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Wie Gemeinschaft erhalten?

Rinteln Wie Gemeinschaft erhalten?

In einem Zeitraum von zwei Monaten ist Rintelns Demografiebeauftragte Linda Mundhenke in zehn Ortsteilen unterwegs gewesen, hat dort mit Vertretern des dörflichen Lebens und den Bürgern gesprochen, um herauszufinden: Was sind die Probleme vor Ort? Was kann verbessert werden? Was hat sich schon verbessert, seit den Ortsgesprächen im Jahr 2014? Das Fazit ist nun da und liegt auch online vor.

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Themen bei den Ortsgesprächen sind unter anderem die Infrastruktur in den Orten, Mobilität und Nahversorgung gewesen.

Quelle: tol

RINTELN. Ein allgemeiner Schluss lautet: Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde es wichtiger, die Ortsteile und die dortige Gemeinschaft zu stärken.

Ein Baustein soll die Ehrenamtsbörse der Stadt sein, die über www.rinteln.de/ehrenamtsboerse zu erreichen ist. Dies sei eine ortsübergreifende Maßnahme, mit der die Stadt freiwilligen Organisationen und denjenigen, die interessiert sind an ehrenamtlicher Arbeit, „eine Plattform zum Austausch bieten“ wolle.

Zweitens habe sich gezeigt, dass Information und Kommunikation entscheidend sei. Die Idee: Dorfmoderatoren ausbilden. Sie sollen „als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Ortsbürgermeister und Bürger“ fungieren und könnten den „Informationsfluss auf allen Ebenen“ verbessern, heißt es im Fazit.

Neubürger ins Gemeinschaftsleben einbeziehen

Bei Dorfmoderatoren handele es sich um speziell geschulte Personen, die die Rolle der Ansprechpartner und Koordinatoren übernehmen. Durch den Austausch mit der Stadt könnten auch Informationen – etwa über Fördermittel – weitergegeben werden. In Kommunen wie Göttingen sei dies schon erprobt. Auf der Seite des Landes Niedersachsen findet man eine Projektbeschreibung dazu.

Bei den Ortsgesprächen habe sich gezeigt: Oft werden Angebote, Feste oder Ähnliches, nicht ausreichend kommuniziert. Das könnte durch Dorfmoderatoren geändert werden.

Auch könnten Kennenlern-Treffen für Alt- und Neubürger eines Ortsteiles helfen. Denn: Neu hinzugezogene Bürger müssten mehr ins Gemeinschaftsleben einbezogen werden, lautet eine weitere Erkenntnis. Engagement in Vereinen und Feuerwehr bleibe wichtig, gerade dann, wenn andere mögliche Treffpunkte wie Kneipe oder Supermarkt wegfallen. Dabei wird auch auf neu Hinzugezogene gesetzt.

Nahversorgung ist ein Problem

Auch bei Jugendlichen und Senioren gebe es Probleme: Bestehende Angebote würden nicht genutzt, zugleich würden andere Offerten gefordert.

Generell scheinen die Jüngeren etwas Verwunderung auszulösen: Was wollen sie eigentlich, was wünschen sie sich für einen Ort? Was brauchen sie? Schließlich würden sich die Jüngeren aus der Diskussion um die Gestaltung von Dorfleben oft heraushalten. Das Papier kommt zu dem etwas unbeholfenem Schluss: „Eine Möglichkeit besteht darin, die jungen Menschen selbst zu fragen.“

Als eines der größten Probleme wird die Nahversorgung gesehen. Diese werde in den Ortsteilen schwieriger. Die Arztpraxen in Steinbergen, Krankenhagen und Engern wurden in den vergangenen Jahren wegen fehlender Nachfolge geschlossen. Und klar sei, dass weitere Praxen geschlossen würden.

Also seien alternative Versorgungsmöglichkeiten nötig: Lieferservice von kommerziellen Anbietern sollen mehr in Anspruch genommen werden. Auch über Arzt-Taxen und ein Ärztezentrum, wie ursprünglich für das Bürgerhaus in Krankenhagen angedacht, wurde in den Ortsgesprächen diskutiert.

An den Bedürfnissen vorbei

Ein weiteres Themenfeld: Mobilität. Wenn Supermärkte und Ärzte nicht mehr vor Ort sind, steigt der Bedarf an Mobilität. Betroffen sind meist ältere Menschen, da sie oft kein Auto haben. Doch auch die Jüngeren müssten mobil sein, etwa für die Ausbildung, das Studium oder den Beruf. „Alternativ bleibt für diese Altersgruppe häufig nur der Wegzug, was sich in der Altersstruktur deutlich zeigt“, so der Schluss.

Angebote, die Mobilität in allen Ortsteilen zu verbessern gibt es: zum Beispiel Fifty-Fifty-Taxi, Anruf-Sammeltaxen, Senioren-Taxi. Doch die Infos seien zu schlecht. Es fehle der allgemeine Überblick, auch sei die Lesbarkeit des Fahr- und Liniennetzplanes nicht die beste.

Das Senioren-Taxi gehe sogar komplett an den Bedürfnissen der Zielgruppe vorbei. Das Problem: die zeitlichen Nutzungsbedingungen. Doch es gibt auch Ideen, dies zu lösen: Mitfahrerbänke aufstellen, ehrenamtliche Fahrdienste einrichten und Info-Material verteilen, um die Angebote bekannter zu machen.

Das Fazit aus den Gesprächen heißt noch nicht, dass konkrete weitere Schritte unternommen werden. „Dies soll nach Rücksprache mit den Ortsbürgermeistern erfolgen“, so Mundhenke, „im August.“ mld

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