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Wasserschutzpolizei tappt im Dunkeln

Veltheim/ Fährendiebstahl Wasserschutzpolizei tappt im Dunkeln

  Nach dem Veltheimer Fährendiebstahl tappt die Wasserschutzpolizei im Dunkeln und hofft auf Hilfe aus der Bevölkerung.

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Bisher gibt es weder Hinweise noch Spuren – abgesehen von den Schäden am Anleger. Das berichtet Ulrich Möller, stellvertretender Leiter der Wasserschutzpolizei in Minden. Mit einem Dummejungenstreich hat die Tat nach Überzeugung Möllers nichts zu tun. „Davon ist das weit entfernt“, betont er. „Wir bewegen uns hier im Strafgesetzbuch.“

 Infrage kommen könnte demnach ein besonders schwerer Fall des Diebstahls. Allein darauf stehen mindestens drei Monate Freiheitsstrafe und – rein theoretisch – bis zu zehn Jahre Haft. Laut Gesetz können Gerichte auf dieses Delikt erkennen, wenn Sachen gestohlen werden, die „gegen Wegnahme besonders gesichert“ sind, zum Beispiel mit verschließbaren Ketten.

 Gesichert war die Weserfähre mittels Kette und Vorhängeschloss. Den Poller hatten die Täter durchtrennt. Bisher geht die Wasserschutzpolizei daher auch von Sachbeschädigung aus. „Am Fahrzeug selbst“, sagt Möller, „sind äußerlich keine Schäden festgestellt worden.“ Sollte sich noch herausstellen, dass die Schwimmfähigkeit beeinträchtigt sei, komme es eventuell zur Untersuchung auf die Werft.

 Die Fähre war vermutlich in der Nacht zu Sonntag geklaut worden, bevor ein Sportbootfahrer sie am nächsten Tag in Borlefzen fand. Feuerwehrleute aus Hausberge und Vlotho brachten das neun Meter lange und drei Tonnen schwere Gefährt gemeinsam in den Heimathafen zurück, wo Fährmann Alfred Huck mit einer Mischung aus Wut und Erleichterung wartete.

 Wie das Fahrzeug zum Fundort gekommen ist, steht noch nicht fest. Entweder sind die Täter gefahren – oder die Fähre ist unbemannt etwa sieben Kilometer stromabwärts getrieben. Dadurch könnte es zur Gefährdung des Schiffsverkehrs gekommen sein, ebenfalls ein Straftatbestand. Auf dieses Verkehrsdelikt stehen bis zu fünf Jahre Haft, mindestens aber Geldstrafe. Nachts war die unbeleuchtete Fähre vermutlich kaum zu sehen. Wären andere Boote oder Schiffe in unmittelbarer Nähe gewesen, hätte auf der Weser ein Zusammenstoß gedroht. Weil sich niemand mit entsprechenden Beobachtungen gemeldet hat, geht Polizeihauptkommissar Möller zurzeit jedoch nicht von einer konkreten Gefährdung aus.

 „Es gibt nichts groß Neues“, erklärte auch Wolfgang Pape, Vorsitzender des Heimatvereins Varenholz und „Fährmann in Ausbildung“. Er hatte die Wasserschutzpolizei informiert, nachdem bei Dienstantritt am Sonntag um 8 Uhr die Fähre gefehlt hatte, entführt von Unbekannten. „Die werden sich wohl einen Spaß davon gemacht haben“, vermutet Pape. Auf der Fähre, so der Heimatfreund, seien Angelschnüre gefunden worden.

 Hinweise nimmt die Wasserschutzpolizei unter Telefon (0571) 88667510 entgegen.

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