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Wer ist gefahren: Vater oder Sohn?

Vor Gericht Wer ist gefahren: Vater oder Sohn?

In einem bis zuletzt umstrittenen Strafverfahren, wer am Steuer eines Audis gesessen hatte, ist nun ein 27 Jahre alter Angeklagter wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden.

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RINTELN. Richter Christian Rost war überzeugt davon, dass der junge Mann im September 2014 in Steinbergen das Auto gelenkt hatte und nicht etwa wie behauptet dessen Vater. Überführt hielt Rost den 27-Jährigen, der damals keinen Führerschein hatte, durch die Angaben eines mit einem Motorrad vorbeifahrenden Polizisten. Verurteilt wurde auch die gleichaltrige Freundin: Sie hatte gesagt, ihr Partner sei zur Zeit des Vorfalls mit ihr zu Hause gewesen. Wegen versuchter Strafvereitelung erhielt die junge Frau eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro.

Mit der Entscheidung folgte Rost der rechtlichen Wertung des Ersten Staatsanwalts André Lüth, der jedoch etwas geringere Geldstrafen für die beiden Angeklagten beantragt hatte. Dagegen plädierte Rechtsanwalt Ralf Jordan auf Freispruch für seinen Mandanten. Jordan ging davon aus, dass sich der Polizist geirrt hatte, weil sein Gesichtsfeld durch Visier, Helm und Position eingeschränkt war.

 Der Fall: Vor knapp zwei Jahren fuhr ein Polizeibeamter nach der Frühschicht gegen 12.45 Uhr mit seinem Motorrad durch Steinbergen. Bei stockendem Verkehr beobachtete er, wie ihm ein auffälliger Audi entgegenkam. An dessen Steuer saß seinen Angaben zufolge der Angeklagte, der ihm aus früheren Verfahren bekannt war und den er mindestens zwei Mal zuvor gesehen hatte.

 Der Polizist sagte, er habe das Profil des 27-Jährigen gesehen und ihn auch an der Frisur erkannt. Auf dem Beifahrersitz habe sich eine zweite Person befunden. Wer, wusste er jedoch nicht. Bei der nächsten Gelegenheit fuhr der Ordnungshüter rechts ran und rief seine Kollegen an. Diese stoppten etwa 15 Minuten später den Audi in Exten. Am Steuer saß aber nicht der 27-Jährige, der erst sechs Wochen zuvor wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden war, sondern sein Vater. Der Sohn war nicht im Auto.

Vor Gericht berichtete der Vater jetzt, er sei an jenem Tag von einer Geschäftsreise aus Hamburg gekommen. Dort sei er gegen 10 Uhr gestartet und habe dann einen Abstecher nach Hannover gemacht, wo er einen kurzen Kundentermin hatte. Anschließend fuhr der Mann weiter nach Rinteln. Zeitlich sei das kaum zu schaffen, gab Lüth zu bedenken. Rost assistierte: „Das ist äußerst unwahrscheinlich bei den heutigen Verkehrsverhältnissen.“ maf

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