auf dem städtischen Grundstück. Am Rande des Spielplatzes, zwischen den Büschen, wo sich die Kinder und Jugendlichen aus Baumstämmen Sitzecken geschaffen haben, liegt überall Müll. Leere Zigarettenschachteln, Verpackungsmüll von Süßigkeiten und Getränken. Von den einstigen Mülleimern auf dem Gelände zeugen nur noch die Halterungen. Auf der Wiese liegt das Metallgestell einer Federkernmatratze. Und weil sonst niemand den Müll wegschaffe, würden manche Anwohner selbst tätig. „Ein Nachbar hat dort schon etliche benutzte Kondome eingesammelt.“

Aus einer alten Fichte dringt Harz, ihre Rinde wurde ihr stellenweise abgezogen. Die Büsche würden als „Freilufttoilette“ genutzt, sagt Mehner. „Der Gestank ist an heißen Tagen unerträglich.“

Denn direkt nebenan befindet sich, abgetrennt durch einen Holzzaun, Mehners Garten. Zuletzt sind mehrere Latten aus dem Zaun gebrochen worden. Jetzt fürchtet sie, auf den Kosten sitzen zu bleiben – und Schlimmeres. „Die Kinder kokeln da, irgendwann fangen die trockenen Fichten noch Feuer“, sagt Mehner und verweist auf den Pattweg, der den einzigen Zugang zu dem Spielplatz bildet und die Feuerwehr vor eine Herausforderung stellen dürfte.

Mehner sieht Kommune in der Verantwortung

Doch die Stadt habe auf ihre Klagen bislang nicht reagiert, der Bauhof könne da nichts ausrichten. Mehner sieht das anders. Da das Grundstück der Stadt gehört, sieht sie die Kommune in der Verantwortung, den Platz in Ordnung zu halten und Vandalismus zu unterbinden. „Doch dort fühlt sich anscheinend niemand zuständig“, klagt Mehner. „Es kann nicht sein, dass die Stadt sich nicht um ihre Grundstücke kümmert und uns Anlieger mit diesem Problem alleine lässt.“

Die Stadt wolle das Grundstück loswerden, habe es Anwohnern schon zum Kauf angeboten, sagt Mehner. „Aber was sollen wir damit in diesem Zustand, zugewachsen wie es ist?“

Bürgermeister Thomas Priemer räumt ein, dass das Gelände tatsächlich „eine Zeit lang nicht mehr gepflegt wurde“. Allerdings ganz bewusst. Der Spielplatz soll aufgegeben werden. Dies habe der Ortsrat beschlossen, da es in diesem Siedlungsbereich nicht mehr ausreichend Kinder gebe, für die der Spielplatz in Frage käme.

Stadt hat keinen Nutzen für das Areal

Unklar ist, wie das Grundstück in Zukunft genutzt werden soll. Die Stadt selbst habe dafür keinen weiteren Nutzen. Ein potenzieller Käufer sei abgesprungen. Die Stadt wolle es gerne den Anwohnern verkaufen, zu einem moderaten Preis, als Verlängerung ihrer Gärten. Die Bewachsung des Grundstücks, an der sich Mehner stört, würde die Stadt als Zeichen des Entgegenkommens vorab entfernen. In Kürze sollen abermals Gespräche mit den Anwohnern aufgenommen werden.

Wenn all das nicht fruchte, bleibe der Stadt nichts anderes übrig, als das Grundstück einzuzäunen – und damit brachliegen zu lassen. „Das wäre das Schlechteste“, merkt Priemer an. Aber die einzige Möglichkeit, zu unterbinden, dass der Platz in Zukunft weiter als Rückzugsort für Leute dient, die da Dinge tun, die weder von den Anwohnern noch von der Stadt erwünscht seien dürften.

Noch nicht zu Bürgermeister Priemer vorgedrungen war die Vermüllung des Grundstücks. „Der Bauhof soll sich das mal ansehen“, so Priemer. pk

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