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Weihnachtsbäckerei gerettet

Rinteln / Kindergarten Weihnachtsbäckerei gerettet

„Kuck, eine Waschmaschine“, freut sich ein Junge, als Friedrich-Wilhelm Sasse das große, in Plastik verschweißte Gerät mit einer Sackkarre in den Deckberger Kindergarten fährt.

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Von Jakob Gokl. Doch als der Spender beginnt, die Verpackung zu entfernen, erkennt ein Mädchen: „Es ist ein Ofen!“ Der kommt genau zur richtigen Zeit, denn der neue Leiter Florian Schuba hat ein großes Ziel vor Augen: Ganztagsbetreuung.

 Mit dem alten Ofen ließ sich bereits seit einiger Zeit nicht mehr viel anfangen. „Jetzt ist die Weihnachtsbäckerei gerettet“, freuen sich die Spender Sandra und Friedrich-Wilhelm Sasse. Sie haben selbst einen Sohn im Kindergarten und dadurch von den Problemen mit dem alten Gerät erfahren – und wollten Abhilfe schaffen. „Damit können wieder Kuchen und Plätzchen gebacken werden“, freuen sich die beiden.

 „Hinten sind unsere Kuchen verbrannt, vorne waren sie nicht durch“, erklärt Schuba das Problem des alten Ofens. „Wir mussten das Blech also alle zehn Minuten drehen.“ Jetzt könne endlich wieder problemlos gebacken werden. Und auch das alte Gerät soll weiterhin einen guten Zweck erfüllen: Wenn möglich, wird darin in Zukunft Salzteig gebacken.

 Der neue Backofen passt gut in den neuen Kurs, den Schuba im Kindergarten fahren will. Der gebürtige Deckberger, der als Kind ebenfalls hier betreut wurde, leitet den Kindergarten seit Mai. Nur durch das Umstellen der Möbel habe sich bereits eine viel offenere Atmosphäre verbreitet, ist er stolz. Zusammen mit Eltern hat er auch den Aufenthaltsraum in helleren Farben gestrichen und die Toiletten wurden ebenfalls mit einem neuen Anstrich und neuen Kabinen ausgestattet. Alles bereits mit dem Ziel vor Augen, in Deckbergen baldmöglichst eine Ganztagsbetreuung anzubieten.

 „Sonst gehen uns noch mehr Eltern verloren“, meint Schuba. Eine Umfrage in der Gemeinde habe ergeben, dass sich 70 Prozent der Eltern längere Öffnungszeiten wünschen. Derzeit hat der Kindergarten täglich bis 14 Uhr geöffnet, und von den 50 verfügbaren Betreuungsplätzen sind nur 36 belegt. Auch Betreuung für Kinder unter zwei Jahren sei sehr gefragt, erklärt der Pädagoge. Zwar hätte er jetzt neuerdings die Möglichkeit, zehn Kinder ab zwei Jahren aufzunehmen, aber auch das sei noch ausbaufähig.

 Um eine Ganztagsbetreuung in Deckbergen anbieten zu können, muss erst das zuständige Ministerium zustimmen. Zwar hat Schuba schon konkrete Vorstellungen, wo was stattfinden könnte, „aber wenn bessere Vorschläge kommen, sind wir natürlich offen“, betont er.

 Ein Hindernis könnte sein, dass der Kindergarten derzeit nur mit einer kleinen Teeküche ausgestattet ist. Zwar gebe es durch den neuen Ofen jetzt schon deutlich mehr Möglichkeiten, um zum Beispiel auch mal eine Pizza zuzubereiten, aber für eine Ganztagsbetreuung mit Mittagessen reiche das noch nicht.

 Ein bis zweimal im Monat findet allerdings bereits ein gemeinsamer Kochtag statt, bei dem sich die Kinder an der Zubereitung des Essens beteiligen. „Damit sie auch mal sehen, was da drinnen steckt“, erklärt Schuba. Damit sollten auch einige Verwechslungen der Vergangenheit angehören. „Als die Kinder eine Zucchini schneiden mussten, meinte eine: ,Das sieht ja aus wie eine Melone‘“, erzählt Schuba lächelnd. „Von der Farbe her stimmt es ja.“

 Friedrich-Wilhelm Sasse (von links) und Sandra Sasse freuen sich mit Kindergartenleiter Florian Schuba und den Kindergartenkindern Sophie, Paul (links) und Tommy über den neuen Ofen.  jak

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