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Was tut sich hinterm Vorhang?

Rinteln / Altes Museum Was tut sich hinterm Vorhang?

An Überraschungen mangelt es nicht bei der Sanierung des Alten Museums hinter den Vorhangplanen am Gerüst – und diese gehen ins Geld. „Doch das kennen der Besitzer und ich aus der Arbeit in Quedlinburg zur Genüge“, sagt Architekt Ulrich von Damaros. Hier gehe es aber ja auch nicht um ein Renditeobjekt, sondern um ein Liebhaberstück.

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Ulrich von Damaros zeigt den im Haus gefundenen Brunnen. Foto: pr.

Rinteln (dil). Inzwischen schreitet die Teilentkernung des Gebäudes voran. Das schadhafte Fachwerk des Kirchplatzgiebels wurde freigelegt. Hier zeigten sich morsche Balkenstücke, die teilweise entfernt werden müssen. Ob diese Wand tragend bleibt oder dahinter eine neue hochgezogen werden muss, steht noch nicht fest. Jedenfalls wird dieser Giebel komplett abgetragen und neu aufgebaut. Auch der Betonfußboden im Erdgeschoss wurde entfernt, um die Gründungsverhältnisse der Außenwände beurteilen zu können.

Das gesamte Gebäude ist erstmals umfassend bezüglich seiner Baugeschichte und seines Bauzustandes untersucht sowie zeichnerisch und fotografisch dokumentiert worden. Die Erkenntnisse sollen später publiziert werden.

Der Schnitzgiebel an der Nordseite weist mehrere Farbschichten auf dem Holzschnitzwerk in den Gefachen auf, die seit 1908 aufgebracht wurden. Sie müssen abgespachtelt werden, da sie zum Teil in Verbindung mit Kunstharz und zuletzt 1984 aufgebracht wurden. Dessen Dichtigkeit tötet auf Dauer das Holz des Fachwerks ab, am Kirchplatzgiebel sieht man die Folgen solcher Fehler schon deutlicher, da das die Wetterseite ist. Derzeit wird von den beteiligten Restauratoren ein neues Anstrichkonzept entwickelt.

Im großen Erdgeschossraum wurde auf der Seite der Brennerstraße unmittelbar vor der Außenwand ein Brunnen freigelegt. Dieser ist offensichtlich älter als das 1620 von Stadtschuldirektor Christian Bokelmann errichtete Wohnhaus. Der Brunnen war vermutlich städtisches Eigentum und stand auf einem kleinen Platz. Er ist später zugeschüttet worden, könnte heute deshalb eine Fundgrube für Archäologen sein. Ein Fachmann aus Hameln soll deshalb hinzugezogen werden.

Möglicherweise wurde der Brunnen nach Errichtung des Hauses vor die neue Fassade verlegt, wo zuletzt noch die derzeit eingelagerte Pumpe darauf hinwies.
Freuen dürfen sich die Rintelner auch darauf, dass der Postillon nach Fertigstellung des Hauses wieder das „Weserlied“ blasen soll. Derzeit funktioniert er nicht. Es wird deshalb nach Personen gesucht, die sein Spielwerk früher gewartet haben.
Im September will der neue Besitzer seine Pläne der Nikolai-Kirchengemeinde vorstellen. Grund: Auf dem Kirchplatz soll es später Außengastronomie geben.

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