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Wegen Funk zurück zum Kabel

Rinteln / Internet Wegen Funk zurück zum Kabel

„Immer schnellere und höhere Downloadraten“, so werben die Mobilfunkanbieter für die Nutzung der „Long Term Evolution“ (LTE). Jedoch hat das schnelle Internet auch Schattenseiten. LTE macht die Funkmikrofone nutzlos.

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 Zurück zum guten alten Mikrofon mit Kabel: Beim Altstadtfest mit der Band „Sweety Glitter and the Sweethearts“ wurden schon keine Funkmikros mehr eingesetzt .

Quelle: tol

Von Anton Posnak. Im Mai 2010 wurden die Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang, im Frequenzbereich von 800 Megahertz, durch die Bundesnetzagentur versteigert. Die Mobilfunkanbieter konnten durch den Erwerb der Frequenzen ihren Kunden die Nutzung von LTE bereitstellen. Jedoch werden dabei Störungen bei Funkgeräten wie schnurlosen Mikrofonen verursacht, da diese denselben Sendebereich nutzen. Die teuren Geräte werden unbrauchbar.

 Auch in Rinteln macht sich dieses Phänomen zunehmend bemerkbar. Die Küsterin der Nikolaikirche, Ulrike Branahl, schilderte auf Nachfrage: „Die neuen Geräte, die wir uns angeschafft haben, sind zum Teil nutzlos. Durch den Rat eines Fachmannes benutzen wir die alten Kabelmikrofone, da die keine Störungen verursachen.“

 Ebenfalls davon betroffen ist das Gymnasium Ernestinum. Sven Rundfeld, Musiklehrer am Ernestinum, erklärte: „Unsere Geräte können weggeschmissen werden. Wir mussten deshalb auf Funksender umsteigen, die einen höheren Frequenzbereich nutzen und weitaus teurer sind als die alten Geräte.“

 Von demselben Problem berichtet Thorsten Riesenberg, Inhaber der Firma „Carambolage Music Hall“. „Mir ist die Störung im letzten Jahr auf dem Altstadtfest in Rinteln aufgefallen. Da mussten wir schnell die alten Geräte anschließen“, so Riesenberg. Die Leidtragenden sind am Ende die Veranstalter, Schulen und Kulturgruppen, die die teuren Funksysteme nicht mehr benutzen können.

 Zwar besteht die Möglichkeit, einen Antrag zur Entschädigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu stellen, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Geräte müssen im Zeitraum vom 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2009 angeschafft worden sein und sollten mindestens 410 Euro gekostet haben. Eine andere Möglichkeit ist, zu prüfen, ob man die Funkgeräte auf eine freie Frequenz nachrüsten kann, was jedoch mit eigenem Kostenaufwand verbunden ist.

 Brisant dabei sei vor allem, so Riesenberg, dass zwar einige Hersteller der Funkgeräte von diesem Problem wussten, Kunden aber nicht darüber informiert wurden. Teilweise würden Geräte mit der alten Frequenz weiterhin verkauft.

 Das Problem sei auch im Bundesrat besprochen worden, heißt es auf der Homepage des Bundesverbandes für Medien- und Veranstaltungstechnik. In diesem Jahr habe der Bundesrat beschlossen, dass die Funkgeräte ab 2015 auf den Frequenzbereich von 1452 bis 1492 Megahertz ausweichen sollen – bis dahin gibt es also das Problem mit den Funkmikrofonen. „Was mich am meisten daran stört, ist, dass diese Umstellung still und heimlich stattfand und einige Hersteller auf das Problem nicht aufmerksam machten“, so Riesenberg.

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