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Weniger Wohnungseinbrüche

Kriminalitätsstatistik für Rinteln Weniger Wohnungseinbrüche

Ein Blick in die Kriminalitätsstatistik für Rinteln verrät: Auch in der Weserstadt sind Tageswohnungseinbrüche ein Problem. Wobei sowohl die Zahl der Wohnungseinbrüche als auch die Zahl der Strafteten insgesamt stagniert.

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Polizeichef Wilfried Korte (links), Kripo-Chefin Daniela Kempa und Kriminalhauptkommissar Jörg Stuchlik.

Quelle: jak

Rinteln/Auetal. Mit Zahlen ist das so eine Sache: Je nach Betrachtungsweise lässt sich damit fast alles aussagen. So könnte auch die polizeiliche Kriminalitäts- und Verkehrsstatistik für Rinteln und die Gemeinde Auetal auf ganz unterschiedliche Art gelesen werden. Zum Beispiel: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken (53 statt 60 Einbrüche). Oder aber: Sie befand sich 2016 auf dem zweithöchsten Wert der vergangenen sechs Jahre. Beide Aussagen sind richtig.

 Betrachtet man allerdings die Entwicklung, wird deutlich: Von natürlichen Schwankungen abgesehen stagniert die Zahl der Wohnungseinbrüche im Bereich des Kommissariats Rinteln auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Landkreisschnitt steht man trotz der Nähe zur Autobahn gut da. Die „Häufigkeitszahl“ von Wohnungseinbrüchen, die die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner abbildet, liegt für das Kommissariat Rinteln (darin enthalten ist auch das Auetal) bei 147, für den Landkreis Schaumburg bei 173 und für die Polizeidirektion Göttingen bei 180. Ein Trend setzt sich aber im großen fort: Der Anteil der Tageswohnungseinbrüche stieg von zwölf im Jahr 2010 auf mittlerweile 29 im vergangenen Jahr.

Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen betrug 2016 etwa 20 Prozent. „Das sind normalerweise keine Amateure, die Spuren hinterlassen“, erklärt Polizeichef Wilfried Korte. Ermittlungserfolge lassen sich in erster Linie durch aufmerksame Nachbarn erzielen. „Deswegen appellieren wir auch so oft an die Öffentlichkeit. Das Thema muss präsent bleiben.“ Kripo-Chefin Daniela Kempa freut sich zwar über jeden aufgeklärten Fall, noch lieber sind ihr aber von vornherein verhinderte Wohnungseinbrüche. „Deswegen nehmen wir das Thema Prävention sehr ernst.“ Nicht nur für Wohnungseinbrüche setze man daher auch „Präventionsstreifen“ – in Zivil oder mit Dienstfahrzeug – ein, die Bürger auf Schwachstellen und Gefahrenpunkte hinweisen.

Zahl der Strafteten stagniert

Die Gesamtzahl aller Straftaten stagniert derzeit und liegt deutlich unter dem Höchstwert von 2014 (2254) bei 2171 Straftaten. Durch das Komissariat Rinteln wurden 1796 bearbeitet, von denen 64,6 Prozent aufgeklärt wurden. Erkennbar ist allerdings ein deutlicher Anstieg bei Rohheitsdelikten, vor allem bei Körperverletzungen. Diese stiegen von 143 auf insgesamt 201 Verletzungen an. 93 Prozent davon konnte die Polizei aufklären.

 Den Anstieg erklärt sich die Polizei in erster Linie durch die im Vorjahr massiven Streitigkeiten zwischen Besuchern der beiden Lokale an der Bahnhofsstraße 33 sowie unter Flüchtlingen in den Masseneinrichtungen in der Prince Rupert School und in der Pestalozzi-Schule. Beide Einrichtungen sind mittlerweile geschlossen und die Asylbewerber dezentral untergebracht.

 Insgesamt gab es im Kommissariat Rinteln 375 einfache Diebstähle, die Aufklärungsquote konnte um fast neun Prozentpunkte gesteigert werden und liegt nun bei 48,8 Prozent. Außerdem wurden 88 Rauschgiftdelikte behandelt (99 Prozent aufgeklärt) und 370 Vermögens- und Fälschungsdelikte. Bei 304 Fällen davon handelte es sich um Betrug.

 Seit 2016 wird von der Polizei festgehalten, ob es sich bei Tätern oder Opfern um Asylbewerber handelt. Von 1001 ermittelten Tatverdächtigen handelte es sich bei 93 (9,3 Prozent) um Personen mit Flüchtlingsstatus, unabhängig wie lange diese bereits in Deutschland leben. Darunter fallen Verstöße gegen das Ausländergesetz, aber auch Körperverletzungen (überwiegend unter Flüchtlingen in den Massenunterkünften) und insbesondere Ladendiebstähle. jak

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