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Wenn der „Hungerast“ kommt

Große Weserrunde Wenn der „Hungerast“ kommt

Einmal Rinteln – Hannoversch Münden und zurück. Dann vor der Zieleinfahrt noch über die Ottensteiner Hochebene, wenn man schon von einem Bier und einer Dusche träumt. Macht 300 Kilometer, 2492 Höhenmeter und einen Muskelkater am nächsten Morgen in den Beinen, wenn man eine solche Tour nicht gewöhnt ist. Randonneure dagegen sehen 300 Kilometer eher als Trainingsstrecke.

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Im Ziel und auch noch die Räder stemmen, dieses Quartett aus Dortmund hatte vergangenes Jahr viel Kraft und Freude in Rinteln.

Quelle: tol

RINTELN. Macht 300 Kilometer, 2492 Höhenmeter und einen Muskelkater am nächsten Morgen in den Beinen, wenn man eine solche Tour nicht gewöhnt ist. Randonneure dagegen sehen 300 Kilometer eher als Trainingsstrecke. Doch es sind nicht nur Langstreckenfahrer die bei der „Großen Weserrunde“ an den Start gehen, sondern auch viele Hobbyradler. Schließlich man kann wählen, wie weit die Reise gehen soll 300, 200 oder 150 Kilometer. Start und Ziel ist das Gymnasium Ernestinum.

Noch vier Monate ist Zeit, der nächste Radmarathon findet am 2. September statt, doch schon jetzt haben sich aktuell 210 Starter angemeldet. Das hat selbst Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Westliches Weserbergland, überrascht. Die achte Auflage des Radmarathons hat es damit zu einem bundesweit bekannten Rad-Event geschafft und sich zu einem touristischen Faktor für die Weserstadt entwickelt. Wer noch ein freies Zimmer am Veranstaltungswochenende sucht, sollte sich beeilen, sagt Gräbner: „Rinteln ist fast ausgebucht.“

Punkte sammeln beim Fahrradfahren

Es gibt einen guten Grund für die vielen frühen Anmeldungen: Der Radmarathon wird jetzt auch vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gelistet. Das bedeutet – wer hier fährt, sammelt Punkte.

Thorsten Groß von der Radsparte des TSV Krankenhagen war deshalb im Vorjahr als „Tour-Inspektor“ dabei. Denn an die Organisation werden besondere Anforderungen gestellt, wenn der BDR mit im Boot ist. So müssen die Strecken ausgeschildert sein, wobei die Orientierung kein Problem ist: Die Weser muss immer rechts vom Radfahrer sein.

Ohne die vielen Freiwilligen an der Strecke aus Vereinen, DRK, DLRG und Feuerwehr ginge nichts. Ganz wichtig sind auch die Damen, die Brötchen schmieren und Suppen kochen. Denn nichts trifft einen Radler härter als der „Hungerast“, wenn der Mann mit dem großen Hammer kommt.

Muskelpower statt Seifenkisten

Dabei sind 2017 zum zweiten Mal auch HPVs, Human Powered Vehicles. Man darf davon ausgehen, dass die Ordnungshüter Bescheid wissen, denn im Vorjahr haben die HPVs für einen Polizeieinsatz gesorgt. Kurz nach Hannoversch Münden hatten aufgeregte Autofahrer gemeldet, auf der Bundesstraße sei ein wildes „Seifenkistenrennen“ im Gang. Mehr noch: Die „Seifenkisten“ seien mit über 50 Stundenkilometern unterwegs. Die HPV-Biker erzählten an der nächsten Rast-Station, sie hätten alle Mühe gehabt, den Beamten klarzumachen, dass sich unter ihren schnittigen Karosserien tatsächlich kein Motor verbirgt, sondern pure Muskelpower am Werk ist.

Angemeldet haben sich bisher Einzelfahrer aus Belgien, Bayern, Braunschweig, Warstein, Hamburg, Köln, Hannover und aus der Region. Dazu Gruppen mit mehr als 30 Fahrern. Etwa eine Liegerad-Gruppe mit Teilnehmern aus Bassum, Aurich und Detmold, die Marathongruppe „Ibbenbüren“, die Radsportgruppe Himmelpforten und die „Ostpark-Schrauber“ aus Dortmund. Alle vier Gruppen wollen auf die 300-Kilometer-Strecke.

Das Touristikzentrum Westliches Weserbergland bietet erneut ein „Weserrunde-Sorglos-Paket“ an mit Übernachtung, Essen und einer Stadtführung.

Mit Blick auf den demografischen Wandel dürfen auch E-Bikes-Fahrer starten. Angesichts der begrenzten Akkukapazität ist die 300-Kilometer-Strecke für E-Biker indes eine besondere Herausforderung. we

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