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Wie hilft man Flüchtlingen?

„Rintelner Abendgespräche“ Wie hilft man Flüchtlingen?

Den Worten der Bibel wieder Leben einzuhauen, das ist eines der Ziele des Abends gewesen. „Ich bin ein Fremder gewesen, und Ihr habt mich aufgenommen“, heißt es im MatthäusEvangelium, und die Rintelner Kirchengemeinden wollen dazu beitragen, dass dieser Bibelsatz nicht in die Leere gesprochen worden ist.

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Pfarrer Peter Wolowiec überreicht Referentin Hedwig Mehring ein Geschenk als Dankeschön.

Quelle: cok

Rinteln. Im Rahmen der „Rintelner Abendgespräche“ stand in der St.-Sturmius-Gemeinde ein Vortrag zum Thema „Ich bin ein Fremder“ an, der mit Zahlen und Statistiken über Flüchtlinge aus aller Welt einen historischen Bogen spannen wollte. Referentin war Hedwig Mehring vom Caritasverband Hildesheim.

 Die mehr als 30 Gäste hatten erwartet – und so führte Pfarrer Peter Wolowiec auch in den Vortrag ein –, dass es in diesem ersten Vortrag zu einer Themenreihe rund um die Flüchtlingsproblematik vor allem darum gehen würde, an eine biblische Aufforderung zu gemahnen: Freundlich und hilfreich gegenüber den Fremdlingen zu sein, in Erinnerung daran, dass auch das Volk Israel auf Hilfe in der Fremde angewiesen war.

 Sicher waren es eindrucksvoll bedrückende Fakten, die Mehring vortrug. Sie zählte auf, was für Menschengruppen durch das Grenzdurchgangslager Friedland geschleust wurden und noch immer werden. Angefangen bei den Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges über die späten Kriegsheimkehrer, dann die Flüchtlinge des Ungarn-Aufstandes, aus Chile, Sri Lanka, Albanien, dazu die Boatpeople aus Vietnam, russische Juden und all die Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Dazu nannte sie die Zahlen der aktuellen Flüchtlinge, die in Friedland Aufnahme finden, um dann nach Quoten in ganz Deutschland verteilt zu werden, vorausgesetzt, sie kommen mit ihrem Asylverfahren durch.

 Was dabei noch einmal bewusst wurde: dass von den weltweit insgesamt etwa 57 Millionen Flüchtlingen nur 14 Prozent überhaupt in den 44 reichen Industrienationen anlanden. Trotzdem herrschten in Europa verwirrend komplizierte und ungerechte Gesetze rund um Asylverfahren, regten sich Bürger in Deutschland über Belastungen durch Flüchtlinge auf, würden die Betroffenen viel zu oft in perspektivloser Isolation belassen.

 Genau das war vielen der Zuhörer durchaus bewusst, und in der anschließenden Diskussion ging es darum, wie man Flüchtlingsfamilien jenseits von Bürokratie helfen könne. Dabei stellte sich heraus, dass Unterstützungswillige oft nicht wissen, an wen sie sich erfolgreich mit Angeboten wie Wohnraum, Sprachunterricht oder Alltagshilfen wenden sollen. Mehring wies auf den Nothilfe-Fonds des Bistums Hildesheim hin, der ehrenamtliche Hilfen durchaus großzügig unterstützt, über konfessionelle Grenzen hinaus. In Zusammenarbeit mit der St.-Sturmius-Gemeinde können auch in Rinteln ehrenamtliche Flüchtlingshilfen finanziell gefördert werden.

 Darüber hinaus sind der Kinderschutzbund und die Awo Anlaufstellen für alle, die sich in der Kinderbetreuung oder beim Deutsch-Unterricht für die in Rinteln angekommenen Flüchtlinge einsetzen wollen und dazu Fragen haben.

 Am 19. und 24. März wird die Vortragsreihe fortgesetzt, mit der konkreten Fragestellung, wo vor Ort bereits gehandelt wird, welche Anlaufstellen für Ehrenamtler existieren und was jeder einzelne Bürger tun kann, um Flüchtlingen zu helfen.cok

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