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Wie geht es mit dem Haus weiter?

Bittersüßer Blickfang Wie geht es mit dem Haus weiter?

Das alte Haus mit der pittoresken Veranda an der Bahnhofstraße 38 in Rinteln ist ein Blickfang, bei dem man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Auf der einen Seite ist da die Freude über die Schönheit des Baus aus dem 19. Jahrhundert, auf der anderen das Bedauern darüber, dass das Haus äußerlich dem Verfall überlassen zu sein scheint.

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Die Veranda des Hauses in der Bahnhofstraße 38 könnte mal wieder einen neuen Anstrich vertragen. Doch spätestens seit einem tragischen Unfall des Miteigentümers liegen alle Pläne auf Eis.

Rinteln. Und es sieht nicht danach aus, als ob sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Bei dem Mann, der im vergangenen September an der Bahnhofstraße von einem Auto erfasst und schwer verletzt wurde, handelt es sich um den Eigentümer des Hauses. „Seitdem steht die Welt still für mich“, sagt seine Frau, Maria Breitfeld-Markowski, am Telefon, als sich unsere Zeitung nach den Plänen für das Haus an der Nordseite der Hindenburgbrücke erkundigt.

Kaum Unterstützung

Das Haus mit den romanischen Rundbogenfenstern wurde um 1880 vom damaligen Bürgermeister Eduard Rehermann gebaut. 1986 erwarben die Eheleute Breitfeld aus Berlin das laut Breitfeld-Markowski schon damals sanierungsbedürftige Haus von der Rintelner Familie Heinemeyer. „Und drei Wochen später wurde es unter Denkmalschutz gestellt“, so die Miteigentümerin. Von da an habe es vonseiten der Stadt zwar jede Menge „Wünsche und Auflagen“ gegeben, aber kaum finanzielle Unterstützung.

Dabei war damals gerade die Altstadtsanierung in vollem Gang. Millionen flossen in die Restaurierung von Fachwerk- und anderen Häusern – Millionen von Bund und Land wohlgemerkt, nicht von der Stadt. Doch die Breitfelds gingen leer aus. Bezuschusst wurden nur die Eigentümer, deren Häuser sich innerhalb des Altstadtrings befanden. Damit war das Haus auf der anderen Seite der Weser raus.

"Steine in den Weg gelegt"

Die Breitfelds hatten sogar vor, einen Teil des Gebäudes gastronomisch zu nutzen. Im Erdgeschoss am Weseranger sollte eine Gaststätte für Radfahrer entstehen. Aber auch diese Idee sei mehr oder weniger an den Auflagen des Denkmalschutzes gescheitert. Immer wieder habe die Stadt ihnen „Steine in den Weg gelegt und Knüppel zwischen die Beine geworfen“, klagt Breitfeld-Markowski.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Stadt Rinteln, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat eine andere Erinnerung. Dass das Haus kurz nach dem Kauf durch die Breitfelds unter Denkmalschutz gestellt wurde, sei reiner Zufall gewesen. Damals sei gerade der städtische Katalog mit denkmalgeschützten Häusern erstellt worden. Im Zuge dessen wurden zahlreiche Häuser unter Denkmalschutz gestellt.

"Angebote wurden abgelehnt"

Die Stadt habe immer schon allein aufgrund der „exponierten Lage“ ein Interesse daran gehabt, dass sich das Haus in ansehnlichem Zustand befindet. Deshalb habe die Verwaltung neuen Besitzern immer wieder Angebote gemacht, habe versucht, sie mit in Aussicht gestellten Zuschüssen dazu zu bewegen, etwa die augenfällige Veranda zu renovieren. Vergebens. „Alle unsere Angebote wurden abgelehnt“, so der Mitarbeiter.

Dabei war Bernd Breitfeld damals selbst ein sehr engagiertes Mitglied im Arbeitskreis Denkmalschutz (AD), wie Alexander Lattermann vom AD erinnert. „Er war prinzipiell sehr interessiert daran, alles zu erhalten“, sagt Lattermann, der den aktuellen Zustand des Hauses sehr bedauert. Ein Zustand, der sich laut Breitfeld-Markowski auf den Außenbereich beschränkt. Sie hätten das Haus über die Jahre grundsaniert.

Haus hat keine Priorität mehr

Doch seit dem tragischen Unfall ihres Mannes habe das Haus für sie keine Priorität mehr. Natürlich würde auch sie es schön finden, wenn ihr Haus „in Bonbonrosa“ erstrahlen würde. Doch aufgrund des Gesundheitszustandes ihres Gatten könne sie derzeit nicht sagen, „ob und wenn ja, wie es weitergeht“. Sie hätte aber auch nichts dagegen, das Haus loszuwerden. pk

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