Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Wenn die Wohnung nicht mehr passt

Trend bei Senioren: Mieten in der Kernstadt Wenn die Wohnung nicht mehr passt

Der Wohnungsmarkt ist im Wandel: vorbei die Zeiten von Wohnungsleerstand. Zwar gibt es noch „Ladenhüter“, doch die Situation für Vermieter sei gut, sagen Uwe Guist und Edwin Sebening, die beide Hausverwaltungen und Immobilienunternehmen betreiben. Gesucht seien vor allem hochwertige Wohnungen in Altstadtnähe. Und beide sehen für den Bau von Mehrfamilienhäusern ein Potenzial. Neu auf dem Mietmarkt: Senioren, die ihr Eigenheim verkaufen und wieder zur Miete wohnen wollen. In Rinteln zum Glück selten: Mietnomaden und extreme Problemfälle.

Voriger Artikel
Hospizverein sucht neue aktive Helfer
Nächster Artikel
Kaum Umtausch bei Geschenken

Rinteln. (wm). Jetzt ist er doch ausgezogen, der junge Mann, der monatelang die Mieter eines Hauses in der Nordstadt mit seinen alkoholisierten Ausfällen und Einfällen tyrannisiert hat (wir berichteten). Ein junger Mann, der Hilfe braucht und jetzt wohl auch bekommt.Einen Sommer lang hat es gedauert, bis die Räumungsklage in die Praxis umgesetzt werden konnte. Die Möbel des jungen Mannes sind jetzt „zwischengelagert“ bis er eine neue Bleibe gefunden hat.

Ein solcher Fall in solcher Dramatik komme in Rinteln zum Glück nicht allzu häufig vor, sagt Uwe Guist von der Schaumburger Immobilien & Verwaltung GmbH, der das Haus verwaltet.
Aber Mieter, die aufgrund von veränderten Lebensumständen zahlungsunfähig geworden sind, auch sogenannte Mietnomaden, die eine Wohnung als Sanierungsfall hinterlassen, machen Vermietern in Rinteln in letzter Zeit vermehrt Sorgen. Geschichten, die nur selten an die Öffentlichkeit kommen, schon gar nicht mit Namen und Adressen, einfach weil Vermieter Angst haben, dass diese Adressen ein negatives Image bekommen könnten.

Die Mietsituation in Rinteln sei grundsätzlich gut, sagt Edwin Sebening von der gleichnamigen Rintelner Hausverwaltung. Es gebe kaum Leerstand, bei den Mieten könne man sich inzwischen wieder nach oben orientieren.
Will man sich nicht selbst mit dem inzwischen durch zahlreiche Gesetzesänderungen komplex gewordenen Geschäftsmodell Vermietung herumschlagen, sind Hausverwaltungen eine Lösung, die immer mehr Vermieter bevorzugen. Denn Guist sowie seine Kollegen nehmen einem Vermieter nicht nur praktische Arbeit ab, sondern mindern auch erheblich dessen Risiko. Guist wie Sebening können deshalb nicht über Arbeitsmangel klagen. Im Gegenteil, sagt Guist, seine Termine seien eng getaktet: Besichtigungen, Wohnungsübergaben, Kundengespräche.

Guist ist da ganz offen im Gespräch: je höherwertig die Wohnung, desto penibler die Recherche. Zum Standard gehöre beispielsweise, dass der oder die künftigen Mieter eine Gehaltsbescheinigung vorlegen. Guist holt dann oft in deren Beisein eine Auskunft bei Creditreform und Schufa ein. Schwarze Schafe fallen da sofort auf. Selbst wenn sie so dreist sind, bei Nachfragen zu sagen: „Wir haben keine Einträge.“ Und dann kommen über den Drucker fünf Seiten, eidesstattliche Versicherungen, das ganze Programm. Standard ist inzwischen auch, beim Vormieter anzurufen, oder die Hinterlegung einer Kaution, durchaus von drei Monatsmieten.
Doch 100-prozentige Sicherheit gebe es nicht, sagen Guist und Sebening. Die Zeitläufe sind schneller geworden, und damit kann sich auch die wirtschaftliche Situation von Mietern ändern. Doch Sebening betont, dass sich auch dann vieles vernünftig regeln lasse. Da trennt sich beispielsweise ein Ehepaar nach Jahren. „Dann suche ich eben zwei neue Wohnungen und vermiete die dritte Wohnung erneut.“ Es käme immer darauf an, frühzeitig mit dem Verwalter zu sprechen, wenn Probleme im Anmarsch seien.
Ganz oben auf der Liste der Ärgernisse von Mietern wie Vermietern steht der leidige Streit um die Nebenkosten, also für Strom, Heizung, Müllabfuhr und Kanalgebühren.
Zumindest bei den Nebenkosten, betont Guist, gebe es bei ihm nur noch sehr selten Schwierigkeiten, einfach deshalb, weil er künftigen Mietern diese Kosten realistisch vorrechne und die Wohnung nicht „künstlich“ billiger mache, wie es manche Vermieter tun. Guist: „Besser, der Mieter erhält zum Jahresende 50 Euro zurück, als dass er 250 Euro nachzahlen muss.“
Die Modalitäten der Abrechnung seien ebenfalls kein Problem mehr: „Unsere Abrechnungen haben schon so viele Anwälte geprüft und für korrekt befunden. Die sind inzwischen wasserdicht.“
Am meisten nachgefragt seien Wohnungen möglichst in der Südstadt oder in der Nähe der Altstadt. Dabei differenziert Sebening: „Es gibt Mieter, die bevorzugen die Südstadt, weil sie dort am Abend zu Fuß noch ein Bier oder einen Wein trinken gehen können. Und es gibt Ehepaare, beide arbeiten auswärts, die wollen in die Nordstadt, weil man von dort schnell auf die Autobahn kommt.“
Eine neue Klientel in Rinteln, die sich in den vergangenen Jahren entwickelt hat, seien ältere Bürger, die ihr Eigenheim verkauften und aus ganz verschiedenen Gründen zurück in eine Mietwohnung zögen. Die sollte natürlich entsprechend groß und gepflegt sein, man wolle sich ja nicht verschlechtern. Zum Problem könne dabei der Zeitablauf werden. Denn logischerweise müsse der Hausverkäufer erst eine Wohnung finden, bevor er aus seinem Haus auszöge.
Guist und Sebening sehen durchaus einen Markt für neue Mehrfamilienhäuser. Doch wo könnten diese in Rinteln entstehen, nachdem die beste Lage dafür, der Steinanger, ins Wasser gefallen ist? An der ehemaligen britischen Schule? „Weit weg von der Südstadt“, so Guist. Auf dem Ex-Jibi-Gelände? Da ist die Bahn. Es ist also nicht so einfach.
Und hat man als Migrant in Rinteln große Probleme, eine Wohnung finden? „Es kommt darauf an“, sagen beide. Deutsch oder gut Englisch zu sprechen, sei da von Vorteil. Andererseits gebe es aber noch viele ältere Vermieter in Rinteln, die Vorbehalte gegen solche Mieter hegen.
Sebening weiß auch hier ein positives Beispiel. Er habe eine Wohnung an eine Frau vermittelt, die nur Französisch spricht. Größere Probleme habe es nicht gegeben. Nur eines am Anfang: „Wir mussten ihr ausführlich die deutsche Mülltrennung erklären.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg