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Wenn Facebook den Verein ersetzt

"Weibertag SHG" Wenn Facebook den Verein ersetzt

Malu ist kein Vereinsmensch. „Ich brauche meine Freiheit, und Vereine sind immer gleich Gruppenzwang“, meint die Frau Anfang fünfzig und lacht: „Das mag anderen Spaß machen, mir aber eben nicht.“

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 Für die Hochzeit eines Mitglieds stehen die Frauen der Weibertag-Gruppe am Marktplatz mit Rosen in der Hand Spalier.

Quelle: pr.

Rinteln. Was früher vielleicht den Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben bedeutet hätte, ist heute dank sozialer Netzwerke im Internet kein Problem.

In der Facebookgruppe „Weibertag SHG“ haben sich 65 Frauen zwischen Ende 20 und Anfang 60 zusammengefunden, um gemeinsam ihre Freizeit zu gestalten. Fernab von langatmigen Hauptversammlungen, trockenen Tagesordnungspunkten, stellvertretenden Vorsitzenden, ehrenamtlichen Kassierern, Öffentlichkeitsbeauftragten und Mitgliedsbeiträgen steht dabei einfach nur der Spaß im Vordergrund.

„Bei uns ist alles ganz unkompliziert“, sagt Iris Baden, die vor drei Jahren auf die Idee kam, die Gruppe zu gründen. Heute können sich die „Weiber“ kaum vor Beitrittsanfragen retten.

„Wir sind eine Mitmachgruppe“, betont Baden, „und wir können nicht jeden aufnehmen.“ Zahlreiche gemeinsame Unternehmungen haben sich bereits aus der Gruppe entwickelt. Wenn sie beispielsweiseam Vormittag einen Arzttermin in Rinteln habe, erklärt Baden, frage sie einfach in der Gruppe nach, wer sich davor auf ein Frühstück treffen möchte. „Zwischen drei und 20 Zusagen – da ist dann alles möglich.“

Wer angefragt habe, sei im Anschluss für Tischreservierungen und sämtliche notwendige Organisation des Treffens zuständig, aber natürlich greifen die beiden Admins – also die Leiter der Facebook-Gruppe – ihren Mitgliedern auch gerne unter die Arme. Vom Kinobesuch, über einen Stadtbummel bis zu abendfüllenden Partys gehen die Aktivitäten der Gruppe.

Bei Geburtstagen lege man schnell mal ein bisschen Geld zusammen oder organisiert, so wie vor einigen Wochen erst, zur Hochzeit im Standesamt eine jubilierende Frauengruppe, die mit Rosen in der Hand Spalier stehen, während die verdutzte Braut mit ihrem Bräutigam hindurchmarschiert. „Die wusste nicht, was auf sie zukommt“, freut sich Baden noch heute auf die gelungene Aktion der Frauengruppe.

„Unsere Mitglieder sollen nicht nur still mitlesen, sondern sich einbringen“, findet Baden, „und nach ein paar Monaten schreiben wir inaktive Mitglieder auch an und fragen an, ob noch Interesse besteht oder sie ihren ‚Platz‘ an jemand anderen freigeben möchten“ – denn Anfragen habe die Gruppe genug. „Hätten wir von Anfang an alle aufgenommen, hätten wir heute an die hundert Mitglieder“, sagt Baden.

Auch jetzt warten wieder zehn neue Anfragen auf Bearbeitung durch die beiden Admins. Allerdings dreht sich in der Gruppe nicht alles nur um die Sonnenseiten des Lebens. Bei Problemen und Schicksalsschlägen stehen sich die Frauen nahe und helfen gegenseitig – sei es nur zum Reden und Aufmuntern. jak

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