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Wenn der Urlaub im Eimer ist

Ausfälle bei Tuifly Wenn der Urlaub im Eimer ist

Marion Retkowski hat eigentlich zehn Tage lang Sonne tanken wollen, während im Weserbergland der Herbst einzieht. Frühmorgens, 5.45 Uhr, sollte es ab Hannover nach Dalaman in der Türkei gehen. Bei Tuifly kam es allerdings tagelang zu massiven Ausfällen und Verspätungen.

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Gabriele Stegmann, Sarah Dzatkowski-Hallau und Monika Distelmeier setzten alle Hebel in Bewegung, um ihre Kunden in den Urlaub zu schicken.

Quelle: jak

Rinteln. Als sie von den vielen plötzlichen Krankmeldungen der Mitarbeiter hörte, versuchte Marion Retkowski, herauszufinden, ob auch ihr Flieger betroffen sein könnte. Den ganzen Freitag lang wurde sie zwischen dem Reiseveranstalter Ltur und der Fluggesellschaft hin- und hergeschickt, um dann kurz vor Mitternacht die Bestätigung zu bekommen: Aus dem Urlaub wird nichts, der Flug am Sonnabend wird ersatzlos gestrichen.

Finanzieller Verlust

Auf E-Mails und private Nachrichten bei Facebook hätten zunächst weder Tuifly noch Ltur geantwortet, auch am Flughafen hätte ihr am nächsten Tag niemand weiterhelfen können. Außer der vielen Zeit, die sie inzwischen verloren hat, fürchtet sie vor allem einen finanziellen Verlust. Wie sie jetzt ihr Geld zurückbekommt, ist noch völlig unklar. „Ich verstehe zwar die Mitarbeiter, aber man kann doch nicht die Kunden, die ihnen ja auch das Gehalt finanzieren, darunter leiden lassen“, sagt sie. Statt im Urlaub verbringt sie den Tag nun wieder in ihrem Laden an der Hamelner Wellhausenstraße.

Monika Distelmeier, Inhaberin des Reisebüro Weserbergland, erklärt, wie wichtig für viele Menschen ein konkreter Ansprechpartner in so einer Situation ist. „Damit man nicht zwischen allen Stühlen sitzt.“ Zwar können sie und ihre Mitarbeiterinnen, die in so einem Fall ihre Kunden selbst kontaktieren, nicht immer sofort einen Alternativflug bieten. „Aber wir setzen uns sofort zusammen und prüfen alle Möglichkeiten.“ Im Internet sehe die Situation oft übel aus.

Glück hatte Journalistin Cornelia Kurth: Ihr Flug am gestrigen Montag von Berlin nach Florenz startete ohne Probleme, da das Tuifly-Flugpersonal mittlerweile seine Arbeit wieder aufgenommen hat. „Wir hatten am Wochenende schon gezittert“, erzählt sie am Telefon, „aber jetzt ist ja noch einmal alles gut gegangen.“

Umbuchen bei manchen nicht möglich

Auch wenn Kurth keinen Schaden hatte, andere Rintelner kamen nicht so glimpflich davon. „Ein Ehepaar konnte leider gar nicht reisen“, sagt Reisebüro-Inhaberin Distelmeier. Bei anderen Kunden habe sie bis zum Ende mitgezittert, für alle anderen habe man aber eine Lösung finden können. Etwa dadurch, dass die Reisenden dann von einem anderen Flughafen abreisten. Jenes Rintelner Ehepaar, das seinen Urlaub zur Gänze absagen musste, hatte allerdings seine Urlaubszeit so eng gelegt, dass ein Umbuchen nicht mehr möglich gewesen sei, erläutert Distelmeier.

Ob und wann Tuifly den entstandenen Schaden ersetzen wird, müssen im Zweifel wohl Anwälte klären. Der Konzern selbst beruft sich offiziell auf höhere Gewalt und will eigentlich keine Entschädigungen an die Passagiere zahlen. Reiserechtler zweifeln das an.

Die Kunden des Reisebüros im Auetal waren nicht betroffen. „Wir hatten keine Probleme“, sagt Büroleiterin Anna-Lena Schlick. Ende des Monats habe man zwar einige Kunden, die mit Tuifly fliegen, aber derzeit sei man zuversichtlich, dass das auch klappen werde. Schlick will weiter darüber auf dem Laufenden bleiben, wie sich die Situation entwickelt.

Distelmeier vom Reisebüro Weserbergland erklärt, dass solche Herausforderungen auch für die Reisebüro-Mitarbeiter immer wieder aufregend seien. „Das pure Chaos war es ja damals bei der Aschewolke“, erinnert sie sich an den Vorfall von 2010, der einen Großteil des europäischen Luftverkehrs lahmgelegt hatte. So dramatisch ist die Situation an diesem Wochenende zum Glück nicht gewesen.

Für einzelne Betroffene, die nun ihren Urlaub nicht antreten konnten, dürfte das aber kein großer Trost sein. jak, zimmermann

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