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Wenn Schulden fast nichts kosten

Rinteln Wenn Schulden fast nichts kosten

Geld ist so billig zu haben wie lange nicht. Die Stadt Hannover bekam zuletzt sogar einen Negativzins von 0,2 Prozent für kurzfristige Kredite, also quasi Geld dazu.

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Rinteln. In Rinteln sind für die derzeit 2,842 Millionen Euro Liquiditätskredite noch ein Prozent Zinsen im Etat eingeplant, also rund 200000 Euro. Kämmerer Jörg Schmieding ist aber optimistisch: „Diese Summe werden wir sicher unterschreiten.“

Die Liquiditätskredite betrugen am 31. Mai genau diese 2,842 Millionen Euro. Das ist Geld, das die Stadt zum Bezahlen kurzfristiger Forderungen braucht, also um stets liquide zu sein. „Etwa alle drei Wochen telefonieren wir die heimischen Geldinstitute und einige andere Banken ab, um die Tageskonditionen für die gerade von uns benötigte Summe zu erfahren. Am selben Tag schließen wir dann mit dem günstigsten Anbieter den Kreditvertrag, meist über vier bis sechs Wochen. Nach dem Auslaufen des Vertrags dann das gleiche Prozedere und die neue Entscheidung. Wir betreiben bei den Liquiditätskrediten also regelrechtes Zinsmanagement, und im Moment macht das richtig Spaß, weil wir viel Geld sparen können“, sagt Schmieding. Zum Verdienen mit Negativzins reicht es aber für Rinteln noch nicht. „Dafür sind unsere Summen wohl zu klein.“

Kassenkredite sind eigentlich wie eine Kontoüberziehung, nur dass die bei Privatleuten ziemlich teuer ist. Und Privatleute müssen sich in der Regel bei Kreditaufnahmen noch eine Bonitätsprüfung gefallen lassen: Gute Zahler bekommen ihr Geld billiger als schlechte. Kommunen genießen aber eine hohe Bonität, können ja nicht pleitegehen. Sie unterliegen schließlich auch einer jährlichen Haushaltsprüfung durch den Landkreis.

Schmieding wird in der Ratssitzung am 25. Juni wieder darauf hinweisen, dass niedrige Zinsen nicht zum lockeren Umgang mit der städtischen Verschuldung verleiten sollten. Auch er hat den Medien bereits Signale entnommen, dass die Zinsen bald wieder nach oben gehen könnten. Und die Stadt drücken außer den Liquiditätskrediten ja vor allem langfristige Kredite von derzeit 18,7 Millionen Euro.

„Auch wenn ein langfristiger Vertrag ausläuft, verhandeln wir neu. Bei energetischen Sanierungen von öffentlichen Gebäuden zum Beispiel greifen wir auf KfW-Darlehen zurück, die günstiger sind als bei den Banken. Da binden wir uns auch langfristig. Sonst streben wir Laufzeiten bis fünf Jahre an.“ Da die Niedrigzinsphase schon länger anhalte, befänden sich keine Kredite mehr mit mehr als drei Prozent im Portfolio. „Insgesamt haben wir derzeit eine gute Mischung.“

Die Kassenlage der Stadt ist im Moment ohnehin relativ entspannt. Die eingeplanten Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer bewahrheiten sich, eine Gewerbesteuernachzahlung von etwa einer Million Euro ermöglichte es sogar, kurzfristig den Ausbau der Kindertagesstätte Steinbergen (334000 Euro) schon 2015 ins Visier zu nehmen. Damit befassen sich jetzt nur noch der Sozialausschuss und der Verwaltungsausschuss.

Das restliche Geld aus dieser Nachzahlung will vor allem die SPD-Fraktion für mehr Schuldenabbau als die bisher geplanten 400000 Euro einsetzen. „Schulden müssen irgendwann zurückgezahlt werden“, so Schmieding. Kredite lösten sich durch niedrige Zinsen nicht von selbst auf. dil

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