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Weg ist weg – meistens

Umgang mit Fundstücken Weg ist weg – meistens

Wer ein Portemonnaie verliert, macht sich in der Regel wenig Hoffnung, es jemals wiederzubekommen.

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Schnell kann die Geldbörse einfach mal vergessen werden. Ehrliche Finder geben sie bei der Polizei oder im Fundbüro ab.

Quelle: tol

Rinteln. Zu verführerisch erscheint es vielen Menschen, gefundenes Geld für sich zu behalten. Die allgemeine Statistik sagt, dass Brieftaschen zu den seltensten Gegenständen im Fundbüro gehören. Und fragt man im Rintelner Fundbüro nach, so stimmt das auch dort: 30 Fahrräder sind zurzeit verzeichnet und acht Handys, aber nur eine einzige Geldbörse.

„Es ist nicht gesagt, dass verlorene Brieftaschen nie wieder zu ihrem Besitzer zurückfinden“, meint dazu Jörg Stuchlik vom Polizeikommissariat Rinteln. „Immerhin enthalten sie meist auch persönliche Papiere, sodass der Finder die Möglichkeit hat, direkt mit dem Besitzer Kontakt aufzunehmen.“

Hin und wieder landen Brieftaschen bei der Polizei und im Fundbüro. Auffällig allerdings sei, dass sie dann nur äußerst selten noch Geld enthielten.

Aus den Auffindesituationen – am Straßenrand, in Papierkörben, im Gebüsch – sei in der Regel abzulesen, dass ein erster Finder sich bereits am Bargeld bedient und die Börse danach weggeworfen habe.

„Natürlich sind die meisten Menschen froh, wenn sie wenigstens Kreditkarte, Führerschein und Ausweis zurückerhalten“, so Stuchlik. „Doch Tatsache ist trotzdem: Wertvolle Fundstücke einfach zu behalten, ist eine Straftat, die theoretisch mit Geldstrafen und bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft wird.“

Nun ist es seines Wissens in Rinteln noch nie vorgekommen, dass jemand wegen so einer „Fundunterschlagung“ angezeigt wurde. „Man wird eben selten dabei erwischt. Gerade deshalb sind viele ja der Meinung, es sei eine Art moralisches Recht, das Bargeld in einer Brieftasche oder gefundene Geldscheine zu behalten.“

Kaum Nachfrage nach verlorenen Brieftaschen

Daher komme es wohl auch, dass bei der Polizei kaum nach verloren gegangenen Brieftaschen nachgefragt werde. „Das erscheint den Leuten sinnlos“, so Stuchlik. Weder er noch Andrea Gaspar, Sachbearbeiterin im Rintelner Fundbüro, können sich wirklich daran erinnern, dass mal ein Portemonnaie ohne Papiere, aber mit Geldscheinen darin abgegeben wurde. Doch – eine Ausnahme fällt Gaspar ein: Die Brieftasche, die aktuell im Fundbüro gelagert wird, enthält etwas Bargeld – in ausländischer Währung.

Immerhin, es kann auch anders sein. Das Fundbüro Bückeburg listet für dieses Jahr vier Geldbörsen samt Geldinhalt auf – und sogar einen einzelnen Geldschein, der in einem Kaufhaus gefunden wurde. Wären auch Ausweise dabei, hätte man sich längst an die Besitzer gewendet.

„Es kommt eben auf den einzelnen Menschen an“, sagt Stuchlik. „Wer sich in die Situation desjenigen, der seine Brieftasche verliert, hineinversetzen kann, wer sich also klar macht, wie glücklich der Andere wäre, seinen Besitz zurückzuerhalten, der gibt das Fundstück unangetastet zurück.“

Er selbst habe kürzlich sein Handy verloren, mit all den gespeicherten persönlichen Informationen – und es dann von einem ehrlichen Finder zurückbekommen. „Ich war so was von erleichtert“, sagt er. „Und ich meine, so eine Korrektheit, diese Ehrlichkeit, zeichnet ja das Menschliche aus. Es macht einem insgesamt Hoffnung, dass es nicht immer nur um den eigenen Vorteil geht.“

Auch das Rintelner Fundbüro besitzt eine Online-Suche, zu finden auf den Internetseiten der Stadt. Dort werden alle Fundstücke eingetragen, und man sieht gleich, ob etwas Eigenes dabei ist. Gegen eine Bearbeitungsgebühr und wenn man sich glaubhaft als Besitzer ausweisen kann, erhält man es dann zurück. Fundstücke, die nach sechs Monaten noch nicht abgeholt wurden, gehören dann dem ehrlichen Finder.

Auch, wenn es sich dabei um Bargeld handelt – man darf es behalten. Mit gutem Gewissen. tol

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