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Wenn das Auetal besser zahlt

Rinteln/Auetal Wenn das Auetal besser zahlt

Gibt es Fördergeld, muss alles ganz schnell gehen. Bloß keine Förderzeiträume verstreichen lassen, bloß keinen Euro nicht einstreichen. Ob die geförderten Maßnahmen gerade sinnvoll sind, gerät darüber oft in den Hintergrund. Zweifellos sinnvoll ist der kleine Geldregen, mit dem das Land Niedersachsen jetzt die Betreuung in seinen Krippen erhöhen will. Eine dritte Betreuungskraft pro Gruppe, in Form eines Sozialassistenten, soll den Betreuungsschlüssel auf eins zu fünf verbessern. Doch da diese Stellen zeitgleich für den 1. Januar 2015 in ganz Niedersachsen ausgeschrieben werden, machen sich die Kommunen nun die Arbeitskräfte streitig.

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Sozialassistenten sollen als „dritte Kraft“ in Krippen den Betreuungsschlüssel verbessern. Dafür fördert das Land Niedersachsen pro Gruppe eine Stelle. pr.

Rinteln/Auetal. Aber als Konkurrenzkampf möchte Rintelns Bürgermeister Thomas Priemer die Situation auf keinen Fall sehen. Vielmehr sei das eine Partnerschaft, insbesondere zu den Nachbarkommunen Hessisch Oldendorf und Auetal. Doch betrachtet man die beinahe identischen Ausschreibungen in Hessisch Oldendorf, Auetal und Rinteln, fällt ein eklatanter Unterschied auf. Das Auetal ist bereit, mehr zu zahlen. Während die anderen den Bewerbern lediglich die „Entgeltgruppe S3 des TVöD“ versprechen , bietet das Auetal eine Stelle mit Entgeltgruppe S4. In der Gruppe S3 verdient man in Stufe 1 (Neueinstellung) 1995 Euro, in der Gruppe S4 dagegen 2104 Euro. Auf 20 Wochenstunden gerechnet ist das ein monatlicher Unterschied von etwa 55 Euro.

 Wenig überraschend, dass Doreen Schwarzlaff für das Auetal verkünden kann, dass alle drei Positionen höchstwahrscheinlich besetzt werden können. „Aus qualitativen Gründen setzen wir nämlich die Drittkraft auf dem gleichen Niveau wie eine Zweitkraft ein“, erklärt Schwarzlaff. Sie bestreitet aber, dass man selbst Geld investieren wolle, um das Auetal als Arbeitsort attraktiver zu machen. Die Bezahlung sei komplett durch die Förderung des Landes Niedersachsen, die in einer Pauschale erfolgt, gedeckt.

 Sowohl in Rinteln als auch in der Gemeinde Hessisch Oldendorf zeigt man sich darüber überrascht. Laut ihren Informationen, erklären Dorothee Stoller aus der Rintelner Verwaltung und Margareta Seibert aus der Verwaltung in Hessisch Oldendorf, werde nur die Entgeltgruppe S3 gefördert.

 Der zweite Grund für eine schlechtere Bezahlung als im Auetal ist in beiden Gemeinden der gleiche, den man im Auetal für die bessere Bezahlung nennt. Man möchte die Drittkräfte gleich bezahlen wie die Zweitkräfte. Und da in Rinteln und Hessisch Oldendorf auch Zweitkräfte bereits weniger verdienen (nämlich Entgeltgruppe S3) als ihre Kollegen im Auetal (Entgeltgruppe S4), müssen auch die neu eingestellten Sozialassistenten jetzt mit weniger auskommen.

 Die schlechte Bezahlung könnte ein Grund sein, wieso derzeit viele der in Niedersachsen ausgeschriebenen Stellen für Sozialassistenten nicht besetzt werden können. Natürlich verweist man aufseiten der Verwaltung lieber darauf, dass derzeit erst der Ausbildungszeitraum für Sozialassistenten läuft. „Wir wildern auf einem Markt, der ziemlich leer ist“, drückt es Margareta Seibert aus. Trotzdem ist sie zuversichtlich, dass in Hessisch Oldendorf alle fünf ausgeschriebenen Stellen auch besetzt werden.

 Auch in Rinteln kann man auf die räumliche Nähe zu Nordrhein-Westfalen setzen, wo es ein vergleichbares Förderprogramm nicht gibt, der Markt für Sozialassistenten also vielleicht nicht so „überfischt“ ist, wie derzeit in Niedersachsen. Zudem existieren sowohl in Rinteln als auch in Hameln berufsbildende Schulen, die eben jene Sozialassistenten ausbilden. Aber natürlich erst später. Und um die Förderung abzugreifen, müssen die Stellen bereits bis zum 1. Januar besetzt werden. jak

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